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Storm Crusher Festival in der O’Schnitthalle zu Wurz vom 11.09.-12.09.2026

[hjs] Mitte September führt kein Weg an Püchersreuth / Wurz vorbei. Ein Verein von Anhängern der harten Strommusik, nämlich der Storm Crusher e.V, lädt zum hauseigenen Festival ein. Trotz einer sehr langen Anreise mit einem eher langsamen Fahrzeug zieht es mich jedes Jahr wieder in die Oberpfalz. Ich begleite das Festival schon seit mehr als zehn Jahren und es ist mir immer wieder ein Vergnügen. Das Billing passt sowieso eigentlich immer und die Leute dort sind echt sehr entspannt.

Als wir Freitag gegen 10:00 das Gelände erreichten, sah man sofort, dass der Zuspruch dieses Jahr wohl größer war als in den vergangenen Jahren. Aber wir hatten Glück und konnten bei den Freuden von den Bavarian Metalheadz unterkommen. Dieser Club veranstaltet auch ein Festival. Was dieses Jahr dort abging könnt ihr hier nachschauen. Bis zur ersten Band gab es noch genug Zeit um aufzubauen und ein Kaltgetränk zu nehmen. Nach und nach kamen die ersten bekannten Gesichter vorbei und eh man sich versah war man in einer geselligen Gesprächsrunde gefangen. Ja, man kennt sich. Das ist einer der grundlegenden Vorteile der kleinen Festivals. Bändchen und Akkreditierung geholt, die Kamera vorbereitet und schon war ich gespannt auf die Dinge die noch kommen würden. Wie ich ja schon erwähnte, konnte ich nicht am Donnerstag anreisen, zur Dying Victims Labelnight. Hier hätte mich unter anderem sehr Zerre interessiert, die aus Würzburg kommend die Republik mit hochwertigem Thrash Metal versorgen.

Von Newbis, zwei Brüdern und schwedischem Stahl

Als die Pforten öffneten, gab es noch genug Zeit sich mal umzusehen. Es gab eine große Merch-Ecke, die sich sehr übersichtlich gestaltet zeigte. Eine große Bar, nebst Cocktail Zapfstelle, war natürlich auch vorhanden. Wer sich auf die Suche nach Tonträgern machte, wurde bei diversen Ständen fündig. Erste Handlung ist, wie jedes Jahr, der Kauf von Losen aus der Tombola. Leider war es diesmal nichts mit einer üppigen Gewinnausschüttung. Egal, es dient ja einem guten Zweck. Draußen gab es wieder Bierbänke in ausreichender Anzahl und eine kleine Futterecke. Hier gab es für jeden Geschmack etwas zu schlemmen.

Wie jedes Jahr durfte die Gewinnerband des vereinseigenen Band-Contests das Festival eröffnen. In diesem Jahr waren das Lizzord, eine Band aus Deutschlands düsterster Eifel Region. Sie produzieren Thrash Metal und das nicht schlecht. Mein Highlight war „Acid Exterminator“, auch weil Gitarrist Michel ans Micro durfte. Als vorletztes Stück noch mit „Arise“ ein Sepultura Eckpfeiler ins Publikum gerammt und als doppelter Gewinner die Bühne verlassen.

Die zweite Band des Tages kam aus weiter Ferne. Blizzard Hunter reisten aus Peru an. Cooler Metal mit Speedeinschlag. Ihr neues Album im Gepäck brachten sie auch mit und stellten einige Songs vor. Coole Aktion: Es gab ein Special Shirt mit dem Aufdruck: „aplastador de dormentas“ als Anerkennung für die Band.

Danach gaben sich Savage Oath die Ehre. Die erste Band an diesem Tag mit 60 Minuten Spielzeit, wie es einer All Star Band zuträglich ist. Kalli Kaldschmidt am zweiten Sechssaiter komplettierte das Line-Up. Alles was an Backkatalogmaterial verfügbar war wurde gespielt, der Merch brummte.

Bei Imha Tarikat habe ich mir ein Päuschen gegönnt. Die Reaktionen auf die Show waren durchweg gut. „Danke für diese Stunde“, so drückte es ein überwältigter Fan gegenüber dem Veranstalter aus.

Als Ambush die Bühne betraten war ich dann wieder vor Ort. Ein bisschen Tanzschule, eins, zwei, Tap und Drehung, aber allemal mit großem Spaßfaktor belegt und musikalisch untermauert. Natürlich immer am Start: „Possessed By Evil“ und „Natural Born Killers“. Später am Abend sollte man sich nochmal die Augen wischen.

