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Coogans Bluff + Love Machine im R 25 Kulturschlachthof in Düsseldorf am 14.11.2025

(text jul, photos vo) Nach einer Vorspeise aus der Liebesmaschine wurden gestern Abend (14.11.2024) im R25 Kulturschlachthof in Düsseldorf-Derendorf Kuh und Gans in liebevoll psychedelischer Manier gemeuchelt und in elf Gängen mit zwei Zugaben kredenzt. Fazit vorweg: Kann man auf’n Donnerstag mal so machen! Nein, ich bluffe nur. Der Blog-CvD Volker und ich waren vollends begeistert. Das hat richtig Schpahaaaß gemacht!

COOGANS BLUFF [kuːɡansblʌf] aus Rostock und die Lokalmatadoren LOVE MACHINE gaben sich ein Stelldichein und es war alles dabei: Rauch, Riffs und Lametta.

LOVE MACHINE sind aus Düsseldorf, wirken aber sehr wenig danach. Und obwohl es diesen Beitrag sprengt, will ich nicht versäumen, folgende Selbstbeschreibung des Kö-Quintetts zu zitieren: „Glanz und Elend des Kaufrauschs an der Kö. Es ist was faul in Düsseldorf, dem Dallas von Nordrhein Westphalia. Medienüberfressen und überstrapaziert laufen die Schönen, Reichen und Verdammten durch die geilste Kulturmetropole der BRD, neben Bottrop. Über der Stadt hängt die nervöse Erwartung einer Katastrophe, welcher genau, ist noch nicht ganz klar. Allgemein-sediert im Paradies der kleinen Freuden, schaffen Vollsuff und masochistische Selbstentsagung Linderung. Endlich ein Produkt sein, sleek, sexy, abwaschbar und mit auswechselbaren Teilen. […]“ In genau dieser Am-Arsch-Vorbei-Attitüde betraten kurz vor 21 Uhr die fünf Protagonisten in Outfits aus der Altkleidersammlung die Bühne, um den Abend nicht etwa mit einem Best-of aus ihren fünf Alben zu eröffnen, sondern das 10-jährige Jubiläum ihres Debütalbums zu zelebrieren. Und das war mehr als ein schräger 40-minütiger Zirkusauftritt, das war großes Kino. Der Sänger Marcel, lässig wie Nick Cave auf Valium, mal stehend mit bourgeoiser Gauloise im Mundwinkel, mal auf Kritter (jepp, der Ikea Kinderstuhl) hockend, drosch auf die Percussions ein, dass es nur so schepperte. Das monumentale Klanggebilde „A Present To The Galaxy“, das dem Album den Namen verlieh, zog das Ensemble gnadenlos durch. Und ich muss sagen: das hat voll reingekickt! Die Albumversion kommt eher ein wenig langatmig daher, aber live hatten die Jungs ihr Publikum im Kulturschlachthof komplett im Griff. Gebannt lauschten die etwa achtzig Anwesenden den sich in Schichten aufbauenden Klangwellen, die sich zu einem Percussion getriebenen Tsunami entwickelten. Endlich kam Bewegung in die Menge.

Ein perfektes Warm-up für „Balada“, den Opener von COOGANS BLUFF, die gegen 22 Uhr übernahmen. Diese Jungs haben den Begriff „Retro-Sound“ gefressen und ausgespuckt – mit ordentlich Druck. Ihre Mischung aus Kraut, Progressive, Soul und Funk hat geknallt wie ein Güterzug auf Speed.

Setlist:

Balada

And Here I Stand

Beefheart

Gadfly

Sincerely Yours

One More Time

No One’s Brother

Farewell

N.R.I.H.C.

Flying To The Stars

Living In Danger

Und die beiden Zugaben

Hooray

Soft Focus

Mein persönlicher Favorit war „N.R.I.H.C“ (No Room In High Class), in den Sänger und Bassist Clemens so viel Druck gebracht hat, dass sich The mighty CLUTCH ehrfürchtig verneigt hätten. Dazu Stefan und Max mit Posaune und Saxophon – das hatte mächtig Seele! Auch wenn das Old-Spice getränkte Publikum sich um 23 Uhr (Bettzeit!?) schon merklich gelichtet hatte, so waren die Paschen Brüder an Schlagzeug und Gitarre jetzt erst richtig warmgespielt. Übrig blieb zum Glück der bewegliche Teil der Schar und so feierten vor und auf der Bühne noch ca. 30 Unverzagte einen Donnerstag, wie er im Buche steht. Danke, COOGANS BLUFF und LOVE MACHINE dass Ihr so viel Bock hattet und unsere Woche bunt gemacht habt…..(text jules, photos volker)

Wir bedanken uns auch bei Felix (Love Machine) und Friedhelm (pøj pøj)

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Gavial - Broken von ihrem neuen Album "Thanks, I Hate It", das am 23.01.26 erscheint

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