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Last Bolt Ceremony – delir.ium

(vo) Das Dortmunder Trio, mir bis dato unbekannt (Asche auf mein spärlich bepflanztes Haupt), webt in großartiger Weise Klangteppiche, die in ihrer Heimatstadt bisher so in dieser Vielfalt und Form noch nicht vorhanden sind, denn die sonstigen Tugenden der aktuellen Bands der 600 000 Einwohner Metropole liegen eher in Grunge-, Heavy-, Punk-, oder Stonerbereichen. LAST BOLT CEREMONY und ihr zweites Album schicken uns teilweise, wie der erste Song „Demora“, auf eine instrumentale Reise durch Dortmund, die heutzutage, in Anlehnung an das großartige Album von ACHIM REICHEL & MACHINES „Die grüne Reise“, diesen Titel auch tragen könnte!

„Demora“ schwebt herrlich sanft und weich mit uns knapp sechs Minuten über die Großstadt, die zu meinen Lokführerzeiten von 1975 an, bei Fahrten in viele Stadtteile durch Kohle, Stahl und Chemie vor üblen Gerüchen (Umweltschutz wurde damals noch ganz anders buchstabiert) nur so dahin seuchte: Das hat sich ja grundlegend geändert und deshalb ist „Demora“ für mich wie eine Ballonfahrt von Aplerbeck bis Scharnhorst: alles so schön grün da unten! Der „Raging River“ bewegt sich zu Beginn noch eher gemächlich, besitzt was in Richtung CAUSA SUI und bricht dann, unterstützt mit kräftigem Gesang, aus dieser Zone aus und geht ab in eine harte Post-Rock Phase, die für Abwechslung sorgt!

„Drones“ erinnert mich ein bissel an die leider viel zu früh verblichenen OMEGA MASSIF, nur ist dieser Song hier etwas verspielter, in sehr positivem Sinne, herrlicher Stoff.

Zwischendurch der Hinweis dass dieses Album in drei Abspielarten erscheint: als CD, digitaler Download und auf Vinyl und ist am 09.Oktober erschienen.

„Ides Of March“: ein knapp achtminütiges Pfund in Sachen Prog/Post Rock, mächtig marschierend, bratend, berstend, umspannende Gitarrenläufe und Groove satt und fett, mein Favorit bisher. „Delir“ ist Stoner getränkt mit leichter Grunge Schlagseite und wirbelt dir die Bauchdecke faltig. Dazu ein herrlich kratziger Gesang den du auch noch in Bochum hören kannst! „Purple Poppy“ hat Grunge und nochmal Grunge gefuttert: Kurt C. da oben leiht ihm sicherlich nicht nur ein Ohr.

Jungs, ich bin beeindruckt, was ihr da komponiert und arrangiert habt: Die sechs Kompositionen strotzen nur so von Abwechslung und Einfallsreichtum und ich freue mich auf ein Live Erlebnis, vielleicht bei mir umme Ecke im Solinger Waldmeister im Dezember…..(volker)

Die Musiker:

Daniel Simon – Drums

Frank Weckert – Bass (Dietrich Hecke – Contrabass)

Thomas Koller – Gitarre, Gesang

Die Songs:

Demora
Raging River
Drones

Ides of March
Delir
Purple Poppy

Bandcamp

Filed under: Album Reviews, Grunge, Heavy Rock, Post Punk, Psychedelic, Rock, Stoner, , ,

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