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Saalepartie in Auerstedt – Weidenpalast am 04.09. + 05.09.2026

(vo) Nach einer stressfreien 404 km Anfahrt von Wuppertal-Vohwinkel Richtung Osten erreichten meine Mitfahrerin Antonia und ich unsere wunderbare Pension Paffrath in Großbrembach, in der ich schon 2024 zur Saalepartie weilte und wiederum war ich – sie auch – begeistert vom wunderbaren Ambiente der Pension, die sich in einem ehemaligen Bauernhof befindet. Herrlich und sehr liebevoll eingerichtet, sehr zu empfehlen. Als wir dann später am sehr idyllischen Festivalgelände ankamen, ging es erstmal ans Begrüßen zahlreicher Festivalfreunde – und bekannte: auch immer ein Highlight, diese Treffs und Wiedersehensfreuden, genauso wichtig wie die Musik finde ich.

Der Wetterbericht war für den Freitag nicht dolle: Regen und stürmischer Wind. So kam es dann später am Abend leider auch: Gelände, Bühne und die Leute hielten dem Naß und den Stürmen von oben und seitlich aber sehr gut stand!

Windy palace

Im Weidenpalast, heute unbenannt in windy palace, eröffneten pünktlich um 16 Uhr GO MAHHH, nur echt mit dreimal „h“, aus Berlin die Sause und präsentierten uns Werke aus ihrem Album „Doppelgänger“, das Ende Mai erschien und unsere Judith war ziemlich beeindruckt und wobbelig wie ihr hier nachlesen könnt! Da hat Arne von Noisolution Records mal wieder sein Trüffelnäschen bewiesen und hier und heute nachmittag trugen die vier Männer aus Chile, Irland und Deutschland ihr sehr eigenständiges Repertoire vor! Und das ist breit gefächert und kniet zumeist tief in der Psychedelic, im Kraut und in der Alternative Szene, und der Orient und das flötende Irland werden auch nicht links liegengelassen.

Rumänien, gespickt mit guten Bands der härteren Psychedelic-Stoner Szene, schickte METHADONE SKIES auf die Bretter und die vier Jungs aus Timisoara bretterten ihren schwer bratenden und brummenden und kochenden Sound in unsere weit aufgesperrten Ohren und was die hörten war schon fett, sehr fett. Der Brecher „Retrofuture Caveman“ vom gleichnamigen Album nahm fast ein Drittel der Sendezeit ein, gut so. Und da die Jungs in Timisoara beheimatet sind frug ich sie nachher, ob es The: Egocentrics noch gäbe, von denen es schon seit bestimmt acht Jahren kein Lebenszeichen mehr gab: Das wird leider so bleiben. Die Egos holte ich, zusammen mit unserem Freak Valley Booker Jens, 2013 zum Freak Valley und wir waren begeistert! Ich zahlte damals einiges der Gage aus eigener Tasche, weil ich die drei Jungs unbedingt bei uns erleben wollte….

Zwischendurch

Einer der großartigsten Menschen der Stoner-Szene, Sui, lauscht Methadone Skies, mit Bier und Spaß!

Die nächste Band haute mich ziemlich aus den Sneakern denn der Breisgau schickte uns mit BUNSENBURNER eine Band, die du nur schwerlich in irgendwelche Schubladen packen kannst, gut so! Sie experimentieren, improvisieren das es eine wahre Pracht ist, gut so! Mitunter sperriger Stoff, der, wenn er richtig verinnerlicht wird, viel Freude bereitet, gut so! Das ist, so wie die Jungs das machen, einzigartig in Deutschland, gut so! Danke für diesen einzigartigen Hörgenuss!

Wilder Chris, schüttel dein Haar für uns!

Die Mutter aller Maschinen, mit C, C und C: Chris, Christian und Cornelius, vogtländische Musik-Qualität der Oberklasse seit vielen Jahren, macht sich auf den Bühnen sehr rar, dass den Vorteil bringt – nicht nur mir, dass du dich auf diese geballten Instrumental-Massaker so was von freust…..MOTHER ENGINE fegten uns einzwei Evergreens vor die Lätze, aber auch neuen Stoff, noch unbetitelt. Durch den Palast der Winde, in dem wir uns immer noch befanden, noch ohne Regen, fetzten sie ein Feuerwerk ab das die Nacken der Anwesenden aufs äußerste malträtierte: was für Walzen! Die neue Platte kommt Mitte 2027, da gibt es keine Ausreden, woll ihr Drei! Release Party Termin bei einem sehr bekannten Szenefestival ist eingeloggt!

