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a/lpaca im Rare Guitar Münster, 11.12.2025

(pe) Zum ersten mal aufmerksam geworden auf diese Band aus Italien bin ich beim Stöbern durch Dave Schmidts Sulatron Records Backkatalog – und einmal mehr bewies Sula B. mit a/lpacas 2021er Album „Make it Better“ den richtigen Riecher, denn das Album ging verdammt gut ins Ohr.

Wie das eben leider oft so ist, geriet die Band wieder in (meine) Vergessenheit, bis auf dem Rockblog.Bluesspot ein Artikel von Blog-Kollegin Jules zum neuen Album „Laughter“ erschien (den Link zum Artikel findet Ihr am Ende der Rezi).

Und dann kam on top noch die Ankündigung von Klaus Hartmann (Krach am Bach Beelen), die Band auf ihrer kurzen Deutschland-Weihnachtstour ins Rare Guitar nach Münster zu holen nur gerade recht.

„Laughter“ stellt einen ziemlich sperrigen, wesentlich schwerer verdaulichen musikalischen Stilbruch im Vergleich zum Vorgänger „Make it Better“ dar, und so fuhren wir quasi als kleine Rockblog-Abordnung mit Sybille und Jules und mir gen Münster in der zwiegespaltenen Wundertüten-Erwartung, dass dieser Abend entweder raketenmäßig zünden oder aber eben kernbohrungsmäßig abstürzen könnte …

Und – Ihr ahnt es aufgrund der langatmigen obenstehenden Prosa bereits – a/lpaca zündeten! Und zwar sowas von!!!

Wie einen einzigen langen 60-Minüter hauten sie uns ihren krautgeschwängerten Hypno-Psych-Rock mit einer rhythmischen Repetition und gerne auch mal verstörend aciden Soundpassagen derart durch den ganzen Körper, dass an Stillstehen so überhaupt gar nicht zu denken war. Die Wundertüte entpuppte sich als Füllhorn an musikalischem Ekstase-Material und ich bin sicher, wir werden den vier Jungs in Zukunft noch auf dem ein oder anderen Festival begegnen.

Stoische, sich schwer ins Hirn hämmernde Gitarrenriffs und monotone, sprechgesangartige Vocals von Christian Bindelli, dazu Beats und psychedelische Synthie-Frickeleien von Andrea Fantuzzi, Andrea Verrastros das Klang-Spektakel perfekt mit Bassläufen untermalende Tiefton-Wummern, und Andrea Sordi am Schlagzeug, der den gesamten musikalischen Reigen rhythmisch zusammenhält. Dieser Vierklang schaffte es über den kompletten Gig, eine komplette körperliche Selbstaufgabe beim leider viel zu schmalen Publikum an diesem Donnerstagabend zu generieren, denn die Gliedmaßen aller Anwesenden zuckten und pulsierten komplett in einem verstandeslosgelösten verzückten Eigenleben.

Und dass auch ein kleines Publikum den von der Band entfachten berühmten übergesprungenen Funken auch zurückgeben kann, das erfuhren a/lpaca dann fast ungläubig staunend unter minutenlangem Applaus, der ihnen tatsächlich noch eine sichtlich ungeplante Zugabe aus den verschwitzten Hemden bzw. nackten Oberkörpern lockte.

Überhaupt muss ich sagen: wenn ich bei einer Band am Merch vorbeischaue und sehe, dass sie ihre Platten für 20€ und Bandshirts für 10 (!!!!!) Euro feilbieten, dann spricht das Bände und deutet auf eine sehr sympathische Art und Weise darauf hin, dass hier eben nicht Kohlemaximierung im Vordergrund steht, sondern eben vier Köpfe, die einfach nur ihre Musik in den Äther schleudern und sich bei ihrem Publikum für die Anerkennung bedanken möchten.

Haltet also die Augen offen, und wenn Ihr a/lpaca dann hoffentlich in naher Zukunft irgendwo in Eurer Nähe angekündigt seht: nichts wie hin da und Euch einfach von der Musik wegtragen lassen!

Wer einen kleinen Vorgeschmack genießen möchte, dem sei der Track „Make it Better“ vom gleichnamigen Album empfohlen (https://www.youtube.com/watch?v=erPfDmTwjM0) – denn den kann man trotz der betitelten Aufforderung eigentlich gar nicht besser machen… (peter)

Web-Links:

https://alpacaband-mn.bandcamp.com/

A/LPACA – Laughter

Filed under: Alternative, Konzertphotos, Live Reviews, Noise, Postrock, Psychedelic, Stoner, , ,

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