(vo) Wie ich nach Ankunft auf dem Kellberg erfuhr war die ab 13 Uhr stattfindende Bier Yoga Stunde ein Erfolg, und eine wunderbare Idee um den Festivaltag einzuläuten und der begann mit „Marek“: diese Band verabschiedete ein Bandmitglied aus dem Junggesellen Dasein, wobei vor der Bühne von zahlreichen Freunden noch mehr Party veranstaltet wurde, mit guter Choreographie und Sprechchören und Spruchbändern, herrlich! Und das Quartett aus Passau auf der Bühne gab uns und den Verabschiedern alles: harte Riffs, kernigen Gesang, das ging gut ab. Schaun mer mal wie sich das weiterentwickelt.
Heavy ging es weiter mit einem hart rockenden Volkswagen T 3 Pritsche und deren Besitzern: Stonetree aus Gmunden in Österreich zelebrierten ihren Sound aus Alternative-Grunge-Stoner vor dem Festeingang und spielten den vorhandenen, untergründigen Boden wuschelig. Übrigens war das Trio Christof, Christoph und Daniel auch schon in unserem Blog zu Gast (siehe hier). 45 Minuten Kurzweil mit federnder Pritsche, kernigem Gesang, kerniger Gitarre und wummerndem Bass erfreute uns, das Hörvolk, was für ein Schmankerl…..
Die mittlerweile für mich in Sachen instrumentaler Stoner in Europa immer höhere Gipfel erkletternden Minus Green aus Wien versohlten und malträtierten uns anschließend in sehr gutem Sinne dermaßen die Nackenmuskeln das es eine Art hatte. Fünf Bretter aus dem Fundus des Quartetts, zu Beginn eine neue Perle, erschütterten die Rasenfläche auf dem Berg: meine Fresse waren das Grooveorgien, da bebte das Gefieder eines jeden Stonerfans in schillerndsten Farben, das schlug dir Breschen in die Magengrube, das war eine brutalstmögliche Voll-Bedienung der Ohren, Halleluja! Und wenn du ihren Song „Primal“ um die Ohrwascheln geprügelt kriegst, der sich im Verlauf immer mehr steigert und zum Outro hin deinen ganzen Körper durchschüttelt……. 
Boah: nach dieser Orgie musste erst mal mein Mineralhaushalt unterstützt werden und wo ich schon dabei war: eine Portion Würstlgulasch dazu und dermaßen abgefüllt ging der Weg wieder vor die Bühne denn The Heavy Minds riefen zur Audienz. Die Linzer Jungs mit ihrem wohlschmeckenden Gebräu aus 60er/70er Musikzeug mit Garage-Psych werden demnächst ihr neues Werk liefern. Daraus und aus früherer Zeit rabaukten die Jungs und überzeugten nicht nur mich live und in Farbe. Und der erste Preis in der Kategorie „Das Outfit des Festivals“ geht für meinen Geschmack an den Kollegen neben Lukas an der Gitarre, siehe Photo!
Da es mir im Stadl etwas zu warm war machte ich eine große Pause und verpasste dadurch The Necromancers im Stadl…..ich merkte zu dieser Zeit doch auch wieder das ich nicht mehr der jüngste bin, und die Pause tat mir körperlich gut so daß ich den letzten beiden Bands meine Aufmerksamkeit schenken konnte.
„The Next Song Is A Good Song“ lautet zuweilen das Motto der israelischen Powerrocker The Great Machine, die ihrem Bandnamen alle Ehre machten und losfetzten wie eine gut geölte Maschine. Da es vor der Bühne dann auch entsprechend heiß herging machte ich aus Dokumentationsgründen zügig ein paar Photos direkt an der Bühne und verzog mich dann etwas nach hinten und schaute mir das Spektakel von dort aus an. Ihr Auftritt wurde abgefeiert, und die auch die in diesem Jahr obligatorische Instrumentenverlagerung mitten ins Publikum fand reißenden Absatz. Aviran (Bass+Gesang) und Omer (Gitarre) Haviv und Michael Izaky (Schlagzeug) spielten auf, natürlich auch aus ihrem vor kurzem erschienenen Album Funrider und wurden zwischendrin von ihrem stimmlich völlig zerkratzten Kumpel Dan Ezra unterstützt, der, mit Ausnahme von Michael, auch wie ein Derwisch über die Bühne tobte. Heavy-Psychedelic-Stoner am Anschlag….und das Volk tobte mit!
Die Umbaupause für das Berliner Quintett The Ocean Collective war reichlich bemessen, da musste programmiert und gestimmt werden und photographisch musste ich mir keinen Kopf machen: mit Bühnennebel kämpfe ich vorne nur ganz kurz und dann nicht mehr, also weiter nach hinten, Kamera für ein paar Schüsse in die Hand genommen und dann den Auftritt geniessen…..wie oben zum Titelbild schon formuliert: der krönende, ambientbombastische, apokalyptische, doomende, growlende, atmosphärischexstatische, Postmetallischbrachiale und Atemberaubende Abschluß des Festes, mit dramaturgischer Vollendung der gehörten Musik durch das neblige Ambiente, perfekt!
Lieber Felix und alle mitwirkenden Festivalmacher und -malocher: was habt ihr da für ein wunderbares Kleinod und eine Wohlfühloase in Sachen Festival auf die Beine gestellt, mit unendlich viel Liebe und Seele ausgestattet. Danke das ich euer Gast sein durfte, ich ziehe meine Kappe vor euch. Und ein wunderbar dazu passendes Publikum mit etlichen Bekannten, was mich besonders erfreute. Bis hoffentlich 2024, denn für euch nehme ich gerne mit meinem Twingo die 666 km lange Reise in Angriff!….(volker)
Filed under: Konzertphotos, Live Reviews, Blackdoor Heavy Music Fest - Kellberg/bei Passau vom 29.06. - 01.07.23, der Samstag




















