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Kanonenfieber – Soldatenschicksale

(tob) Nach dem Studioalbum „Die Urkatastrophe“, über das ich an andere Stelle schrieb, und der letzten Veröffentlichung „Live in Oberhausen“, melden sich Kanonenfieber mit einer neuen Platte zurück. Während „Die Urkatastrophe“ musikalisch wie lyrisch eindringlich die Schrecken des Krieges thematisierte und „Live in Oberhausen“ die rohe Energie, Wucht und Detailverliebtheit der Band auf die Bühne brachte, führt „Soldatenschicksale“ mehrere frühere Veröffentlichungen zusammen und ergänzt sie um neue Songs.„Soldatenschicksale“ erscheint am 06.02.2026 über Century Media als limitiertes CD-Mediabook, als Gatefold-LP inklusive Booklet, als LP sowie digital. Das Album vereint überarbeitete Fassungen von „Yankee Division“ (2022), „Der Füsilier“ (2022) und „U-Bootsmann“ (2023), die zuvor ausschließlich digital und auf 7″-Vinyls veröffentlicht wurden. Was bislang als einzelne Releases existierte, wird hier erstmals gebündelt und sinnvoll ergänzt. Neu hinzu kommen die Songs „Z-Vor!“ und „Heizer Tenner“, die unter der gemeinsamen Überschrift „Skagerrak“ stehen und den Untergang des Kleinen Kreuzers SMS Wiesbaden während der Skagerrakschlacht schildern, der größten Seeschlacht des Ersten Weltkriegs zwischen der britischen Royal Navy und der deutschen Hochseeflotte. Erzählt wird aus zwei Perspektiven: aus der Sicht eines Marinemelders an Deck und eines Heizers tief im Bauch des Schiffes. Beide Stücke eröffnen „Soldatenschicksale“ in gewohnter Brachialität. Thematisiert werden der Schlachtruf „Z-Vor!“ – kurz für „Zerstörer vor“ – ebenso wie die Männer unter Deck, die „heizen, bis das Schiff verreckt“. Die Texte sind beklemmend und lassen wenig Raum zum Atmen, ohne etwas zu beschönigen.

Es folgt das Instrumental „Ubootsperre“, das eine Rede von Alfred von Tirpitz integriert und zu „Kampf und Sturm“ sowie „Die Havarie“ überleitet. Beide Songs stammen ursprünglich von „U-Bootsmann“ und wurden für „Soldatenschicksale“ komplett überarbeitet. Im weiteren Verlauf schließen sich „Der Füsilier I“ und „Der Füsilier II“ sowie „Yankee Division“ mit „The Yankee Division March“ und „Die Fastnacht der Hölle“ an – allesamt in Versionen von 2025 und klanglich überarbeitet.

Lyrisch richtet „Soldatenschicksale“ den Blick auf den einzelnen Menschen im Krieg. Es geht nicht um Zahlen, Strategien oder Siege, sondern um persönliche Schicksale. Soldaten, deren Leben innerhalb weniger Augenblicke endet und deren Identität im Lärm von Befehlen, Maschinen und Gewalt verloren geht. Der Krieg wird nicht verklärt, sondern als entmenschlichende Realität dargestellt, in der der Einzelne zur austauschbaren Größe wird. „Soldatenschicksale“ bündelt die bisherigen Veröffentlichungen von Kanonenfieber zu einer geschlossenen Sammlung und ergänzt sie um zwei neue, thematisch passende Stücke. Ein Album, das sich nahtlos in das bisherige Gesamtbild der Band einfügt und den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzt…..(tobias)

Filed under: Album Reviews, Metal,

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