(text volker, alle photos mike) Samstagmorgen, 11 Uhr Ortszeit meldete die Alte Schlosserei „Ausverkauft“. Gut so in diesen immer noch schwierigen Zeiten nicht nur für Konzertveranstalter und Bands, sondern auch allüberall in dieser immer mehr verkorksten (verkoksten wäre bestimmt auch nicht so unwirklich), immer unmenschlicheren Welt die sich – hoffentlich – in nächster Zeit wieder in eine noch lebenswerte entwickelt: vernünftige, empathische, unextremistische, reformerische, nicht dem schnöden Mammon zugewandte Politiker: menschliche Politiker, die es ja immer noch gibt, aller Länder, macht was! Und an die schon vielen Abgewandten: Lasst euch nicht von den Totengräbern der Demokratie zuschaufeln…..And now for something completely different, nämlich zu den beiden Bands des Abends.
Wuppertal ist ja nicht so die Karnevalshochburg, auch seit 2019 Karnevalszug-los (der war hier immer Sonntagnachmittag), hat aber auch wie Köln ein Dreigestirn, eines in Sachen derber Stoner und der hat etwas besonderes: die tiefergelegten, berstenden Saitentöne stammen nur aus einer Gitarre, die unterstützt wird mit deftigem Schlagwerk und einer mit Sandkörner gegerbten Stimme, die auch manchmal schmirgelte wie der Kaiserwagen der Schwebebahn in einer der zahlreichen Kurven! Gut so. Die drei Jungs heizten also schonmal gut vor und wurden von den 150 Anwesenden für ihre Vorgehensweise in Sachen „heute abend findet die Generatorparty nicht in der kalifornischen Wüste statt sondern am Loh, woll“ gefeiert!

Und dann Temple Fang: ich hab sie schon einige Mal erlebt, natürlich nicht so oft wie einige beinharten Fans im Publikum (Hallo Inge: sixty times or more? und Karin 36/37mal?), denen ich auch für die Playliste danke) und es ist immer wieder mehr als ein Fest diesen vier Amsterdamer Jungs zuzuschauen und zu hören wie sie ihre Songperlen ausdehnen, verschnörkeln, verweben, mastern, und das mit einer inbrünstigen Inbrunst, besonders wenn sich Dennis und Jevin stimmlich völlig auspsychedelisieren. Wenn sie, wie das Publikum in vielen Momenten völlig wegtreten. Kein Konzert, eher ein Happening: berauschend gut!

Gut zwei Stunden erfreuten sie uns, verwandelten die Alte Schlosserei, zusammen mit der Lichtgestalt, die die Bühne in Garten Eden ähnliche Farben tauchte, in eine Aurora Borealis im tiefsten Westen, wo nicht die Sonne verstaubte sondern sie, die Sonne in Sachen Psychedelic- und Spacerock aufging und hell erstrahlte. Die Jungs sind im April und Mai wieder unterwegs, schaut sie euch an und ihr werdet weggebeamt, garantiert…..(volker und mike)
Songs: The River, Harvest Angel, Once, The Radiant, Not The Skull
Dennis Duijnhouwer (Gesang, Bass)
Jevin de Groot (Gesang, Gitarre)
Ivy van der Veer (Gesang, Gitarre)
Daan Wopereis (Schlagzeug)
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