(syb) Mit Iron Man’s Anthem: A Tribute to Ozzy veröffentlicht das Webzine und Label WITCHING BUZZ nur vier Monate nach seinem Kyuss-Tribut „Spaceship Landing“ eine weitere digitale Compilation, die nicht im Schatten ihres übergroßen Idols stehen bleibt, sondern diesen bewusst nutzt, um neue Konturen zu schaffen.
Man begnügt sich nicht damit, den Prince of f..cking Darkness Osbourne einfach zu feiern, sondern man spricht mit ihm über Generationen, Länder, Stimmen und Stile hinweg. Ein Projekt, das nicht kopiert, sondern transformiert, weil die ausgewählten Bands aus ganz Europa und den USA mit sehr persönlichen Interpretationen aufwarten. Sie wollen nicht einfach nur nachspielen, sie wollen erzählen, fühlen und darbieten, wie Ozzy ihr musikalisches Können inspiriert hat. So filtern sie jeden Track durch ihre eigene Geschichte, die eigene Stimmfarbe und ihre eigene Zeit. Der Ansatz zahlt sich aus, hören sich die Stücke doch im Ergebnis vertraut an, ohne eben wie bloße Kopien zu wirken.
Der Fokus der ausgewählten Songs liegt klar auf den frühen Siebzigern, jenem explosiven Zeitraum, in dem die Urväter Black Sabbath den Grundstein für das gesamte Heavy Metal Genre gelegt haben.
Der Jahreschronologie folgend führt die Tracklist weiter bis hin zu einigen Solo-Höhepunkten des „Ozzman“ in den 1990er Jahren und innerhalb dieses klassischen Rahmens herrscht eine enorme hörbare Vielfalt: eingeleitet wird der bunte Reigen von den Runaway Devils aus Polen, die sich für „Black Sabbath“ vieeeel Zeit nehmen und mit unwetterlastig-düsterer Gravitas beschwören. Rainbow Bridge aus Italien verleihen der teuflischen Liebeshymne „N.I B.“ durch fette, nicht enden wollende Soli zum Niederknien neue Frische und Disimoria aus Deutschland laden „War Pigs“ mit roher Direktheit und moderner Schärfe auf.
„Paranoid“ wird durch Corruption aus Polen zu einer galoppierenden Sludge-Anklage, während Root Zero aus Irland „Planet Caravan“ anfangs feminin und traumhaft schweben lassen, um nach überraschendem Break zum maskulinen Metalbrüller zu werden.
Death Catapult (USA) nehmen sich „Hand of Doom“ vor und verleihem dem Song auch durch den auf die Stimme gelegten Effekt besondere Coolness.
Thorndale aus den Niederlanden geben mit „After forever“ ein massives, aber auch gefühlt leichtes, heiteres Statement.
Die Auswahl reicht weiter: Dee Calhouns (USA) liefert eine zurückgenommene, aber raue Akkustikgitarren Version von „Children of the grave“ , Mouth aus Schweden lassen „Solitude“ wahrlich erklingen, während Plata O Plomo aus Polen mit „Into the Void“ spielerisch nah am Original bleiben (was soll man bei einem solchen Monsterriff auch anders oder gar besser machen?).
Spätere Sabbath-Klassiker wie „Never say die“, dargeboten von Necro Weazle aus Finnland, oder der Radio-Hit „Shot in the Dark“ vom Soloalbum „The Ultimate Sin“, eindrucksvoll interpretiert von Wasted Awakening (UK), schlagen die Brücke in andere Epochen und zeigen, wie weit Ozzys Einfluss reicht. Die internationale Hard-Rock-Combo W’t’M beschließt den Reigen mit einer hymnenhaften Version von „Perry Mason“, der aus dem Jahr 1995 stammt, aber durch die dominante Orgel den Charme der 70er versprüht.
Iron Man’s Anthem: Tribute to Ozzy ist eine moderne Ehrerbietung ohne Staub darauf, eine Huldigung ohne Kniefall. Es ist eine lebendige, manchmal raue, aber immer ehrliche Bestandsaufnahme von Musikern die deutlich ausdrücken, wie eng Ozzy Osbourne mit ihrer eigenen DNA verwoben ist, was er dem Metal bedeutet und warum seine Stimme, seine Songs und seine Haltung bis heute nachhallen. Und so funktioniert dieses Tribute-Album außergewöhnlich f..cking gut. (Sybille)
VÖ : 13.02.2026
Label: Witching Buzz Records
Tracklist
1. Runaway Devils (Poland)
„Black Sabbath” (1970)
2. Heaven And Hellvis (Scotland)
“The Wizard” (1970)
3. Rainbow Bridge (Italy)
“N.I.B.” (1970)
4. Angel Slaughter (USA)
“Sleeping Village” (1970)
5. Disimoria (Germany)
“War Pigs” (1970)
6. Corruption (Poland)
“Paranoid” (1970)
7. Root Zero (Ireland)
“Planet Caravan” (1970)
8. Postmortal (Poland)
“Electric Funeral” (1970)
9. Death Catapult (USA)
“Hand of Doom” (1970)
10. Tharsis (UK)
“Rat Salad” (1970)
11. Arcane Focus (USA)
“Fairies Wear Boots” (1970)
12. Thorndale (The Netherlands)
“After Forever” (1971)
13. Dee Calhoun (USA)
“Children of the Grave” (1971)
14. Mouth (Sweden)
“Solitude” (1971)
15. Plata O Plomo (Poland)
“Into the Void” (1971)
16. Bert Hall of Mango (USA)
“Wheels of Confusion” (1972)
17. Bruit Parasite (France)
“A National Acrobat” (1973)
18. Necro Weasel (Finland)
“Never Say Die!” (1978)
19. Wasted Awakening (UK)
“Shot in the Dark” (1986)
20. Poste 942 (France)
“No More Tears” (1991)
21. Miss Lava (Portugal)
“Hellraiser” (1991)
22. W.T*M (International)
“Perry Mason” (1995)
Cover art by Captain Maoos:
http://www.facebook.com/MyStonerAndCo
Release page:
http://www.witchingbuzz.ovh/ozzy/
Bandcamp:
https://witchingbuzz.bandcamp.com/album/iron-man-s-anthem-a-tribute-to-ozzy-osbourne
Filed under: Album Reviews, Metal, Iron Man’s Anthem - A Tribute to Ozzy