Gespannt wie ein Flitzebogen warteten wir nach der Muttermaschine auf den Auftritt der drei wackeren Stonerjünger aus Frankreich, GLOWSUN, die nach fünfjähriger Pause und mit zwei neuen Gesichtern die Saalepartie in einen Dschungel aus harter Psychedelic verwandelten: von der 1997 gegründeten Band ist nur noch Bandurgestein, Gitarrist, Sänger und Illustrator Johan Jaccob dabei. Leider begann es zu Beginn ihres großartigen Auftritts mit dem angekündigten Regen, erst leicht, aber dann schüttete es und in Verbindung mit den Sturmböen war die Zuhörertruppe vor der Bühne ziemlich gebeutelt, aber egal: ausharren, Photos machen, tanzen, Nackenmassage, Bier trinken und sich der guten Musik widmen. Sie stellten ihre neue Scheibe „NOVÆ“ vor und die hab ich vor einiger Zeit als Vinyl mitfinanziert, kommt im Oktober, CD gibt es schon!

Der Schlußgong des ersten Tages

Der oblag den österreichischen Alleskönnern MOTHER`S CAKE, die mal wieder, ich sah sie in 2026 nun zum fünften Mal, ihr ganzes Repertoire, und das ist gewiss nicht kleinlich, in den Sturmerprobten Weidenpalast fegten: U.a. den Grauzone Klassiker „Eisbär“. Sänger und Gitarrist Yves trug sein im Februar in Köln in einem Karnevalskostümladen erworbenes Ganzkörperkleid und machte neben seinen Gitarren- und Gesangskünsten auch vorzügliches Entertainment. Das ist so eine Truppe die sich nicht kategorisieren lässt: Sie können alles außer vielleicht Schlager! Und sie hatten, genau wie wir, großen Spaß. Der erste Tag war Geschichte, die Klamotten naß und geprenkelt mit Mutterboden, das Bett in der Pension Paffrath rief zum Schlaftanz, Prost!

Prost

Der zufriedene Mitveranstalter Christian – Mother Engine

Tag 2, der Samstag 

Nach dem Motto dem guten Nachwuchs eine Chance gaben UFO KRAUSE ihr noch übersichtliches Repertoire zum Besten und das war doch sehr anhörbar: die Stimme von Efthimia und dazu ihre Jungs Daniel, Dirk und Markus aus Plauen im Vogtland, auch die Heimat von Mother Engine! Heavy Rock würde ich als Markenzeichen bei ihnen eintragen. Jedenfalls war das Festival ab 15 Uhr mit ihnen schon mal gut angewärmt.

SPACE RAPTOR, nur echt mit dem Verstärker-Fuchs! vertraten wie ihre Vorgänger den Freistaat Sachsen in Thüringen und was macht das Trio? Stoner: heftig, deftig, bratend, bretternd. Ihr letztes Album passte mit seinem Titel „Sol“ bestens zum Wetter und zur Stimmung vor der Bühne und ich für mich lernte nun schon die dritte Band der Partie kennen, die mir bisher ein Rätsel war. Das wurde nun mit diesem 40-Minütigen Stoner-Fest aufgelöst und die Lösung gefiel mir; danke für die Aufklärung!

Sind das Slift oder King Gizzard? Wenn du die Augen schließt und nur die wunderbare Musik hörst? Das dachte ich mir als der Sound des belgischen Quartetts GROS COEUR für die anschließenden 45 Minuten den Weidenpalast in eine Tanzbude verwandelte: sehr tanzbar, wandelbar, vielseitige Instrumentierung, großartige Stimmen und wegen ihrer Stilmittel ein sehr eigenständiger Sound, was für eine wunderbare Überraschung am frühen Abend bei herrlichstem Wetter! Großer Dank an Booker Christian für dieses Schmankerl.

