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Toundra – IV

cover(to + ch) In den letzten Monaten sind immer wieder Instrumentalalben erschienen, die uns einen ziemlich angenehmen und filigranen Hörgenuss beschert haben. Nun schickt sich eine der strahlenden ‚Perlen‘ dieser instrumentalen Zunft an, ein höchst prachtvolles Klangerlebnis in unsere Gehörgänge zu zaubern. Sämtliche Alben dieser spanischen Perle Namens Toundra tragen schlicht und ergreifend die Zahl ihrer chronologischen Veröffentlichungen. So auch das neueste und vierte Werk. Welches nahtlos an die emotionale Spitzenqualität Ihrer Vorgänger anknüpft. Es ist für unseren Geschmack höchst spannend, energetisch, eindringlich und äußerst stimmungsvoll arrangiert. Wer dazu die drei vorherigen Alben jeweils in weißem, orangenem oder koloriertem Vinyl sein Eigen nennen kann, sollte sich diesmal die schwarze 180g Doppel-LP Erstauflage im Gatefold-Cover einverleiben. Als Bonus ist dieser LP Auflage noch eine CD mit allen Albumtracks in transparenter Stecktasche beigelegt. Ihr Konzeptalbum »IV« erscheint am 23. Januar 2015 über Superball Music.

