
(jul) Prog-log der Torheit
„Ich liebe es von jeher, alles das zu sagen, was mir Dummer just auf die Zunge kommt. Nur erwartet nicht, dass ich mich nach der Schablone der gewöhnlichen Redner definiere oder gar disponiere.“
— Erasmus von Rotterdam, Lob der Torheit (Moriae Encomium, 1509)
Erasmus lässt die Torheit ohne Schuldbewusstsein sprechen. Und in Zeiten, in denen Texte gern abgeschrieben, geglättet, neu etikettiert und als eigene Erkenntnis ausgegeben werden, hat dieser Ansatz etwas Tröstliches. Wer nichts nach Schablone sagt, kann auch schwerlich kopiert werden. Torheit als Schutzmaßnahme, sozusagen. Alles, was sauber formatiert ist, lässt sich weiterreichen. Alles, was aneckt, bleibt an einen Ursprung gebunden.
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