Danach wurde es doomiger. Procession legten einen astreinen Auftritt hin. Dunkle Note kommt immer gut an, hier noch gespickt mit etwas Epos und tragenden Momenten. Mein Highlight „One By One They Died“ blieb noch lange im Ohr.

Danach kam es zum Brüdertreffen auf der Bühne. John und Mark Gallagher, beide schon in den Mittsechzigern, machten einen Riesenaufriss auf der Bühne. Irgendwie musste ich an Duracell denken. Das war schon eine Leistung. Einen Mega Sing Along gab es natürlich bei „Rock Until You Drop“, ähnlich lautstark wie zuvor bei „Natural Born Killers“ im Ambush Set.

Den Abschluss des Abends bildeten die „sagenumwobenen“ Swedish Steel. Größtenteils Schulterzucken wenn es darum ging, welche Band sich dahinter verbirgt. Die Lösung: Ambush spielen Judas Priests „British Steel“ Album. Dann mal los. Es war gut gemacht, Fäuste flogen gen Himmel, Erinnerungen wurden wach. Ich habe mich dann nach „United“ zurückgezogen. Auch damals war es schon irgendwie nicht mehr „meine“ Priest Musik.

Zwischen Growls und epischen Momenten

Der zweite Tag wurde von Raze eröffnet. Vorher gab es wieder ein Weißwurst-Frühstück und das erste Mal einen Flohmarkt. Raze kommen eigentlich aus Berlin und haben sich während der Pandemie gegründet. Schöner Thrash mit punkigen Gewürznoten. Die werde ich mal im Auge behalten.

Fer De Lance sind ja zurzeit mit das das heißeste Eisen im epischen Metall. Volle Gesangsunterstützung vom Publikum. Persönlich fehlt mir etwas Wucht. Aber wie gesagt, die Bude war voll.

Bei Wheel machte ich eine Essenspause und war gespannt auf Messiah, aber ja genau die mussten kurzfristig absagen und so kamen Warrant ins Spiel. Diese hatte ich schon im Sommer zweimal gesehen und von daher dehnte ich meine Pause aus. Kleiner Funfact zu Messiah. Sie hatten ja das ganze Merch schon geschickt, sodass es auch verkauft werden konnte. Und das mit sehr großem Erfolg. So gab es zumindest ein finanzielles Trostpflaster für die Band.
Dann kamen Denial Of God. Die dänischen Black Metaller habe ich schon lange auf meiner Liste. Nun konnte ich sie live erleben und, was soll ich sagen, sie flashten mich auf ganzer Linie. Der ein oder andere Tonträger wird in Kürze in meinen Besitz übergehen.

Atlantean Kodex, verstärkt durch Markus Ulrich an der Gitarre, sind im Begriff eine richtige Bühnenpräsenz zu bekommen. Erst vor Wochenfrist hatten sie zusammen mit ihren treuesten Fans im Helvete Club, in Oberhausen, bei gefühlten 50°C den wohl besten Gig seit Theuern gespielt und heute legten sie fulminant nach. Die Setlist bekannt und bewährt und das Gitarrenduo Cora und Ulle bringen das Ganze auf ein neues Level. Einmal ganz kurz, aber auch nur in einem kleinen Moment wird es politisch, als Markus Becker anmerkte, man hat fast keine Lust mehr das folgende Stück zu spielen, wenn man sich den Zustand in Europa anschaut: “ Once again, we would like to speak to you about the tragedy in Europe…“

Headliner des zweiten Tages sind Asphyx. Death Metal mit „a little bit of Promille“. Unsere holländischen Nachbarn verstehen sich nicht nur als Death Metal Ikonen, sondern genießen auch das Konzertleben. Aber alles gut, die Show war prima, gute Songauswahl, guter Abschluss.

Und was bleibt hängen?

Zwei Tage bei super Wetter, tollen Bands, einer klasse Location mit exzellenter Organisation und tollen Leuten. Wiederkommen ist Pflicht. Nach einer kurzen Durststrecke ging es mit dem Storm Crusher dieses Jahr wieder in die richtige Richtung. Ohne Warm Up Show besuchten 250 Zuschauer mehr als letztes Jahr das Festival. Ich stellte Mitveranstalter Achim noch die Frage: „Was gibt es aus eurer Sicht am Publikumsverhalten zu verbessern und was hat euch gefallen?“ Die Antwort ist eine schöne Schlusszeile: „Nichts! Das Publikum war super, die Campingfläche blitzsauber.“ Chapeau!

Für nächstes Jahr sind schon gemeldet: Tankard, Benediction, Lunar Shadow, Metal Inquisitor, Attic, Desaster, Slingblade u.v.m. [hans-juergen]

Tickets für 2027 gibt es hier.

Filed under: Festivals, Konzertphotos, Live Reviews, Metal

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