rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Wucan – Reap The Storm

(hjs) WUCAN ließ schon mit dem 2015 erschienenen Longplayer „Sow The Wind“ aufhorchen. Schon damals beeindruckten mich die Dresdener mit virtuosem, kurzweiligen und allzeit spannendem Spiel. Das sie noch einen draufsetzen konnten beweisen sie mit ihrem, am 29.09.2017 erscheinenden Longplayer „Reap The Storm“. Acht Stücke, verteilt auf 74 Minuten Spielzeit lassen die Zeit verfliegen, wird man doch in ein schwarzes Loch aus gemischt gemixten Genres gezogen das uns in eine Parallelwelt führt, die exakt in den 70ern stattfindet.

Nein, nicht falsch verstehen! Das hier ist kein Retroabklatsch oder ein Trittbrettfahren auf der, ach so gehypten, Retrowelle.

Nein, hier sind Songs entstanden die eigenständig sind, aber ihre musikalische Wiege nicht verleugnen können.

Treibend, mit viel Fuzz bringt uns das erste Stück in die Platte. „Wie die Welt sich dreht“ ist in deutscher Lyrik, die der muskalische Größe aber nicht konträr ist. Im Gegenteil: Gesang geht mit Gitarre einher, es gibt Funk Komponenten und auch Guru Guru schauen kurz vorbei. „Ebb And Flute/The Eternal Groove“ startet mit leicht angezerrtem Bass, die Flöte wird nach kurzer Zeit dominant, ersetzt gar die Leadgitarre. Klarer Gesang führt zum Hauptthema. Hier ist Kopfnicken und Fußwippen angesagt. Beim Flute-Solo trifft Jethro Tull auf Deep Purple. Nach 4:25 gönnt einem dass Stück eine Verschnaufpause bevor es alternierend ausklingt. Das nächste Stück „Out Of Sight, Out Of Mind“ stößt die Heavy Metal Tür ein Stückweit auf. Flageolett-Töne im Intro, die Gitarren machen Druck, rockiger Gesang rundet das Bild ab. Ein schöner Mittelpart mit spacig unterlegtem Soundteppich ist eine schöne Abwechslung bevor sich das Stück wieder an seiner ursprünglichen Linie orientiert. Soulig angehaucht beginnt „I’m Gonna Leave You“. In meiner Wahrnehmung eher ein nicht so einprägendes Stück bis die Instrumentalfraktion dominanter daherkommt. Dann geht es tief in die 70er zurück.

„The Rat Catcher“ beginnt lässig. Zurückgelehnt klopft man den Takt mit. Dann, ein offensichtlich Jethro Tull affine Flötendarbietung. Ja, dieses Instrument gibt die Richtung vor, die anderen Instrumente stellen sich hinten an. Allein Francis‘ dominante Stimme hält dagegen. Spannender Aufbau eines sehr ausdruckstarken Stückes. Das nächste deutschsprachig gesungene Stück beginnt akustisch. Klagende Gitarren begleiten den Gesang. Im ganzen geht es hier etwas ruhiger zu. Eine willkommene Abwechslung. „Aging Ten Years In Two Seconds“ knüft an den Vorgänger an, zumindest was das akustische Intro anbegeht. Danach geht es abwechlungsreich weiter. Hier werden viele Spielarten bedient, es driftet ab ins Experimentelle ohne dabei langweilig zu werden.

Gerade erst erholt, stellt das Intro von „Cosmic Guilt„  die Gehörgänge samt angehängtem Gehirn vor eine erneute Herausforderung. Ein bisschen Stoner zum Schluß, warum nicht. Noch eine Prise Psych? Ja, klar. Zurücklehnen und das Gehörte verarbeiten. Wenn man der Scheibe ein paar mehr Durchläufe gönnt, gibt es noch das eine oder andere zu erhören. Nein, hier wird es so schnell nicht langweilig! Ganz großes (Hör-)Kino!…(hans-jürgen)

Spielzeit: 73:47 min

Medium: MP3 Download

Label: MIG Music

VÖ: 29.09.2017

Stil: Heavy Flute Rock

Tracklist:

  1. Wie die Welt sich dreht

  2. Ebb And Flute/The Eternal Groove

  3. Out Of Sight, Out Of Mind

  4. I’m Gonna Leave You

  5. The Rat Catcher

  6. Falkenlied

  7. Aging Ten Years In Two Seconds

  8. Cosmic Guilt

Anspieltipps: „Ebb And Flute/The Eternal Groove“, „Out Of Sight, Out Of Mind“, „The Rat Catcher“

Band:

Francis Tobolsky (voc, flute, guitar, theremin, sitar, synths)
Tim George (guitars, keys)
Patrik Dröge (bass)
Philip Knöfel (drums, percussion)

Homepage

Einsortiert unter:70s, Album Reviews, Classic Rock, Folk, Hardrock, Heavy, Krautrock, Prog, Psychedelic, Rock, Stoner, ,

September 2017
M D M D F S S
« Aug   Okt »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

SOL präsentiert: The Atomic Bitchwax / Greenleaf / Steak Tour November/Dezember 2017

St.Hell Festival am 27.+28.12. 2017 im Gruenspan/Hamburg

Tonzonen Labelnight in der KuFa Krefeld am 13.04.18

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: