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STONE WATER – Make Me Try

Soulgetränkter Rock aus Hamburg

(uw) In diesen Tagen erscheint das Erstlingswerk der Hamburger Band STONE WATER. Das veröffentlichende Label Timezone verspricht Soul-getränkten Rock, Southern- und Americana-Einflüsse, verwoben mit dem Sound des Swinging London. Das ist schon mal eine Ansage, die Erwartungen weckt. Herausgekommen sind knapp 50 hörenswerte Minuten, die Spaß machen.

Es ist nicht einfach, bei der Beschreibung des Gehörten auf Namedropping zu verzichten, schon gar nicht, wenn jemand in diesem traditionsbeladenen Genre Neues/Eigenes an den Start bringt. (Spoiler: Ganz ohne Vergleich schaffe ich es auch nicht.)

Die Songs sind Resultat einer pandemiebedingten Zwangspause, in der Tour-/Studio-Gitarrist Robert Wendt Ärger und Enttäuschung nach einer abgesagten Tour in kreative Energie umwandeln konnte.
Mit den befreundeten Musikern Bob Beeman (voc), Artjom Feldtser (b) und Hanser Schüler (dr), zwischenzeitlich komplettierte Ben Forrester (g) das Quintett, quartierte man sich im Hamburger Schalltona Studio ein und spielte 11 Songs ein, die auf ganzer Breite durch das versprochene musikalische Spektrum cruisen, woraus ein atmosphärisch dichtes Hörerlebnis erwächst.

Ich kann daher guten Gewissens empfehlen, das Album gleich beim ersten Anhören in Gänze abzuspielen, es ist kein „Skip-Song“ dabei.

Es lohnt sich, Zeit dafür, und zwar nur dafür, zu reservieren. Falls es aber doch „schnell gehen“ soll, wären hier zwei Anspieltipps:

1. Stony Rock

Der Albumopener weckt ( in mir) schon die ersten Assoziationen: John Mellencamp trifft die Rolling Stones.
Gesanglich fühle mich mich ( auch später, bei anderen Songs) wiederholt an den Künstler aus Belmont, Indiana erinnert, während sich rhythmisch ein Hauch von „Brown sugar“ andeutet.
Ich sagte ja, Vergleiche sind meist gewagt und liegen im Ohr des Hörenden. Urteilen Sie also selbst.

2. Scarecrow

Der Songtitel ist möglicherweise mitverantwortlich für meine Mellencamp-Fixierung, obwohl die Musik gerade hier für mich weniger nach ihm klingt, der Süden gewinnt mit Bluesharp und Bottleneck die Oberhand, das Mississippi Delta lässt grüßen.

In allen Songs durchgängig zu begeistern weiß die musikalische Virtuosität der Instrumentalisten.
In Verbindung mit dem einfühlsamen, ausdrucksstarken Sologesang entsteht ein warmer Sound, mit dem man sich einfach wohl fühlt.
Ich zitiere noch einmal das Label:
„Eine vielversprechende Reise, die noch am Anfang steht – doch der Weg ist häufig aufregender als das Ziel.“
(Uwe…)

Track List
01) Stony Rock
02) Change
03) Scarecrow
04) Make Me Try
05) Awful Blues
06) Fare Thee Well
07) Second Floor
08) Backdoor Man
09) Sweet Charms
10) Sway
11) If You Get Lost

Label: Timezone, VÖ: 15.09.2023
Vertrieb: Timezone
Spielzeit: 48 min 35 sec

STONE WATER Line-Up

Bob Beeman: vocals, harp
Robert Wendt: guitar
Ben Forrester: guitar
Artjom Feldtser: bass
Hanser Schüler: drums

https://www.stonewaterband.com/

STONE WATER live 2023 (Angaben ohne Gewähr)
02.11. Fürth, Kofferfabrik – 03.11. Immeldorf, Weißes Roß – 04.11. Krefeld, Kulturrampe – 07.11. Berlin, Hafenbar Tegel – 08.11. Lichtentanne, St. Barbara – 09.11. Bad Bevensen, Vakuum – 10.11. Hamburg, Indra – 11.11. Wredenhagen, Café Scheune – 12.11. Norderstedt, Musik Star

Fotos: von der website der Band

Filed under: Album Reviews, Americana, Rock, Soul, , , , , , , , , ,

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