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The Dead-End Alley Band – Odd Stories

cover(ch+to) Den vorläufigen krönenden Abschluss unseres Ausfluges in die peruanischen Musiklandschaft bildet The Dead-End Alley Band mit ihren zweiten, im September 2014 veröffentlichten Album „Odd Stories“. Produziert wurde das Werk von Chino Burga (La Ira de Dios). Die Band setzt sich zudem aus Javier Kou (Guitars / Bass / Vocals), Sebastian Sanchez-Botta (Vocals / Organs / Piano), Leonardo Alva (Lead Guitar at ‚The Cosmic Cry Out‘) und Jaime Diaz (Drums) zusammen. Ihr zweites Album ist in Europa ebenfalls bei Nasoni Records in einer schönen Edition von 300 Exemplaren auf rotem Vinyl erschienen!
OddStories rotes VinylOdd Stories ist eine spannende, betörende und dunkle Reise in das Herz der Nacht. Geschichten der unteilbaren Mischung aus Ängsten und Faszination, die schon immer die Herzen der Menschen inspiriert und berührt haben. Das Album pendelt auf halbem Weg zwischen dem unsterblichen Werk von Ray Manzarek und Film-Soundtracks der klassischen B-Horror Serie. So bekommt die Band einen speziell dosierten Ausgangspunkt von Blues, Psych, Rock und weiteren Stilmixturen. Sie gestalten Ihre Musik zu einem Teil in der greifbaren Realität und zum anderen in der körperlosen Welt unserer Fantasien.
Das Album startet auch gleich mit „The Nightmare Goes On“. Diesen beginnenden Alptraum kann man unterschwellig und in jeder Note erahnen. Alles klingt leicht hypnotisch, mit wabernden und bedrohlich wirkenden Orgeltönen, psychedelisch verzerrt nachhallende Gitarrenfetzen sowie eingestreutes, flüsterndes Backgroundgesäusel, als wenn der Gehörnte persönlich gleich hinter der nächsten Alptraumecke auftauchen würde.
Der zweite Track „Devil’s Mask“ bezieht sich zusätzlich auf das gelungene Coverartwork und diese seltsame Gestalt mit Teufelsmaske. Der in einem wahnwitzigen Sixties Beat-Trip, mit seinen großen krummen und ausgestreckten Fingern sowie tief beschwörender Stimme eine organische oder beseelte Opfergabe einfordert.
Ein weiteres Highlights für uns ist „Blue At Distance“. Es ist die Geschichte von einem einsamen Mann, der im nächtlichen Regen zu Fuß durch die Straßen streift. Das Geräusch des Regens und die schwebende Instrumentierung unterstreichen dieses Gefühl der Einsamkeit. Dieser Song ist von Sebastian wunderbar eindringlich mit melancholischen Orgeltönen arrangiert und hat dabei diese gelungene Doors und Dire Straits Attitüde.
In „Lost Again“ fühlt man sich irgendwie zwischen tragender Melancholie, dem klagenden Gesang und den sich aufopfernden Rhythmen verloren. Im darauf folgenden Song „The Cosmic Cry Out“ ist das sinnliche, bluesige Gitarrenspiel die Quintessenz zwischen Eleganz und Endlosigkeit. Man fühlt sich dazu an eine fortgeführte Fassung einer Instrumentalversion von ‪Animals – House Of The Rising Sun ‬oder auch irgendwie an eine Filmszenerie mit musikalischer Untermalung von Sergio Leone erinnert.
Bei „Distress“ wird es theatralisch beschwingt, Kummer und Sorge Ausdruck verliehen. Die Stimme von Javier klingt kratzig, aufgewühlt und immer etwas neben der eigentlichen Spur. Aber genau das macht den besonderen Reiz zu diesem swingenden, eingängigen Rhythmus aus.
Etwas ruhiger, aber geheimnisvoll treibt „Silvergreen Theme“ dahin. Weiche, vordergründige Basspassagen von Javier Kou geben dazu die mysteriöse Grundstimmung vor, während sentimentaler Gesang, leicht tickernde Drumtaktfrequenzen und verzerrende Gitarrenläufe durch den Hintergrund schweben.
Der Abschluss „Look Away & Fake (A Green Breeze’s Odd Story)“ ist ein weiterer großer Moment des Albums und erinnert mit räumlichen Träumereien an das Vermächtnis der Titanen Hawkind. Die Band ist jederzeit in der Lage, Ihren organischen und kombinationsreichen Jamrock im Retrostyle der Sechziger und Siebziger mit viel Raffinesse einzufangen. Dabei sind experimentelle Ausflüge durch einfühlsam vielschichtige Gitarrensequenzen sowie Stimmungsbeschwörende Piano- und Orgelparts nicht nur erlaubt, sondern unbedingt erwünscht.
Das Album wirkt trotz unterschiedlichster miteinander verbundenen Stilrichtungen wie eine in sich verknüpfte wundersame Einheit und erschließt sich auch erst durch mehrmaliges anhören. Es entwickelt sich zu jedem einzelnen Songs diese eigensinnige Art von Ohrwurmcharakter. Damit verdient sich die gesamte Produktion wirklich Applaus von ganzem Herzen. The Dead-End Alley Band aus Lima beweisen sehr eindringlich Ihr musikalisches Gespür für exzellente Nuancen und wunderbar eigenwillige Songstrukturen. Sie erzielen auch bei Ihrem zweiten Album diese ganz eigene abwechslungsreiche Originalität, die somit auf faszinierende Weise in unseren Gehörgängen haften bleibt……(Charly & Tom)

the-dead-end-alley-band

 

 

 

 

Tracks auf Odd Stories:

The Nightmare Goes On 6:43
Devil’s Mask 3:39
Blue At Distance 4:01
Lost Again 8:07
The Cosmic Cry Out 5:10
Distress 4:44
Silvergreen Theme 2:46
Look Away & Fake (A Green Breeze’s Odd Story) 5:07

The Dead End Alley Band in unserem Blog

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