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Slaughterday – Dread Emperor

(tobi) Aus Ostfriesland, genauer gesagt aus der Stadt Leer, kommen Slaughterday, ein Duo, das seit 2010 intensiven und brachialen Old-School-Death-Metal liefert. Gegründet wurde Slaughterday von Jens Finger (Guitars, Bass) und Bernd Reiners (Vocals, Drums). Die beiden erfahrenen Mucker haben ihre Band zügig in der hiesigen Szene etabliert und sich mit ihrem erbarmungslosen, unverwechselbaren Sound und ihrer Live-Power einen Namen gemacht. Jens Finger, zuvor Gitarrist bei den Oldenburger Death-Metal-Legenden Obscenity, und Bernd Reiners, auch bekannt von Aurichs Death-Thrash-Band BK 49, verbinden technisches Können mit brachialer Härte und einem Gespür für Melodien, die den Songs Aggression und Atmosphäre verleihen.

Im Studio besteht das Line-up von Slaughterday aus den beiden Gründern, die gemeinsam sämtliche Aufnahmen machen. Live werden die beiden durch Tobias Koops (Guitar), Ulf Imwiehe (Bass) und Tom Hoffmann (Drums) supportet, sodass die Songs auch auf der Bühne in voller Besetzung und mit entsprechender Wucht umgesetzt werden können. Mit ihrem sechsten Studioalbum „Dread Emperor“ setzen Slaughterday dort an, wo sie mit den Vorgängern aufgehört haben. Von den mörderischen Riffs des Debüts „Nightmare Vortex“ (2013) über „Laws of the Occult“ (2016) und „Ancient Death Triumph“ (2020) bis zu „Tyrants of Doom“ (2022) hat sich die Band konstant weiterentwickelt und dennoch den rohen, morbiden Spirit des Old-School-Death-Metal bewahrt. Aufgenommen, gemixt und gemastert wurde das Album von Jörg Uken im Soundlodge Studio in Rhauderfehn. Für das eindrucksvolle Artwork zeichnete Pär Olofsson verantwortlich.

Mit dem 100-Sekunden-Intro ‚Enthroned‘ starten wir in die Scheibe noch recht „gemächlich“, erst der „richtige“ Opener ‚Obliteration Crusade‘ gibt in einigen Sequenzen Gas, in den etwas groovigeren Passagen haut Growl-Spezialist Reiners die fetten Lyrics ins Mikro. ‚Rapture of Rot‘ fackelt ebenfalls nicht lange und drückt euch neben fetten Gitarrenshreds auch deftiges Geballer vom Schlagzeug ins Gesicht – was sich anhört wie eine Speisekarte im Edelrestaurant, ist jedoch gekonnter Underground-Death nach Art des Hauses – und den nächsten Hauptgang in die Fresse gibt’s gleich danach mit ‚Astral Carnage‘. Nach ‚Subconscious Pandemonium‘ ist der Titeltrack ‚Dread Emperor‘ an der Reihe, der als Single mit Video vorab veröffentlicht wurde. In der düsteren Fantasy-/Horrornummer geht es um totale Herrschaft, kosmisches Grauen und absolute Unterdrückung – und das im Refrain langgezogene böse „Dreeeeeeaaaaaad Emperor“ sowie das Gitarrensolo klingen sehr geil, dreht eure Boxen laut. ‚The Forsaken Ones‘ und ‚Necrocide‘ schrubben die Ohren mit Stahlwolle, in ‚Dethroned‘ haben Slaughterday einen knallharten Protest-Song gegen politische, religiöse und gesellschaftliche Machtstrukturen aufs Album gepackt, und das Protector-Cover ‚Golem‘ schließt Album #6 nach fast 40 Minuten druckvollem Geballer ab.

Slaughterday liefern mit „Dread Emperor“ genau das ab, was man von ihnen erwartet: fette Growls der brutal grollende Voice von Bernd Reiners, die perfekt zu den harten Drumeinschlägen passen, dazu Gitarrensoli und fette Basslines von Jens Finger, die sich kompromisslos durch die Songs fräsen. Die bedrückende Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Album und sorgt gemeinsam mit dem typischen OSDM, den die Jungs hier rausfetzen, für eine ganze Reihe absoluter Nackenbrecher. Sonderliche Überraschungen gibt es zwar nicht – Slaughterday feuern ihre Mucke nach typischer Rezeptur raus –, dafür knallen sie ihren Fans ein gewaltiges Brett mit reichlich Stahlnägeln vor die Stirn.

Photocredit: Toni Gunner

Filed under: Album Reviews, Death Metal, Metal,

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