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Lowbau – A Darker Side Of Blues

Cover(co) Was es hier nun zu lesen gibt, ist ein typisches Beispiel, wie eine Stichprobe daneben gehen kann: Die Band hat persönlich angefragt, ob wir sie rezensieren würden. Ich habe mir als zufälligen Song „A Million Years Of Rain“ angehört und war begeistert!
Der rasselnde Sound der Resonator-Klampfe, die knurrige Stimme und ein Mundharmonika-Solo – alles in einem sehr modernen, aber bluesigen Gesamtbild. Im Refrain würzen Lowbau ihr Süppchen dann mit kräftig Chili nach und der Song macht einen kräftigen Sprung in Richtung Metal. Nur um nach dem Refrain wieder zurückzugehen. „Yeah, sehr fett!“, dachte ich mir da. „Die Platte musst du machen!“
Und noch eins vorweg: Ich stehe echt auf diese Band. Geiler Sound, einfallsreiches Songwriting. Kurzum gesagt, ist „A Darker Side Of Blues“ ein außerordentlich gutes Album.
Was mich dann arg erwischt hat, war die Härte der Platte als Ganzes. Während „A Million Years Of Rain“ immer wieder schubweise Metal einmischte, weist sich das Album eher durch Blues-Einlagen aus als andersherum.
Was hier aber kein gutturales Geschrei oder Gegrunze bedeutet. Auch keine stupiden Knüppeleinlagen. Viel maßgeblicher sind das Tempo, die schweren, stark verzerrten Riffings und das dominante Schlagzeug mit mächtiger Basedrum.
Blues kommt dann mehr in Form von Mundharmonika- oder Akusitkgitarreneinlagen (nicht zu vergessen die Resonatorgitarre). Wirklich spannend, wie sehr Lowbau die beide Musikrichtungen in Harmonie bringen.

Mit ihrem Intro „13“ starten sie ganz gelassen. Akustikgitarre hinterlegt mit wummerndem Bass. Mit der Melodiegitarre wird daraus die perfekte Hintergrundmusik für einen Western. Aber mit „The Prosecution Rests…“ holen die Österreicher dann mächtig aus und ihre Musik hat nicht mehr viel mit Blues zu tun. „Order Of The Bull“ steigert den Härtegrad dann noch einmal, stellt aber auch an Schärfe die Spitze des Albums dar. Lowbau verfallen aber in ihren härtesten Parts nie in Instrumentengeprügel und verhalten sich auch in ihren sehr metallastigen Songs immer sehr beherrscht. „Order Of The Bull“ trumpft dabei besonders durch den erhabenen Refrain – wobei die erste gebrüllte Textzeile („We are a bunch of misfits!“) auch ihren ganz eignen Charme enthält und gut für die Band herhält.
lowbau3Dass sie aber auch ein Händchen für softeres haben, zeigt sich dann in den späteren Songs der Platte. „A Million Years Of Rain“ wurde ja schon erwähnt. Aber auch „Theft Of Time“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Band gekonnt die Kontraste zweier Musikrichtungen zusammenführt.
Insgesamt wandeln sich die Songs auf „A Darker Side Of Blues“. Der Harte Einstieg geht immer weiter in bluesigeren Spielweisen auf. Wummernde Parts kommen zwar immer wieder vor, aber nicht mehr so konzentriert.
Mit „Alcoholic“ und „Coming Down On Wisdom“ legen Lowbau zwei Paradesongs hin. Absolute Synthese zweier Musikrichtungen und mächtige Harmonie – schwer trampelnd, mitreißend und natürlich mit gegebener Härte. Aber auch stets gut aufgelöst und mit erhabenen Melodien, die sich fein durch die verzerrten Klampfen durchsetzen. Ebenso der Titeltrack, der mit seinen mehr als 9 Minuten Spielzeit die ganze Bandbreite der Band aufzeigt.

Lowbau haben mit „A Darker Side Of Blues“ etwas hingelegt, wovon viele Bands nur träumen. Kein Abklatsch, pure Kreativität – die Zeichen der Zeit (viel „Roll“ im Metal) helfen ihnen sicherlich, aber sie haben jedes Lob verdient.
Wenn man auf Blues steht und sich für gutes, hartes Riffing begeistern kann: Hier ist die mächtige Kombination!….(Colin)

Lowbau

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