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Ümit! – The Testament of Ümit!

(as) Dieses deutsche Quartett macht keinen Hehl aus dem intellektuellen Anspruch, den es an seine Musik stellt. „Umit!“ widmen sich hochgeistigen Themen wie dem biblischen Brudermord und wurde passenderweise mit Abbildungen von Kunstgegenständen wie Ignaz Weirichs Plastik „Der tote Abel“ (Cover) versehen. Ihr gleichfalls religiös tituliertes Album bietet eine recht eigene Variante von Post Rock, die im Spannungsfeld Prog stärker auf Atmosphäre als Griffbrettsport und dergleichen beruht.

Die neuerdings um einen Organisten verstärkte Truppe strickt ihr gesamtes Material nach dem mehr oder weniger gleichen Muster, was man nicht mögen muss, aber insofern wertschätzen darf, als Gitarrist Jochen Oberlack einen individuellen Stil fährt, der gleichwohl nicht ohne Vorbilder entstanden sein kann. Die Gitarren-Elegie „Cows [Simmental Breed]“ stellt beispielsweise einen offensichtlichen Kniefall vor David Gilmour dar, und auch ansonsten lassen sich die Herren grob im Dunstkreis von „Pink Floyd“ ab ungefähr „Dark Side of the Moon“ verorten, zumal sie ja ähnlich konzeptionell agieren.

So erzählerisch wie im eröffnenden „Revelation“ gehen „Ümit!“ konsequent bis zum Ende vor, wobei Oberlack selten die klassische Rolle eines Sängers einnimmt. Das mit einem besonders markanten Leitriff glänzende „Into the Mirror Black“ ist vor „Hog Dead“ nicht nur das kürzeste und aussagekräftigste Stück der Scheibe; mittig platziert kommen diese Tracks zugleich auch Liedern im herkömmlichen Sinn mit Texten am nächsten wie keine der anderen, längeren. Insbesondere letztgenanntes geht dabei als lässige Stoner-Nummer mit subtilem Orgelfundament durch – hier ansetzen, wenn man sich mit der Band vertraut machen möchte.

Hat man sich „The Testament of Ümit!“ schließlich erarbeitet und Gefallen an der bewussten Reduktion der eingesetzten Mittel gefunden, stellt sich „The Deer [Psalm 42 – Revelation Reprise]“ mit seinem gerade rhythmisch packenden Finale als Highlight der Platte heraus. Während die Jewelcase-CD übrigens recht schnöde wirkt, macht die limitierte, 180g schwere LP aus weißem Vinyl in edler Hülle einiges her … als treffendes Format für solche Liebhaber-Musik eben.

Bellerophon

39:51

Revelation [Genesis 4:1-24]

Into the Mirror Black

Hog Dead

Cows [Simmental Breed]

The Deer [Psalm 42 – Revelation Reprise]

Peter Schürmann (d)

Peter Kirschbaum (b)

Jochen Oberlack (g/v)

Rudolf Kronenberger (keys)

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Postrock, Prog, Psychedelic, Rock, Stoner, ,

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