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Guy Davis – Kokomo Kidd

DAVIS GUY-KOKOMO KIDD(ch) Auch auf seinem neuen Album überzeugt Guy Davis mit seinem leidenschaftlichen Stil und draufgängerischer Stimme. Er, der von vielen als der Master der New Yorker Akustik-Banjo Blues-Szene bezeichnet wird.
Musiker wie Jackson Browne und Ian Anderson sind erklärte Fans des New Yorkers. Wo auch immer er auftritt gibt er stets alles.
Auf seinem neuen Album geht der 63jährige wesentlich relaxter als auf den Vorgängern zu Werk. Unterstützt wird er von einigen hochkarätigen Mitmusikern, darunter der Italiener Fabrizio Poggi und der US-Amerikaner Charlie Musselwhite, zwei der weltweit besten Mundharmonika-Spieler.
1978 erschien Davis Debüt-Album „Dreams About Life“ auf dem berühmten Folkways-Label von Moses Asch. Anfang der 80er Jahre begann er seine Schauspielkarriere. Im Frühjahr 1995 spielte er zusammen mit seinen berühmten Schauspieler-Eltern, Ruby Dee und Ossie Davis, in „Two Hah Hahs and a Homeboy“, einem Theaterstück über die afro-amerikanische Kultur und Musik,, das Guy Davis zusammen mit ihnen schrieb. Ab 1995 konzentrierte er sich vor allem auf seine musikalische Karriere. 17 Jahre nach seinem Debüt nahm er mit dem Live-Album „Stomp Down the Rider“ erstmals wieder eine reguläre Langspielplatte auf, diesmal für „Red House Records“. Hier präsentierte er seine Version des modernen Country Blues. Siebzehn Alben sind bis jetzt zusammen gekommen.
Der Geist von Pete Seeger schwebt über dem neuen Album. Davis ist im großen Erzählmodus, Porträts von Politikern, Händlern, Opfern und Liebhabern. Wie Szenen aus einem Film. Das Ergebnis ist äußerst hörenswert. Es fließt alles nahtlos ein, von Dixon zu Donovan zu Dylan.
Das Album legt los mit einer humorvollen Geschichte über die Kokomo Kidd, einem Händler von Schmuggelware während der Prohibition. Der Erkenntnis, dass die Legende von Kidd nicht wahr sein kann, nimmt sich Davis die Freiheit zum Ausbau des Mythos, unterstützt von Rap-anleihen. Der Track legt ein Banjo gegen eine Basslinie zu Tuba. Davis webt seine Geschichte von Kokomo um die Instrumentierung.
Von dort führt das Album zum sehr persönlichen und tief bewegenden „Wish I Hadn’t Stayed Away So Long“ Das Lied wurde im Jahr 2014 geschrieben, ein Jahr, indem Davis sehr viel leiden mußte – Mentor Pete Seeger und seine Mutter Ruby Dee starben. Die Stärke der Liedes ruht im ehrlichen Eingeständnis des Bedauerns. Während des Schreibens versuchte er die Akkordstruktur zu optimieren um es ein wenig komplexer zu machen.
Er kam aber immer wieder auf die einfache Melodie zurück die er in seinem Kopf hörte. Es liegt in der Einfachheit des Liedes, dass seine Schönheit offenbart und seinen emotionalen Kern bewahrt.
Es ist der beste Track auf dem Album.
Die Produktion des Songs ist ein Geniestreich für sich. Das Banjo und Mundharmonika, begleitet von Mark Murphys Kontrabass.
Davis bezeichnet es liebevoll als „Pete Seeger Spezial“. Diese sanfte Geschichte von Verlust, Trauer, wie das Leben uns behandelt. Der Song lädt ein, uns über den Schmerz zu erheben und Trost zu finden.
„Taking Just a Little Bit of Time“, die ländliche Atmosphäre mit der 60er Jahre Folk Stimmung.
„Like Sonny Did“, eine humorvolle Hommage an Sonny Terry. Es ist ein großer Spaß.
In „Little Red Rooster“ bringt Charlie Musselwhite seine beträchtlichen Fähigkeiten mit seiner Mundharmonika ein, um an den Willie Dixon Klassiker zu erinnern.
Davis nimmt sich auch Dylan vor und es entstand eine der schönsten Versionen von „Lay Lady Lay“. Begleitet von Mandoline und dem renommierten Gitarristen John Platania, dazu Professor Louie mit seiner eindrucksvollen Hammond-Orgel.
Gemeinsam mit den hervorragenden Mitstreitern entwickelte sich eine intensive und dichte Atmosphäre. Ein mitreißendes Album, in dem Songs von Bob Dylan, Donovan, Tommy Johnson und Willie Dixon neben eigenen Songs stehen…..(Charly)

Erschien am 2. Oktober 2015 via M.C. Records in den USA und bei Dixie Frog in Europa als CD.

Line-up:

Guy Davis
Fabrizio Poggi
Charlie Musselwhite
Ben Jaffe
John Platania
Mark Murphy
Professor Louie
u.a.

GuyDavis

 

 

 

 

Tracklist:
01 – Kokomo Kidd (4:12)
02 – Wish I Hadn’t Stayed Away So Long (5:56)
03 – Taking Just a Little Bit of Time (3:55)
04 – She Just Wants To Be Loved (6:27)
05 – Like Sonny Did (4:08)
06 – Lay Lady Lay (4:53)
07 – Little Red Rooster (6:36)
08 – Maybe I’ll Go (3:01)
09 – Blackberry Kisses (5:58)
10 – Have You Ever Loved Two Women (4:09)
11 – Cool Drink Of Water (3:57)
12 – Bumblebee Blues (4:58)
13 – Wear Your Love (3:48)

GuyDavis-CD

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Oktober 2015
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