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There Will Be Blood – Horns

120827(vo) Da ich mich ein bißchen im Blues aus aller Welt auskenne, (nicht zu verwechseln mit Allerweltsblues), fiel mir beim Studium der Namen aller beteiligten Musiker im CD Booklet der Name Marco Pandolfi auf und wenn der bei einem Album mitwirkt…… Jedenfalls war das der einzige mir bekannte Name, die Band mir bis dato völlig unbekannt. Und jetzt? Ich bin begeistert, da ich ihre Art, den Blues zu interpretieren, zu 120 % liebe und verzehre.

Davide Paccioretti -Vocals, Rhythm Guitar & Keys, Riccardo Giacomin -Lead Guitar und Keys und Mattia Castiglioni – Drums, Percussion und Washboard unterstützen mit diversen Gastmatadoren die These: Der Blues in dieser Form, deftig, dreckig, roh, rüde, rumpelig, voller Soul, schwitzig und schmierig (im guten Sinne) lebt, und in diesem Fall: und wie! Da kracht und geht meistens die Post ab, ohne Gnade für den alten oder jüngeren Nacken, Spaß in allen Backen garantiert, da läuft das Bier in Strömen und der Dunst von Mensch und Getränk im Musikclub deines Vertrauens die Wände runter.
Auch wenn hierzulande wohl ziemlich unbekannt: Italien hat eine großartige Bluesszene mit vielen tollen Bluesern und Bands wie z.B. Marco Pandolfi, Tolo Marton, Egidio „Juke“ Ingala, Enrico Crivellaro, Morblus, Maurizio Pugno, The Red Wagons oder die Treves Blues Band.

Zu There Will Be Blood generell: alle 12 Titel sind im Trioeigenen Kessel gebraut, und zugesetzt wurden allerfeinste Zutaten.

Schon der Einstieg ist ein Angriff auf die Halswirbelsäule und die Tanzmuskeln: hartes, bluesiges Gitarrenriff, Gastmusiker Marco Pandolfis Harp unterstützt fett und dann geht der Punk ab, „Burn Your Halo“ ist ein umwerfendes Boogiemonster, mit verzerrten Harpschüben angereichert, einer unterirdisch dreckigen Stimmleistung, da bist du nach drei Minuten 52 schon klätschnass (wie der gebürtige Wuppertaler sagt) geschwitzt.
„Fire“ trägt seinen Titel zurecht, da brennt es funky und mit treibenden Horns in den R&B Bereich, aber nicht so ein furchtbares Zeug, was heutzutage grö0tenteils als R&B verbrochen wird, sondern so in der Art, wie bei den Blues Brothers eine Verfolgungsjagd startet: „Der Wagen (Dodge Monaco) hat einen Bullen-Motor, auf 350 PS aufgeblasen. Hat Bullen-Reifen, Bullen-Getriebe, Bullen-Stoßdämpfer. Was sagst du jetzt, ist das das neue Bluesmobil?“ (zitiert aus Blues Brothers, der Film). Oder beim Instrumentenkauf in Ray`s (Ray Charles)Laden.
Zum kurzen Verschnaufen ist „Blind Wandering“, ein wunderschöner Swamp- oder Fieldholler, nur Stimmen, weiblich und männlich, Handclaps, Soul und Feeling noch und nöcher.
„Undertow“ schwingt dir die Matte schwitzig, mit Piano, Harp und verzerrter Gitarre auf Autobahn Tempo gebolzt und der Groove bebt den Asphalt krumpelig.
„Mismatch“ ist im Tempo etwas Landstrassenkompatibler, erinnert mich im Arrangement und Style ein bissel an die Fab Four mit „Come together“ und diesmal hauen für mich die Tasten den Lukas!
„Reviver“ steigert sich immer mehr in Rage, mit anklagender und gepeinigter Harp, hartem Gitarrenriff und unbändigem Schlagzeuggroove, das Fade-out hingegen drosselt das Tempo bis zum Stillstand.
„Ride“ passt vorzüglich zur Untermalung eines Django-, Eastwood- oder Leone Western, nachdem Clint, Charles oder Franco gerade einen Saloon aufgemischt haben und in den nächsten Ort reiten während „Turn Your Back“ wieder mit dem Gütesiegel einfallsreicher, groovigkrachiger Bluesrock punkten kann. Da werden die Saiten bis zum Anschlag gezerrt und Signale an die Halswirbelsäule gesendet, musikalische Physiotherapie. Der Titelsong des Albums ist ein mit Akustikgitarre angetriebener und mit verhallter Stimme verzierter Rocker im Bluesdschungel.
Abwechslungsreich geht es weiter, „Abwechslung“ wird auf diesem Album sowieso in GROßEN Buchstaben propagiert, „Short Breath“ ist unverzierter Blues im Stonergewand, der zum Schluß hin immer mehr zum Brett wird.
„Lust“ macht selbige, da geht die rüde Slidepost ab, zum Vergleich führe ich mal die Black Diamond Heavies oder Left Lane Cruiser an, in dieser Liga spielt das Trio aus Bella Italia aber locker mit.
Für den „über den Tellerand schauenden Bluesrocker“ gibt es sogar noch einen Ausflug in den krachledernen Countryrock, der dieses Album mit mexikanisch anmutenden Trompetenfanfaren abschließt. Dieses Mörderteil erscheint am 10.06 als CD und Vinyl…..(volker)

Die Songs:

Burn Your Halo
Fire
Blind Wandering
Undertow
Mismatch
Reviver
Ride
Turn Your Back
Horns
Short Breath
Lust
Til Death Do Us Apart

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