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Krach am Bach – 31. Juli + 01. August 2026 in Beelen, Tag 1

Anreise und Tag 1

(mi) Das seit 1995 stattfindende Festival Krach am Bach lud auch dieses Jahr wieder ca. 2500 Freunde der Stromgitarre und psychedelischen Klanglandschaften nach Beelen ein, um sich dort zwei Tage lang dem Wahnsinn dieser Welt zu entziehen. Auf zwei Bühnen wurde der aus ganz Europa angereisten Fangemeinde eine gelungene Mischung aus Stoner, Psychedelic, Doom und Noise Rock präsentiert. Das Line-up, gespickt mit bekannten Bands und Newcomern, bot reichlich Abwechslung und Gelegenheit für mich, neues fernab der Hörgewohnheiten kennenzulernen.
Doch der Reihe nach.
Ich machte mich schon am Vortag meines „ersten“ Besuches dieses Festivals mit der Bahn auf den Weg, um eventuellen Störungen aus dem Weg zu gehen. Mit nur einer Stunde Verspätung erreichte ich am späten Nachmittag Beelen, wo ich am Bahnhof auf Alex aus der Nähe von Frankfurt traf. Sein Gepäck verriet mir, das auch er auf dem Weg zum Festival war. Von nun an waren wir Verbündete. Mit Alex ging es zu seinen Festivalfreunden auf den Campingplatz, mit denen er sich dort schon seit Jahren bei Krach am Bach trifft. Ich fühlte mich aufs herzlichste aufgenommen und verbrachte mit den Jungs einen meiner besten Abende.

Nach dieser gestrigen sanften Landung ging es gut gefrühstückt los in Richtung Festival. Da ich früh eingecheckt hatte, war ausreichend Zeit mich auf dem Gelände zu orientieren. Zwischen etlichen Hallos, Hände schütteln und herzlichen Umarmungen entdeckte ich ausreichend Food- und Getränkewagen. Hier war es wie mit der Musik; ein bunter Mix aus Thaifood, Burgern, frischen Pommes, Crepes und anderen Leckereien sorgte für das leibliche Wohl und zum runterspülen konnte man zwischen Bier, Wein und diversen Kaltgetränken wählen. Im kühlen Schatten einiger Bäume gab es genug Sitzgelegenheiten zum entspannen, Cocktails zu schlürfen oder sich mit diversen Kaffeespezialitäten wieder auf Vordermann zu bringen. Also beste Voraussetzungen sich für zwei entspannte Tage auszuklinken und in ein Universum sphärischer Klänge, harter Gitarren und tiefen Bässen einzutauchen.

Bei strahlendem Sonnenschein und entspannten Temperaturen unter dreißig Grad eröffneten pünktlich um 15:45 die Postrocker LAZAR aus Hamburg den musikalischen Reigen. Ich kannte die Band nicht und so war ich dementsprechend neugierig. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Mit ihrer gelungenen Mischung aus kraftvollen Riffs und melodischen Arrangements haben mich die vier Jungs sofort abgeholt. Musikalisch würde ich das Quartett unter Bands wie Russian Circle oder Long Distanz Calling einreihen.

Direkt danach übernahmen SCOTT HEPPLE AND THE SUN BAND aus GB die Bühne. Ihr 60’er Jahre Vintage angehauchter Psychedelic/Garage Sound traf bei der immer größer werdenden Zuhörerschaft auf offene Ohren. Mit viel Spielfreude vereinten die drei Musiker (komisch, im Programmheft waren vier abgebildet) wirbelnde Riffs mit fuzzigen Basslines, untermalt von einem treibendem Schlagzeug.

Weiter ging es auf der zweiten Bühne mit dem Highlight des Tages für mich: ICARUS BURNS aus Berlin. Auch hier hatte ich wieder keine Ahnung was mich erwartete. Die vier Musiker aus drei Ländern (DE/UK/Chile) boten kraftvollen Post-Metal. Eine dichte Wall of Sound durchdrang meinen Gehörschutz und bohrte sich durch mein Trommelfell bis hin zum primären auditorischen Cortex. Ab da übernahm mein Limbisches System wieder die Kontrolle und sorgte für reichlich Dopaminausschüttung. Schwere low- tuned Gitarrenriffs gepaart mit wuchtigen Drums vereinten sich mit tiefen, repetitiven Bassläufen und verwandelten das von Bäumen umringte Infield vor der kleinen Bühne in eine einzige kopfnickende Masse.

