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Friendship – Friendship

Friendship(hwa) Wir von RB.BS bekamen Post aus Norwegen.
FRIENDSHIP schickte uns koloriertes Vinyl mit Retrosounds der 60er bis 80er Jahre.
„Friendship“, sagte Volker, „hatte einen tollen Vorgänger.“ Nämlich die „Exploding Rubber Band“ von Magnus Kultorp.
Gute Voraussetzungen.
Und in der Tat: Friendship enttäuschen keinesfalls – im Gegenteil! Ich durfte reinhören …

Es beginnt bei „Burn Down The Dance Floor“ mit Rückwärts-Loops, wie sie seinerzeit Beatles-Produzent George Martin in den 60ern für seine Sprößlinge erfand.

Der Übergang kommt abrupt, aber elegant: Ekstatische Bläser blasen sich die Backen wund – ein überraschend dynamischer Einstieg in bester Earth, Wind & Fire-Manier. Der Titel entfaltet sofort wohliges Retrorock-Feeling.

Track zwei: „Shake It Off“ erweist Mountain die gebührende Referenz – sehr gut!

Track drei: „Witch Mountain“ lässt Lenny Kravitz durchschimmern – auch ein wenig The Who.

„On Your Mind“ ist funkdominiert und bringt dir Kopf, Hals und Beine wieder schnell in Bewegung. Der Gitarrenpart in der Mitte verneigt sich vor Jimi Hendrix. Er (Hendrix) hätte den Break auch nicht besser hingekriegt.
Ratlosigkeit hingegen im letzten Drittel des Songs beim aufgesetzt wirkenden Huh-Huh-Huh-Hupfdohlengesang – zumal von Männern…

„Down, Down, Down“ könnte musikhistorisch sowohl von The Association als auch von den Beach Boys beeinflusst
sein. Harmonies vom Feinsten!

Der Track geht nahtlos in „… at the Creek“ über. Der reminisziert Quicksilver Messenger Service mit Bravour. Es folgen Geigenklänge, die kurz danach in Bachrauschen münden – so ähnlich, wie es seinerzeit Steamhammer im Opener „Water, Part 1“ ihres ersten Albums präsentierten.

Seite zwei der LP beginnt mit „The Seed“, einem erneuten Parforceritt durch scheinbar unvereinbare Musikrichtungen:
Nu Metal trifft auf dynamische Bläser und psychedelische Wah-Wah-Gitarren. Der Überraschungseffekt ist nicht von schlechten Eltern: Bei Friendship funktioniert’s!

„Sex Wizard“ wartet mit knackigem Funk und dem Geschrei von – sagen wir: Uriah Heep auf. Geschmackssache …

„Stand And Deliver“ sorgt erneut für Schnappatmung.
Die Bläserfraktion sorgt im Verbund mit Gitarre, Bass und Schlagzeug für pure nach vorn treibende Energie!

„Old Street“ wartet mit einigen Harmonika-Sprengseln auf und zündet danach den Turbo.

In „Preacher Man“ geht die Band nochmals in die Vollen: Seien es Referenzen an die Organs von Jon Lord oder an die Saxes von Bobby Keys (Rest in Peace, Bobby!): Friendship halten das Erbe der Vorfahren in Ehren hoch.

Sie demonstrieren, dass sie so gut wie alles im Rock- und Popsegment der 1960er bis 80er Jahre draufhaben.

Das macht richtig Laune!

Dennoch: Im Hinblick auf rentable Abverkäufe werden mit diesem Album vermutlich zu viele Zitate verquickt.

Das adelt die Band – ist aber mit den heutigen, HipHop geimpften Kids (ab Web 2.0 aufwärts), eher nicht kompatibel.

Aber da gibt es ja auch noch die Älteren wie mich, die sich beim Hören solch grandioser Retrosounds gleich um mehrere Jahrzehnte jünger fühlen.

Ich wünsche Friendship aus Norwegen viel Erfolg. Eine bemerkenswerte Band, die gegen den Strom schwimmt und sich was traut.

Respekt!

Members:
Fredrik Skalstad: Drums, Percussion & Lead Vocals
Magnus Kultorp: Guitar & Backing Vocals
Njål Uhre Kiese: Bass, Backing Vocals & Fender Rhodes

Additional Musicians:
Harald Fagerheim Bugge: Saxophone
Are Reichelt Føreland: Trumpet
Håkon Aase: Violin
Haakon-Marius Pettersen: Organ
Øyving Røsrud Gundersen: Backing Vocals on „Witch Mountain”

(Heinz W. Arndt)

Friendship “Friendship”
DIGER Records, 2014

Friendship

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