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Wolfmother + Electric Citizen | Kesselhaus München | 10. Mai 2016

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(je) Sängerin Laura Dolan empfängt mich bestens gelaunt auf einem Sofa im Backstage-Bereich des Kesselhauses in München. Es ist die erste Europa-Tour für ELECTRIC CITIZEN aus Cincinnati/ Ohio nach dem beachtetem Debüt „Sateen“ in 2013.
Laura ist sichtlich beeindruckt von Europa, der Landschaft, der Architektur, den Menschen und der Vielseitigkeit des Essens – eine Erfahrung, die sicher jeder allgemein und kulturell interessierte Amerikaner machen wird, der die alte Welt besucht.
Laura bietet mir ein Wasser an und beginnt zu erzählen. Beeindruckend ist die kurze und schnelle Geschichte der Band, die erst im März 2013 von ihr und Ehemann Ross (Guitar) gegründet wurde. Eigentlich war das zunächst nur ein Spaß-Projekt erklärt sie, um gemeinsam Musik zu machen und der Freude am analogen Vintage Sound der Sechziger und Siebziger Jahre zu frönen.
Randy Procter (Bass) und Nate Wagner (Drums) komplettierten das Line Up, während der aktuellen Tour und im Studio werden sie noch von Katie an den Keyboards begleitet, die vielleicht noch zum fünften Mitglied der Band avancieren wird.
Das junge Brautpaar Ross und Laura kennt sich bereits seit High School-Zeiten und war schon in verschiedenen regionalen Bands um Cincinnati aktiv, bevor von den beiden, sozusagen als erstes Baby der musikalischen Leidenschaft, ELECTRIC CITIZEN geboren wurde.
Die Gegend um Cincinnati ist eher für eine Punk- und Blue Grass-Szene und natürlich für das legendäre Label Kings Records (James Brown) bekannt, als für eine florierende Space-, Stoner- oder
Vintage Rock Szene.
Die Einflüsse von ELECTRIC CITIZEN sind tief in den Siebzigern zu verwurzelt, im Glam Rock, bei T-REX, ALICE COOPER, MC-5 und natürlich im Frühwerk von DEEP PURPLE und BLACK SABBATH.

Am 13. Mai wurde nun das Zweitwerk „Higher Time“ weltweit als Vinyl, CD oder Download veröffentlicht. Aufgenommen im Diamonds Studio Cincinnati von Brian Olive (The Greenhorns, Dr. John) und gemixt von Black Keys Toningenieur Collin Dupuis in Nashville/ TN gibt es hier schönes, analoges Retro-Feeling zu hören.
Laura ist sich durchaus bewusst, dass es für die Band ein absoluter Glücksfall ist, dass sie im Fahrwasser von Bands wie FU MANCHU, BUDOS BAND, PENTAGRAM mit denen sie schon während ihres ersten Albums in den Staaten auf Tour waren, schnell an Bekanntheit gewinnen konnten.

Jetzt mit WOLFMOTHER auf Europa’s Bühnen zu stehen ist für sie noch immer unfassbar. Die Tour begann in Irland und führt die ELECTRIC CITIZEN’s für sechs Wochen über UK, Belgien, Deutschland und Spanien quer durch Europa. Wenn das so gut weiter läuft wie bisher, erzählt sie mir mit glänzenden Augen, kommen wir
schon im Herbst zurück nach Europa. Eine kleine Headliner-Clubtour, das wäre doch genau das Richtige…
Wir verabschieden uns herzlich und verabreden uns für später am Merchandising stand, denn natürlich muss ich noch das neue Album als signierte Vinylversion in Empfang nehmen.

Pünktlich um 20:30 Uhr betreten ELECTRIC CITIZEN das ausverkaufte Kesselhaus. Sie machen ihre Sache von Anfang an sehr gut, auch wenn sie mit Soundproblemen zu kämpfen haben. Laura springt über die Bühne, spielt mit dem Publikum und lässt ihre Haare fliegen. Die neuen Songs haben noch einmal deutlich an Qualität im Songwriting gewonnen, das ist zumindest mein subjektives Empfinden. „Higher Times“ – der Name scheint also Programm und die Pläne von den CITIZEN’s sind weiter ambitioniert, das steht wohl außer Frage. Wenn das Quartett auch live weiter so überzeugt – und das vielleicht schon im Herbst diesen Jahres erneut – könnten die Pläne durchaus aufgehen. Aber so planvoll ist das Ganze vielleicht gar nicht, hier leben ein paar Musikbegeisterte einfach ihre Leidenschaften aus. Und haben natürlich auch ein bisschen Glück – was in dieser Branche zweifellos dazu gehört.

WOLFMOTHER dürfte ich noch nie live bewundern und dementsprechend hoch sind meine Erwartungen. Das neue Album gefällt mir vom Songwriting deutlich besser als das etwas sperrige Zweitwerk „The Mind’s Eye“. Schon seit Tagen verschönte ich mir mit dem „Gypsy Caravan“ den Arbeitsweg und die drei Herren setzten nun von der ersten Sekunde ihres Sets alles daran, mich auch im Abendprogramm zu
überzeugen. Und wie sie das geschafft haben. Routiniert, professionell und voller Spielfreude weben WOLFMOTHER einen Soundteppich, der seinesgleichen sucht und das Kesselhaus zum baldigen Kochen bringt. Die zahlreich erschienenen Fans sind begeistert und spenden tobenden Applaus.

WOLFMOTHER machen also noch immer großen Spaß. Aber wer dem Vintage Sound der Sechziger und Siebziger Jahre generell schwer zugetan ist, sollte auf die ELECTRIC CITIZEN’s achten. Mit denen ist weiter zu rechnen. Und zwar bald….(jens)

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