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Knall – Alienfunk

Knall-AFcover(ch+to) Das neue doppelte LP-Werk der psychedelischen Groove-Krautrocker wurde livehaftig beim Monsters Of Krautrock Festival im Würzburger „Cairo“ eingespielt. Dabei sind ambitionierte, abwechslungsreiche und weitläufig treibende Kompositionen, im spontanen Rausch des kollektiven Erlebens, entstanden. Somit geben sich hier sieben hypnotisch und surreal verzahnte Soundknaller die instrumentale Ehre.

„Knall“ ist eine ausgesprochene Live-Band. Zwischen instrumentalen Spacerock, energetischen Jams und euphorischen Astralreisen wirbeln die Freaks durch Effektwolken, mit zwei Bässen, Drums und Gitarre. Damit kreieren sie ihren ganz eigenen psychedelischen Krautrockgroove. Die Dynamik des Momentes und das Verweben aller Beteiligten zieht als erdachter roter Faden in die Improvisation. Das Ergebnis ist eine unumgängliche Singularität in Zeit und Raum – getreu dem Motto: „Funky File under Krautrock meets Psychedelic Improvisation!“ – was uns willige Hineinlauscher schnell in den knalligen Sog zieht.

Die Band setzt bereits beim Opener „Alienfunk“ auf musikalische Teleskopwerte. Ein fesselnder und äußerst hörenswerter Prozess beginnt. Der energetisch und funkgeladene Song besitzt bunte Klangfarbigkeit und aufbauende Spannungsmomente. Die Bass und Drum Fraktion bietet das Fundament und Baal Brain tobt sich filigran auf diesem Klangteppich aus. Daraus entwickelt sich besagter roter Soundfaden, der sich geschmeidig durch die funkende Rillenlaufzeit zieht. Somit trifft gleichsam das erste WOW-Signal ein!

Die Variablen der Band finden mit „Gravity“ ihre konsequente Fortsetzung. Hier kommt die verzerrende Schwerkraft zum Einsatz sowie Schichtungen von Lines und nachhallenden Klängen mit psychedelisch flirrenden Effekten. Es werden massereiche Kräfte für die lange Reise zu den äussersten Fixsternen des Universums gebündelt, um noch weiter in unerforschtes Terrain vorzudringen. Erstklassig pendeln sie zwischen Halluzinogenität und endlosen Bewegungen um einzeln verformbare Tonwellen sowie magnetisierende Laut-Leise-Spielereien. Dazu eintretende und abtauchende Fata Morganen, innerhalb eines fast schon mathematischen Krautrocks, sind weitere integrierte Verzierungen aus dem schwerelos gekrümmten Raum.

Der gezogene Beginn in „Staring at Lines“ baut langsam Atmosphäre auf. Die Spannung wird gekonnt gesteigert. Als brillante Ergänzung dazu gibt’s relaxte groovige Passagen, die, in Schamanen-artiger Weise, alles in Bewegung halten und den Hörer in Trance versetzen. Der Sound treibt in Kurven und durch Wendungen und ein permanent lockerer Strom musikalischer Aktivität wird erzeugt. Es fließt eine herrliche Vielseitigkeit raumgreifender Klänge, bis hin zur unbeschwerten Lässigkeit.

In dieser Achterbahnfahrt fliessen weitere Funkverbindungen durch den Raum. „Epilouge“wird mal mit melodischen Bass-Linien, mal in einer organischen Schlagzeug-Action gekocht. Und natürlich mit Tastenklängen aller Couleur sowie allerlei vertrackten Läufen serviert, bis es schmackhaft in einer surrenden Gitarrenfront mundet. Diese gelungenen Dynamiksprünge gehen sehr fein in unsere Lauschrezeptoren hinein!

Der „Prologue“ setzt im Aufbau mit veränderter Spielwiese fort. Hier kommen Drums und Bass noch druckvoller. Dabei gibt sich diese Vielfalt nie verkopft oder verschachtelt, sondern greift eher lineare Spannungsbögen auf. Die Gitarre spielt sich übereinander ablagernd die gehaltvollen Tonmuster zu. Eine starke Instrumentierung, die unglaublich gut gefällt!

In „Quittengelee“ spielt die Band beherzt auf und intoniert einen recht kurzweiligen Soundaufstrich sowie flotten Übergang zum längsten Stück des Albums. Ein Hauch von „Shaft“-Feeling der 70er Jahre zieht durch diesen akustischen Fruchtkörper, der sich dazu recht leichtfüßig sowie Hüftschwung-kompatible in seinen sehr überzeugenden und funkigen Tonspuren räkelt.

Mit der etwas komplexer aufgebauten Nummer „Eightballs“, will es die Band zum Abschluss noch mal wissen. Sphärisch treibend, locker und leicht, atmosphärisch und spannungsreich, sind die Noten in schwebende Pads eingebettet. Mit einer gewissen Entschleunigung durchziehen Gitarrenlicks die luftigen Flächen. Es ist eine siebzehnminütige Notenschau in das Innerste des Klangs, der von diskontinuierlichen Bewegungen geprägt ist. Der Soundfluss, ein bizarres Schieben, Wabern und Überlagern, mäandert durch die instrumentale Landschaft. Ein Ausklang, das den ganzen Auftritt ausnahmslos großartig gestaltet.

Die gesamte Musik spricht für sich. Jedes einzelne Stück kann in seiner Klangfülle und Vielseitigkeit absolut überzeugen. Die psychedelischen Gitarrenfreakouts, plus Drum und Bass Interpretationen, blubbernde Elektronik und spacige Synthie-Klangflächen lassen unser schallwelliges Herz wieder einmal ziemlich hoch ausschlagen. Unsere übereinstimmende Meinung dazu: Ein Pflichtkauf!….. (Charly+Tom)

Das Album erschien am 6. Mai 2016 via Tonzonen Records als Doppel-Vinyl Limitiert auf 200 Exemplare in black Vinyl, 300 Exemplare in clear Vinyl im Klappcover. Sowie als Digipack-CD mit 1000 Stück.

Tonzonen – Releases

Tonzonen

Line-up:
Baal Brain – Guitar
G-Homme – Bass
Dennis Gockel – Drums
Buddha Jones – Fx Bass

Knall-band

Tracklist:
01 – Alienfunk (10:15)
02 – Gravity (10:10)
03 – Staring at Lines (9:23)
04 – Epilouge (11:01)
05 – Prologue (6:50)
06 – Quittengelee (9:29)
07 – Eightballs (17:39)

Knall – Bandcamp

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