(Daniel Text, Mike Photos) Ursprünglich für den Club Volta vorgesehen, fand das Konzert aufgrund geringerer Ticketverkäufe im Limes statt, einer kleinen gemütlichen Punk-Kneipe. Das niedrige Bühnenpodest und die abgerockte Einrichtung vermittelten Proberaumcharme und luden Künstler:innen und Publikum dazu ein sich während des Gigs gegenseitig zuzuprosten und auf die Schulter zu klopfen.
El Perro (USA) ist das 2019 gegründete Projekt des ehemaligen Radio Moscow Frontmannes Parker Griggs (Guitar, Vocals). Auf der aktuellen Tour sind Dorian Sorriaux (Guitar), bis 2018 aktiv bei den Blues Pills, Daniel Filemon Velasco, genannt Mucho (Drums), Juaco Escudero (Bass) und Bap Gautier-Lorenzo (Percussion) mit dabei. Der Grundsound der Band bewegt sich irgendwo zwischen Heavy-Psych und Gitarrenrock, wird aber durch Einflüsse aus Funk und Latin ergänzt.

Wer Parker und Dorian bereits kannte, kam bei El Perro in gitarrentechnischer Hinsicht voll auf seine Kosten. Die beiden spielten sich gegenseitig gekonnt die Bälle zu und lieferten dabei derart fette Riffs mit Wiedererkennungswert, ornamentale Melodieläufe und spacerockige Soli ab, dass eigentlich nur von Virtuosität gesprochen werden kann. Auch Juaco ließ seine Finger über das Griffbrett fliegen, dass es eine Freude war. An den Drums tobte Mucho wie ein Berserker mit kraftvoller aber jederzeit präziser Technik, wobei ihm der Spielspaß ins Gesicht geschrieben stand und hier und da in einem freudvollen Urschrei gipfelte. 

Baps Percussion ergänzte die Drums sowohl durch einfache rhythmische Fills, als auch durch schnelle, vertrackte Bongo- und Conga-Wirbel.
Das über zwölf Minuten lang ausufernde Stück Black Days, bei dem alle Bandmitglieder Percussioninstrumente bedienten und den Zuhörer:innen beschwingende, lateinamerikanische Rhythmen um die Ohren hauten, brachte alle Anwesenden in minutenlange Tanzekstase. Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, wurde das Publikum mit drei weiteren Songs als Zugabe beglückt.Nach dem Auftritt trafen sich Musiker und Publikum auf Bier und Kippchen vor der Kneipe und ließen den Abend mit netten Gesprächen ausklingen.
Wer die Tour verpasst hat, die Jungs aber trotzdem in Aktion sehen und hören will, dem legen wir den Rockpalast-Mitschnitt vom Freak Valley 2023 an Herz.
Ein lieber Dank für die Akkreditierung geht an das Team vom Limes und Sound Of Liberation!
Fotos: Mike Vennen
Text: Daniel Flöper
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