ToundravinylBereits das famose Debüt im Jahre 2008 ließ die Herzen der instrumentalbegeisterten Hörerschaft höher schlagen. Die Band konnte sich mit jeder weiteren Veröffentlichung kontinuierlich steigern und begeistert mit unverwechselbaren Soundwelten, besonders in Ihrem spanischen Heimatland, eine stetig wachsende Fangemeinde. Nun greift die Band aus Madrid erneut ins musikalisch bereichernde Geschehen ein und beschert uns acht neue klangberauschende Gehörmonumente. Jeder einzelne Song birgt dabei diese authentische und kompositorische Vielfalt, die sich in unwiderstehlicher Weise dem geneigten Hörer offenbart. Der akustische Ideenreichtum, der wie selbstverständlich hingezaubert erscheint, basiert auf einer umfangreichen und einjährigen Arbeit an diesem Werk.
Das Album beginnt sanft und lieblich mit „Strelka“. Die erwachende Stimmung des Openers, mit Vogelgezwitscher und hintergründigen Hundegebell, symbolisiert den Einklang mit der Natur und seinen Lebewesen. Mit fortschreitender Dauer tritt allerdings eine immer intensiver werdende Spannung und Dramaturgie zu Tage. Es fühlt sich an, wie die besagte Ruhe vor dem Sturm. Dieser Spannungsbogen entlädt sich dann in der zweiten Hälfte des Stückes in feinen unwiderstehlichen Gitarrenparts und gefühlvoll darüber hinweg gleitenden Melodiepassagen. Was für ein grandioser seelenvoller Einstand in diese Scheibe! Zudem erinnert mich der Name des ersten Songs an zwei Hunde (Strelka & Belka), die in einem russischen Sputnik, Anfang der sechziger Jahre, den Raumflug um die Erde, als erste Lebewesen unbeschadet überstanden haben.
Das darauf folgende und progressiv anmutende sowie intensiv stimmungsbetörende „Qarqom“, ist in unseren beseelten Ohren, eines der berauschenden und kraftvollen Glanzstücke des Albums. Genau solche betörenden und emotionalen Glanzstückqualitäten kann „Belenos“ für sich verbuchen. Gleichermaßen tun sich vor dem eigenen geistigen Zuhörerauge wahre verzaubernde und hypnotisierende Klangweiten auf. Man wird regelrecht in einen akustischen Bann hineingezogen. Diese beiden Highlights sind mit dem großartigen Opener ‚Strelka‘ schon allein das komplette akustische Eintrittsgeld in dieses Album wert!
Weitere unterschwellige Stimmungslagen vermitteln dann Songs, wie das düster geheimnisvolle in sich ruhende „Lluvia“ und das im mexikanischen Mariachi-Style angehauchte, teils mit Geigen und Trompeten intonierte „Viesca“.
Das vierte fantastische Glanzstück des Albums ist „Kitsune“. Dieser Song kristallisiert sich als alles umfassender spiritueller Albumtiteltrack heraus. Bewegt sich dieses Stück doch in den japanischen Mythen, die sich um den Fuchs gleichen Namens ranken. Dieses Thema findet zudem im tollen Cover-Artwork seine augenscheinliche und anschauliche Umsetzung. Kitsune sind machtvolle Wesen in Fuchsgestalt, die über magische und schützende Zauberkräfte verfügen. Sie können dazu ihre Gestalt verändern und bevorzugen dabei häufig die Gestalt schöner Frauen. Diese Wesen sind auch dazu fähig, mit ihrem Körper helles Licht zu erzeugen oder aus der Schnauze und ihren Schwänzen Feuer zu entfachen. Sie sind meistens gutartig, können jedoch bei Unrecht auch gnadenlos Rache nehmen.
In besagtem Stück werden diese unglaublichen Erlebniswelten mit höchster Intensität projiziert. Man spürt fast mit jeder zelebrierten Note, die Kraft und Magie, die dem Wesen in Fuchsgestalt anhaftet.
Mit dem kurzen und kraftvoll dahinfliegenden „Mrwing“ stimmt sich diese Scheibe auf das abschließend glanzvolle „Oro Rojo“ in ein beängstigend aufloderndes Finale ein. Die Füchse fliehen äußerst zielstrebig vor einem alles verzehrenden Feuer aus dem Wald. Es scheint fast alles verloren. Nur der sehr alte, weise und silbrig glänzende neunschwänzige Kitsune kann diese teuflische Feuersbrunst mit seinen großen magischen Kräften bändigen. Toundra sehen das selbst als eine Metapher für die Zerstörung von Umwelt und Natur aber auch im Umkehrschluss mit der tiefen Hoffnung, diese Umwelt und Natur zu bewahren. Sie verpassen in ‚Oro Rojo‘ dieser Metapher eine fast symphonische und bildhaft symbolträchtige Note, ohne dabei in zu konstruierte sowie künstlich aufgesetzt klingende Welten abzudriften.
Die Band besticht darum ausnahmslos durch Ihr kreatives Potential und kompositorisches Feingefühl. Mit diesem Gespür setzen Sie erneut großartige musikalische Glanzpunkte. Zudem muss hier das ziemlich abwechslungsreiche und taktbereichernde Drumming erwähnt werden, das dem dramaturgischen Inhalt einen noch intensiveren Ausdruck verleiht.
Letztlich müssen die Spanier, die sich authentisch kraftvoll sowie melancholisch filigran durch Ihre abwechslungsreichen Songs bewegen, mindestens in einem Atemzug mit Bands wie LONG DISTANCE CALLING, GOD IS AN ASTRONAUT, MONKEY 3, TUBER und der Ausnahmeband PAPIR genannt werden. Der Bekanntheitsgrad von Toundra sollte, ja muss sich unserer Meinung nach nun endlich auch in deutschen Landen vergrößern. Das haben Sie sich mit Ihrer vierten und grandiosen Veröffentlichungen allemal verdient.
Unser Prädikat: Ganz großes abwechslungsreiches Klangkino, mit lebendigen und seelenbehafteten Songs in aller bester Instrumentalsound-Manier!…..(Tom + Charly)

Toundraband

 

 

 

 

 

TOUNDRA:

Alberto Tocados
(bass, synths)
Alex Pérez
(drums )
David Paños “Macón”
(guitar )
Esteban Girón
(guitar)

Album IV:

1. Strelka
2. Qarqom
3. Lluvia
4. Belenos
5. Viesca
6. Kitsune
7. MRWING
8. Oro Rojo

Toundra – Oro Rojo (Official Video)

Toundra

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