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Monkey3 – Planetarisches Immersionskonzert am 12. und 13. Dezember 2025 im Verkehrshaus Planetarium, Luzern

(Von unserem Gastkollegen Lukas Ritzel aus Luzern)

Es gibt Konzerte, und dann gibt es Momente, in denen Musik die Idee einer Bühne völlig übersteigt. An zwei ausverkauften Abenden am 12. und 13. Dezember 2025 verwandelte Monkey3 das Planetarium des Verkehrshauses in Luzern in einen riesigen, lebendigen Kosmos – einen Raum, in dem Klang, Bewegung und Fantasie zu einem einzigen, immersiven Erlebnis verschmolzen.

Von den ersten Tönen an war klar, dass diese Kulisse keine Neuheit, sondern eine perfekte Ergänzung war. Die Kuppel löste die Grenzen zwischen Band und Publikum auf und verwandelte die Musik in eine Umgebung statt in eine Aufführung. Was sich im Laufe des Abends entfaltete, war weniger eine Abfolge von Songs als vielmehr eine kontinuierliche Reise.

Beide Abende begannen in einer akustischen, fast zeremoniellen Stimmung. Gitarren, Bass und Schlagzeug bewegten sich zurückhaltend und geduldig und versetzten das Publikum in einen meditativen Zustand. Als die Bilder über unseren Köpfen langsam zum Leben erwachten, breitete sich leise Ehrfurcht im Raum aus. Planeten tauchten auf, Galaxien entfalteten sich, Sterne wurden geboren und erloschen. Die Musik atmete mit den Bildern, konkurrierte nie mit ihnen, sondern leitete sie stets.

Im Verlauf des Sets dehnte sich der Klang dramatisch aus. Die Band schaltete auf volle elektrische Kraft um, und die Musik wurde schwerer, tiefer und expansiver. Weite, raumfüllende Klanglandschaften kollidierten mit immenser rhythmischer Kraft. Die Kuppel füllte sich mit kosmischer Bewegung – Reisen weit über die Erde hinaus, in ferne Bereiche des Universums, bevor sie plötzlich zurück zu unserer eigenen Sonne stürzte, die in glühendem Feuer über den Himmel flammte. Es gab keinen einzigen Brennpunkt; Bewegung, Klang und Licht entfalteten sich überall gleichzeitig.

Monkey3 spielen nicht nur Instrumentalrock – sie konstruieren emotionale Welten. Jeder Übergang fühlte sich bewusst gewählt an, jedes Crescendo sorgfältig platziert. Die Musik vermittelte sowohl Gewicht als auch Weite: Anziehungskraft, Eruption, Stille und überwältigende Größe. Für einige Zuhörer war dies eine Einführung in unbekanntes Terrain, für andere eine lang erwartete Erfüllung.

Ein Zuschauer bemerkte später, dass die Musikalität der Band unverkennbar sei und dass der Veranstaltungsort wie geschaffen für diese Art von Auftritt sei. Ein anderer Zuhörer, der Monkey3 zum ersten Mal hörte und normalerweise empfindlich auf laute Musik reagiert, beschrieb das Erlebnis als aufregend und überraschend zugänglich – kraftvoll, immersiv und zutiefst fesselnd, auch ohne vorherige Vertrautheit mit der Band.

Die emotionale Reaktion war an beiden Abenden deutlich zu spüren. Die Gesichter spiegelten Freude, Staunen und Ungläubigkeit wider. Einige lächelten, andere saßen regungslos da, ganz in ihre eigenen inneren Geschichten versunken. Jeder schien unter derselben Kuppel eine andere Reise zu erleben.

Der Höhepunkt kam nicht allein durch das Spektakel, sondern durch den Fluss. Die Musik schwoll an, zog sich kurz in ruhigere, wüstenartige Passagen zurück und stieg dann wieder zu gewaltigen, unverkennbaren Ausbrüchen des charakteristischen Sounds von Monkey3 an. Gitarrenriffs donnerten durch den imaginären Raum, die Trommeln trieben mit hypnotischer Kraft voran, und die Kuppel selbst schien mit der Musik zu atmen.

Was diese beiden Nächte so außergewöhnlich machte, war nicht ein einzelner Titel, sondern der Bogen – die Spannung, das Tempo, das Gefühl des Reisens. Musik und Bild passten so nahtlos zusammen, dass die Grenze zwischen Klang und Raum vollständig verschwand. Als an beiden Abenden die letzten Töne verklangen, war die Reaktion sofort spürbar: Das Publikum erhob sich wie aus einem Guss und spendete lange, herzliche Standing Ovations.

Am 12. und 13. Dezember spielte Monkey3 nicht einfach nur zwei Konzerte. Sie schufen ein gemeinsames Erlebnis – immersiv, emotional und unvergesslich –, das allen, die unter dieser Kuppel saßen, für immer in Erinnerung bleiben wird.

Setlist (als zusammenhängendes Werk erlebt):

Black Maiden · Ida · Electric Mistress · Last Moulinao · Icarus · Kali Yuga · Rackman · Jack · Collapse · Through the Desert

Lukas Ritzel

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