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YEAST MACHINE – Bad Milk

(ju) Wenn Neues aus dem Hause Noisolution eintrudelt, kann man sich in der Regel mit großer Verlässlichkeit auch auf Neues freuen. Neu meint hier nicht nur ein neues Album oder eine neue Band, sondern bezieht sich vor allem auf den Sound, den die jeweilige Band mit ihrem jeweiligen Album versprüht. Nichts Aufgewärmtes, Abgekupfertes, Angelehntes, kein Nullachtfuffzehn oder Mainstream. Stattdessen ein Sound, bei dem einem – je nach Mundart und Erziehung – Dinge wie „WTF?!?“ oder „Geiler Scheiß!“ durch den Kopf schießen. 

Mit YEAST MACHINE hat sich das Berliner Label letzten Oktober eine Band ins Haus geholt, die mit ihrem zweiten Album „Bad Milk“ frischen Wind in die Desertrock-Szene bringt. In der Waschtrommel des Tübinger Quintetts werden Alternative, Grunge, Punk, Garagerock und ein fuzzy Stoner-Sound ohne Verwendung von Weichspüler oder Bleichmittel im Schleudergang ordentlich durchgemischt. Wenn man die zehn Lieder anschließend auf die Leine hängt, ergibt sich ein abwechslungsreiches Songwriting, das in der Summe als harmonisches Ganzes überzeugt.

Obwohl YEAST MACHINE mit einem neuartigen Sound überzeugen, streift ihre Musik zugleich Erinnerungsfetzen, die einen Hauch von Nostalgie auslösen. Als ob die musikalischen Wäschestücke auf der Leine stellenweise mit einer dezenten Nuance QOTSA, Pixies und Stereophonics bestäubt worden seien. 

Der Gesang ist ebenso abwechslungs- und facettenreich wie die instrumentalen Arrangements: energetisch-treibend („Dust on the Radio“), rau und zerbrechlich wie bei Kelly Jones („Honey & Sweat“, „Wobbly Wizzard“), schrulliger Sprechgesang („Feeding Poison To the Spiders Was Never Really My Thing“ [btw: Was für ein Titel!]), voller Melancholie (im abschließenden Wiegenlied „The Golden Cage“), mitreißend mehrstimmig in kongenialer Synthese mit den Kölner Ladies von THE RED FLAGS („Falling Rocks“) oder von der Kopfstimme die Rutsche runter in die Cobain-Verzerrung („Bad Milk“). 

Mein Anspieltipp: „Wobbly Wizzard“. Diese Gitarren! Da will man doch direkt mitwobbeln. (Herrlich, wenn beim Schreiben von Rezensionen Wortneuschöpfungen entstehen bzw. Wörter eine neue Bedeutung erfahren. Vielleicht findet „wobbeln“ ja Einzug in den Duden. Bitte um Verbreitung.) 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Wobbeln!  

(judith)

Label: Noisolution 

VÖ: 20.03.2026

Länge: 34 Min.

YEAST MACHINE sind: 

Benjamin Frenzel (Gesang) 

Tobias und Fabian Köninger (Gitarren)

Marcel Gundlach (Bass)

Jonas Bischof (Schlagzeug)

Trackliste: 

  1. Globalized Condolences
  2. Falling Rocks
  3. Bad Milk
  4. Foreshadowing
  5. Dust on the Radio
  6. Feeding Poison To the Spiders Was Never Really My Thing
  7. Karthago
  8. Honey & Sweat
  9. Wobbly Wizard
  10. The Golden Cage

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Filed under: Album Reviews, Alternative, Fuzz, Garage Rock, Grunge, Stoner, ,

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