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Switchblade Jesus – Switchblade Jesus

Switchblade Jesus - Switchblade Jesus - cover KopieDie Historie der Bands, mit denen Switchblade Jesus bereits die Bühne geteilt haben, liest sich beinahe wie ein Best-Of der Szene: Kylesa, Wo-Fat, Baroness, The Sword… und einige mehr. Das kommt beeindruckend daher und lässt Großes erwarten – oder schürt zumindest Hoffnungen.
Mit ihrer ersten LP (benannt nach der eigenen Band) nimmt die Band aus Texas Fahrt auf, um auch ab von der Bühne würdige Beschallung für Stoner-Fans zu liefern. Die Waffen der Wahl sind traditionell fest verankert. Muffige, an der Grenze zum Matschigen angelegte Gitarren und Bass untermalt vom rumpelnden Schlagzeug. Aber über das ganze Album hinweg zeigen sie sich erfrischend Solo-freudig, was in den meist betont einfach gehaltenen Songs für die nötige Abwechslung sorgt.
Aber es ist nicht reiner Stoner, der da wummert: Einflüsse aus dem Hard Rock spürt man bei Switchblade Jesus auch, sind aber konzentriert auf Seite A zu finden. Nach dem feinen, theatralischen Intro „Into Nothing“ setzt die Band nur noch mit „Bastard Son“ eine eher Southern-lastige Nummer an; „The Wolves“ und „Sick Mouth“ sind unverkennbar Hard Rock geprägt; wenn auch sehr wuchtig und trampelnd – insbesondere „Sick Mouth“ mit dem erhöhten Tempo.
Sänger Peter Quarnstrom setzt sich nie zu weit von der Band ab. Die Reibeisen-Stimme drängelt sich meist nicht durch das dicke Gefüge aus Saiteninstrumenten und Drums durch; es sei denn Peter gibt ordentlich Druck und lässt einen Ton sauber stehen, was gerade den Reiz an Songs wie „Equinox“ oder „Copperhead“ bringt (dazu später mehr). In lockerer geschichteten Songs („Bastard Son“) dagegen geht es stimmlich kräftig in Richtung Monster Magnet.
Switchblade Bandpic.jpegSeite B begrüßt den Hörer wieder langsamer, aber auch druckvoller. Ab hier wird deutlich, warum Switchblade Jesus auch bei Bands wie Orange Goblin mitreisen durften. Die Songs werden schmatziger und räudiger, bleiben aber immer kontrolliert. Die Spitze dieser Entwicklung bildet „Copperhead“. Der durch angezogenes Tempo und den leichten Ohrwurm-Charme trumpfende Song setzt sich gegen Ende der Platte richtig durch. Spätestens, wenn in der zweiten Songhälfte Sänger und Solo-Einlagen zusammen wüten, spannt es sich ohne Ende im Nacken.
Mit „Oblivion“ liefern Switchblade Jesus dann noch ein herrliches Finale. Am Anfang schließen sie den Kreis zum Intro der LP, dann aber drehen sie noch einmal richtig auf. Das Riffing legt eine Schüppe trampelnde Rhythmik nach, das Tempo bleibt im unteren Bereich, was die Band ja allgemein bevorzugt. Erst gegen Ende öffnet sich der Song und eine wirklich schöne Kaskade von Soli und frischen Einlagen ergießt sich über den Hörer und spült einen hinfort.

Das Intro mal außen vor startet das Album fast verhalten und trotz der Zerre harmlos, nimmt dann aber zusehends Fahrt auf und schmeichelt sich auf seine raubeinige Art ein. Beim zweiten Hören verschwinden dann alle schleppenden Effekte und Zweifel und als Freund von gewürztem Stoner Rock genießt man Switchblade Jesus mehr und mehr. Mit Geradlinigkeit und unterschwelliger Finesse überzeugen zu können, ist schwierig, aber wie – wie die Band hier zeigt – absolut möglich. Und wenn es so gut klappt wie auf dieser nach der Combo selbst betitelten LP, stehen die Pforten in die astraleren Ebenen der heimischen Plattensammlung weit offen…..(Colin)

Switchblade Jesus

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Mai 2014
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