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Sativa Root – EP

Sativa coverUm es kurz zu sagen: Sativa Root spielen instrumentalen Stoner Rock.

Aber halt! Bei wem jetzt alle Glocken im Gedanken an Karma To Burn schrill los bimmeln, der könnte leer ausgehen oder sich beruhigt zurücklehnen… Die Österreicher, die sich selbst wohlklingende Namen wie Stonerhead oder Fant gegeben haben, bedienen sich sehr viel weiter aus Schubladen des Dooms und des Psychs. Den Doom spürt man auf der Platte sehr schnell: Tiefe, dröhnlastigen Riffings, denen der typisch leichte Stoner-Groove fehlt und sich schwermütig dahin wälzen. Schon die ersten Akkorde von „El Topo“ direkt zu Anfang lassen da gar nicht erst Zweifel aufkeimen. Trotzdem kommt die EP nicht trist, tragisch oder einfach nur traurig daher. Die spielerischen Einschläge schaffen nicht direkt das, was man fix als Leichtigkeit bezeichnen könnte, aber Zugänglichkeit. Als Parade zeigt sich da „Black Mass Mountain“. Erst erscheint der Song sehr geradlinig mit dem minimalistisch doomigen Intro, wobei das Wah-Pedal schon einen Hinweis gibt, wie sich der Song entfalten wird. Der Song gibt sich danach immer mehr Melodien und Soli hin und zieht einen im Mittelteil – Tempo sei dank – einmal richtig schön mit, nur um einen wieder vor Abgründen zu platzieren. Schön. Oder um noch mal auf der ersten Song der Platte, „El Topo“ zurückzukommen: Nach dem ersten Dröhnen entwickelt sich eine schöne (fast zarte, aber wah-lastige) Melodie oberhalb des schweren Riffings. Danach wandelt sich der Song. Bekommt mehr vom Groove; wird harmonischer und agiler, aber eben nicht unbedingt leichter.
Dabei schaffen die vier Jungs eine unwahrscheinlich homogene und satte Mischung!
Auch der Aufbau der Platte überzeugt. „World Lament“ kommt ruhiger und noch melodiöser daher. Nimmt sich aber auch sehr viel Zeit für die hier noch verspielteren Gitarrenmomente (knapp weniger als „Black Mass Mountain“) und das zurecht. Im Verlauf schwillt der Härtegrat immer mal wieder an, kehrt aber auch immer wieder zurück, was neben dem Song auch der Gesamtheit der Platte sehr zu Gute kommt.
Die beiden letzten Songs fallen kürzer aus und geben sich insgesamt wieder Härter, wobei die B-Parts dafür entsprechend ruhiger ausfallen und beide dadurch sehr erdnah bleiben. Dabei ist „I’m The Sun“ etwas rumpelnder und „Red Desert“ klassischer in Sachen Stoner Rock mit etwas mehr Groove und den Wechseln in treibende und verlangsamende Parts. Stoner plus Doom plus Psyche? Gelungen.

Stonerhead, Bam Bam und Fant haben mit „EP“ wirklich was sehr cooles abgeliefert. Heiße Sounds, nicht das Gefühl von abgegriffenen, halbherzigen Parts, aber trotzdem immer differenzierbar in den Einflüssen und dankenswert ehrlich. Dabei nie flach oder dominant düster, sondern eher konstruktiv und offen……(Colin)

Sativa Root Bandcamp

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Juni 2014
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