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Gunash – Same Old Nightmare

Gunash-front(co) Wenige Bands, die sich erst als Coverband betätigen, kommen später mit ganz eigenen Sachen um die Ecke. Gunash aus Italien haben aber genau das getan: 2003 als Coverband gegründet und damit auch durchaus erfolgreich gewesen, sind sie dann zu eigenem Material übergegangen und waren 2005 das erste Mal im Studio. Hier geht es dann um das zweite Album.

„same old nightmare“ ist als Konzeptalbum aufgezogen und beschäftigt sich mit verschiedenen Facetten zum Thema Verlust. Kaputte Liebe, Selbstverachtung. Und natürlich Tod. Da erwartet man natürlich heftiges; tatsächlich aber kommt das Album aber positiver daher als man denkt: Thematisiert ist eher der Weg aus dem Abgrund als das Herumstapfen im Loch. Locker, leicht und beschwingt macht das trotzdem keinen der elf Songs (und auch die Zugabe „Weathercock“ – kein Cover – ist kein Fliegengewicht). Der Sound kommt insgesamt klar aus der amerikanischen Rockszene und gibt sich zwar mitunter heftig in der Rythmusarbeit, bleibt aber durch viele melodiöse Einlagen (besonderes Highlight ist da die Hammond-Orgel) und Anspielungen auf angelehnte Musikrichtungen immer alternativ und wird nie heavy.
Dass es sich aber tatsächlich um ein Album mit Konzept handelt, kann schnell übersehen werden. Detail steckt mehr im Text und wird darüber hinaus durch ein paar Einspieler unterstützt (wie der Spülsound zu Beginn von „Underwater“). In „Underwater“ gehen Gunash noch etwas weiter und unterstreichen auch mit dem Bandsound und Effekten zwischenzeitig die Thematik.
Wie ungezwungen sich die Band auf ihrem Album musikalisch bewegt, macht sich gerade in Songs wie „Born in Spring (part 1)“ bemerkbar. Die einfache Strophe mit dem künstlichen Beat-Sound und nichts weiter als leise Gitarre im Hintergrund und dem dominanten Sprechgesang ist weit ab von dem, was man an Erwartungshaltung zu dem Zeitpunkt aufgebaut hat. Der folgende Part holt einen aber wieder in rockige Gefilde zurück… Der zweite Part zu „Born in Spring“ gibt sich genauso offen, aber die Anleihen sind diesmal elektronischer Natur. Dazwischen hört man in „Ghost“ klare Tendenz zur US-Band Staind – die gab es auch schon abschnittsweise in anderen Songs („Gravemen“, „A New Live“), aber gerade durch die vielen Soli, die Instrumentierung und progressiv-freien Parts blieb der Eindruck, der gerade vom Gesang getragen wird, bisher außen vor.
Gerade die eben erwähnten Parts verschulden auch den Gesamteindruck: Der häufige Einschlag ins bluesige („Kannibal Orkids“, „Paper Dolls“) macht die Band freier im Gesamtbild und es fällt schwer die Gesamtzahl der Einflüsse auszusieben und plakativ zu benennen. Klar ist Rock. Klar ist, dass es was progressiver ist alternativer ist… Den Rest muss man hören. Gerade wenn „Paper Dolls“ knapp am Radio vorbeiklingt und andere Songs, wie die instrumentalen Stücke „Israfel“ und „Progression Of Crime“, so weit in eine andere Richtung schießen.

Am Ende hat’s Spaß gemacht.
Oder anders gesagt: Gerade am Ende hat’s nochmal richtig Spaß gemacht. „Dream Away“ und „Weathercock“ passen wunderbar zusammen, auch wenn „Weathercock“ als Extra auf der CD dabei ist. Tatsächlich ist der zuletzt genannte Titel aber auch stellvertretend für das Schaffen der Band, empfiehlt sich also auch als Anspieltip…..(Colin)

Gunash im www

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