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Automatism – From the Lake

(as) Die Schweden „Automatism“ schwimmen stilistisch klar auf der nicht mehr ganz so neuen Welle skandinavischer Rockmusik mit starken Wurzeln sowohl in der Progressive-Bewegung der 1970er als auch im improvisatorischen Bereich am Rande des Jazz. Das spiegelt sich bereits in der Tatsache wider, dass das vorliegende Album im Rahmen zweier getrennter Live-Aufnahmesitzungen entstand.

Die Tontechniker Mikael Tuominen und Jesper Skarin haben ihre Stockholmer Protegés beim Einspielen jeweils dreier Stücke betreut, die hinterher um Overdubs ergänzt und für „From the Lake“ abwechselnd aneinandergereiht wurden. Dadurch entsteht ein insgesamt homogener Eindruck ohne merkliche Klangunterschiede, wenn man davon absieht, dass Ein- und Ausblendungen den Charakter von Momentaufnahmen hervorheben.

Hooks oder markante Wendungen vermisst man auf der Scheibe zwar durchaus, aber nicht schmerzlich. „From the Lake“ ist ein Fall für den Kopfhörer und eignet sich alternativ als stimmungsvolle Hintergrundmusik für – so abgedroschen es klingen mag – gesellige Runden, in denen man eine Kräuterzigarette herumreicht.

Ausgehend vom gut 13-minütigen Space-Rocker „Standing Wave“ über das mit sachte perkussivem Schlagzeugspiel unterlegte „At Sea“ (man denkt aufgrund des entrückten Klangbildes vielleicht nicht ganz ohne Zufall an Claude Debussys „La Mer“) und „Propeller Propulsion“, das seinem Titel als hypnotischer Antreiber Rechnung trägt, bis zum meditativen „Floating Downstream“, das an „My Sleeping Karma“ minus Eingängigkeit denken lässt, zeichnet die Scheibe ein in der Tat „wässriges“ Bild.

Anscheinend haben sich „Automatism“ nämlich das antik philosophische „Alles fließt“ zum Motto gemacht; diese Musik funktioniert nicht Song für Song, sondern als Gesamtwerk über das liquide Element in seinen vielen Facetten … und überrascht im Finale „Ice-Floe“ mit Drumcomputer zu fast Berliner-Schule-artigem Minimalismus, der nach so viel Überschwang von der Disziplin insbesondere der beteiligten Gitarristen zeugt.

From the Lake“ ist ergo ein sehr spezieller Soundtrack der anderen Art – Stegreif-Sounds als Hommage an die Flüchtigkeit von H20.

Tonzonen

43:56

Standing Wave

At Sea

October Swim

Propeller Propulsion

Floating Downstream

Ice-Floe

Hans Hjelm (g/keys)

Gustav Nygren (g/b)

Mikael Tuominen (b/g)

Jonas Yrlid (d)

Gäste:

Andreas Axelsson (d)

Peter Erikson: (d/keys)

Jesper Skarin: (d)

Andreas Schiffmann

 

Filed under: Album Reviews, Elektronik, Jazz, Prog, Rock, Space, ,

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