Essen und Trinken und Infrastruktur und Licht und Sound und sowieso 

Antonia, Volker, Steffen (Banane)

Das Angebot ließ keine Wünsche übrig, alles was das Herz begehrte: von Brätel über Linsensuppe (ein Gedicht) und Steinofen Pizza! bis Pommes, von superleckerem Kaffee bis zu diversen, buntschimmernden Getränken, perfekt! Das Essen und die Getränke konnten in immer sauberer Keramik abgelassen werden, Wasser für lau gab´s auch.

Von links: der Schreiber, Cornelius-Schlagzeug Mother Engine und Bühnenmalocher und Benni – Licht und Bühne

Heiko und Kanne

Linsen orientalisch

Weiter geht´s musikalisch

Die Schweiz schickte eine ihrer großartigsten Rock Bands vorbei und das sind sie: ANNIE TAYLOR, die ganz schön Staub aufwirbelten hier in Thüringen und mit ihrer Mischung aus Garage-Rock (meine ganz persönliche Meinung) Grunge, Surf and Volley, Alternative und Punk schickten sie uns einige Male mit ihrer Spielfreude und Energie auf die Bretter. Demnächst sind sie auch zu Gast in unserem Rock Freaks Vereinslokal Vortex, das wird ein Spaß!

TSCHAIKA 21/16 magst du oder magst du nicht, da gibt es kein dazwischen. Onkel, Sören und Tim sind sehr versierte Musiker und sie zelebrieren Musik wie eine Achterbahnfahrt ohne Bremse: Das ist mitunter schräg, schräger, am schrägsten, aber sie, die Musik, fällt nicht um. Das ist großes, musikalisch bestes Entertainment. Onkel ist ein Schlagzeuger der Extraklasse, erzählt Dönekes wie es auch hier in Wuppertal heißt und groovt wie die Hölle. Sören trompetet nach Noten? und Tim haut ein Mörder Riff nach dem Nächsten raus und grinst sich eins. Nur ihr Bandmaskottchen Prinzessin Teddymett ist leider müde von der langen Anfahrt und brummt nur leise vor sich hin.

THE MACHINE hatte ich jahrelang, nach dem Album „Offblast“, völlig aus den Augen und aus dem Sinn verloren, warum kann ich gar nicht mehr eruieren und in 2025 sah ich sie bei der 20 Jahre SOL Party in Wiesbaden und fand das meiste gut was sie da spielten. Aus der alten Zeit ist ja nur noch Gitarrist und Sänger David dabei, Claas am Schlagzeug und Chris – Bass sind nicht neu aber für mich neu dabei. Ihr neuerer Sound musste mich nach ihrem früheren Stoner-Psychedelic Stoff erstmal erobern da es doch mehr in Richtung Grunge ging. Mittlerweile klingt es für mich sehr hörbar zumal sie neue Songs aus ihrem im Oktober erscheinenden Album „Another Sun“ vorstellten, und der Palast wackelte ordentlich….

Zum Abschluß gab es dann noch jede Menge gutes Karma von der Bühne: meine musikalischen Herz- und Seelenverwandten MY SLEEPING KARMA, die gute Stimmung in sehr gute verwandeln, die auf Händen getragen werden, die dich für eine Zeit die ganze Scheiße der Welt vergessen lassen, die Alleinstellungsmerkmalige Musik spielen und leben und die mich seit fast 16 Jahren begeistern: als ich sie das erste Mal im Oktober 2010 im Vortex erlebte war ich verloren. Ich verliebte mich in diesen einzigartigen Sound und bin nach bestimmt 50 Konzerten in der Zeit immer beinharterer Fan geworden. Danke Andre, Matte Norman und Seppi und natürlich immer dabei Steffen (R.I.P.)

Encore

Ich bedanke mich bei allen die dabei waren: die fleißigen Hände an den verschiedenen Ständen, Bands, Licht, Sound, Veranstalter, Booking und bei meinen Freunden und Bekannten und besonders bei Antonia und der Pension Paffrath, unsere wohlige Unterkunft, danke!

Mit einem geklauten Photo von der Festivaltruppe schreibe ich: bis hoffentlich 2027, in alter Frische!

Saalepartie

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