Beim Auftritt von KOMYNAT ROBOTRON aus Kiel steigerten sich nochmals die Temperaturen vor der Bühne. Jannes an der Klampfe und Claas am Bass heizten ihr Publikum mit fuzzgeschwängerten, schweißtreibenden Psych-Noiserock ordentlich ein. Ihre hypnotischen, sich stets steigernden und nie enden wollenden Soundkaskaden entluden sich zum Schluss wie ein reinigendes Sommergewitter bei dem man im Regen tanzt. Unterstützt wurden die beiden von Thomas am Schlagzeug, der wie eine Nähmaschine ratternd den stets treibenden Takt vorgab. Die ganze Session artete am Ende in ein Basssolo von Claas im Graben aus. Mehr Vollkontakt geht nicht.

Bevor es auf der kleinen Bühne mit WEDGE aus Berlin weiterging, sorgte ich für Kaloriennachschub und füllte meinen Flüssigkeitstank auf. Ausreichend gestärkt machte ich mich Backstage auf den Weg in den schmalen Fotograben vor der kleinen Bühne. Hier erwartete mich solider Psychedelic-Fuzz Rock. Groovige Rhythmen begleitet von einer sägenden Gitarre vereinten sich mit dem wabernden Sound eines Keyboards, das an eine Hammond Orgel erinnerte und luden zum Tanzen ein. Mal druckvoll nach vorne, dann wieder langsam und verspielt wirkte der Gig auf mich wie eine einzige Jam.

Langsam wurde es dunkel und 1000MODS aus Griechenland erklommen die Main Stage. Ihr rauher, kraftvoller Sound dröhnte wie ein Bulldozer über den Platz und war noch auf dem 200m weit entfernten Campingplatz klar und deutlich zu hören. Vom ersten bis zum letzten Akkord präsentierten Sänger und Bassist Dani, die beiden Gitarristen Giannis und George sowie Labros am Schlagzeug Psychodelic-Stoner vom Feinsten und verpassten nicht nur mir eine ordentliche Nackenmassage.

Aus dem fernen Tampere in Finnland haben sich SKYJOGGERS auf den weiten Weg gemacht, um hier bei Krach am Bach ihre Melange aus Space-Rock und experimentellen Klanglandschaften zu kredenzen. Mit Warpantrieb katapultierten Alexi an der Gitarre und Effekte, Juan am Bass, Synth und Gesang sowie Gabo am Schlagzeug und Gesang die Zuhörerschaft auf eine musikalische Reise durch Zeit und Raum. Ich hatte das Vergnügen das finnische Power Trio auf dem diesjährigen SOl Sonic Ride lll in Köln zum erstem Mal zu erleben und war auch heute wie damals wieder beeindruckt, mit welcher unbändigen Energie und Leidenschaft die Jungs ihr Set nicht nur abrockten, sondern sich auch Zeit für kleine Exkursionen in andere Klangwelten nahmen.

DEAD MEADOW aus den USA ließen es hingegen etwas ruhiger angehen und sorgten nach dem vorherigen Spacetrip wieder für eine sanfte Landung. Musikalisch zwischen 70er Hard Rock und 60er Psychedelic Rock zuhause beendeten sie den ersten Abend mit einem dichten psychedelischen Klangteppich über den sich der entspannte Stimme von Sänger und Gitarrist Jason Simons legte. Die Band spielte noch als ich mich auf den Weg zum Campingplatz machte. Dort angekommen vernahm ich auf weichen Kissen liegend die letzten Töne und ließ den heutigen Tag noch mal vor meinem geistigen Auge Revue passieren.

Eine geballte Ladung an Eindrücken musste erst mal verarbeitet werden….(mike)

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