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Familiars – All In Good Time

(vo) Und zum wiederholten Mal passierte es das uns eine Band/ Bandmitglied (Jared) über den Facebook Messenger anschrieb, den ich jetzt mal an dieser Stelle ausdrücklich lobe: sehr gute Einrichtung, auch für die Bekanntmachung und Entdeckung uns unbekannter Bands. Beispiel „Familiars“: schwersten und auch mal düsteren Psychedelic Heavy Rock haut dieses Trio aus Canada in die Welt: gut abgehangen, fein geräuchert, sehr würzig und mit ganz eigenen Noten garniert walzt die Musik der drei durch die Lautsprecher. Harter Stoff für Liebhaber, die z.B. auch mit Pontiak und anderen (weiter unten im Text erwähnten) was anfangen können….aber zuerst noch die Mitteilung von Jared, dem Bassmann, über eine sehr dramatische Phase bei der Entstehung des Albums:
„Während der Aufnahme dieses Albums erlitt Frontmann Kevin Vansteenkiste einen Herzstillstand, als er mit seiner Frau und seinen Hunden am Lagerfeuer saß. Seine Frau führte eine lebensrettende Maßnahme durch und die schnelle Reaktion der örtlichen Sanitäter rettete ihm das Leben. Unnötig zu erwähnen, dass dies die Stimmung der Platte und ihr gesamtes Leben insgesamt verändert hat“.

Ihre Songs leben nicht nur eben von hartem Psychedelicstoff aus den Instrumenten, sie sind auch oft von einer gewissen melancholischen Düsternis geprägt: mit verhallter Stimme….und diese insgesamt geschaffene, besondere Atmosphäre hat für meinen Geschmack etliche Parallelen zu den Sisters Of Mercy oder aus der Neuzeit Sonic Jesus.

Aber: das mögen in meinen Ohren Inspirationen für die drei gewesen sein, nichtsdestotrotz leben die acht Songs von eigenen Ideen und Arrangements. Besonders beeindruckend war beim ersten Hören der Einstieg ins Album, „Homestead“, sechs Minuten und 43 Sekunden die trotz des etwas dunklen Tenors dieses Tracks großartige Bilder im Kopf, z.B. eines Schwebfluges über kanadische Landschaften entstehen lassen: Der Groove drückt wie Sau, die Gitarre jammert und kreischt und brät, und die Wurlitzer? tut ebenfalls ihr fettes Werk, ein Brett von einem Song!

„Rocky Roost“ trägt wie der Vorgänger eine gewisse Melancholie im Midtempogepäck, während „The Common Loon“ zu Anfang das volle Groovebrett ausbreitet, die Gitarre klingt hart und fröhlicher, der Stimmungswechselnde Gesang gibt Würze und zum Outro hin stampft es ordentlich.

„Barn Burning“: kommt etwas flotter als die bisherigen Stücke daher, würde zu einer Überlandfahrt passen….sehr präsenter Bass, „The Incident“ lädt den Nacken zum Mitwippen ein, geht gut ab, musikalisch sehr interessant gestrickt mit treibenden Tasteneinsätzen, verhalltem Gesang. Dieser Song hat Sisters Of Mercy Qualität, unbedingt!

Aber der hier auch: „The Dirty Dog Saloon“ ist für mich sogar noch ein kleines bißchen besser. „Avro Arrow“ ist die Ballade des Albums, wunderbare Tasten- und Saitensoli, perfekt von den vier Saiten und dem Schlagzeug getrieben, da wandert der Nacken in leichtem Wellengang mit. „Bonanza“: BANJO-intro, guter Einfall, und neben den harten Gitarrenklängen immer mal wieder eben das Banjo….und Tasten….und Gitarre…….und in diesem Fall: Heavy Folk Rock at it´s best!

Anton, Jared und Kevin (Simon nicht zu vergessen): macht weiter so, feiner Einstand…..(volker)

Release Date: April 10th 2020

Side A.
01 – Homestead 6:43
02 – Rocky Roost 5:29
03 – The Common Loon 4:38
04 – Barn Burning 6:53
Side B.
05 – The Incident 4:44
06 – The Dirty Dog Saloon 6:09
07 – Avro Arrow 5:30
08 – Bonanza 5:26

The Band:

Kevin Vansteenkiste: Electric & Acoustic Guitars, Banjo, Wurlitzer, & Vocals
Jared MacIntyre: Electric Bass Guitar, Wurlitzer & Vocals
Anton Babych: Drums, Percussion
Simon Larochette: Pedal Steel, Additional Percussion

Album Credits:
Produced by Familiars & Simon Larochette
Engineered & Mixed by Simon Larochette at The Sugar Shack
Mastered by Gavin Gardiner

https://familiarsmusic.bandcamp.com/

http://www.familiarsmusic.com/

https://www.instagram.com/familiarsmusic/

Filed under: Album Reviews, Heavy Rock, Psychedelic,

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