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Yesterday: Loreena McKennit & Band in der Phillipshalle Düsseldorf am 27.03.2007

(vo) Am 23. März 2012 werde ich für ca. 2 Stunden nicht mehr so ganz in und auf dieser Welt leben. Loreena McKennit und ihre Band werden mich in diesen Zustand versetzen. Die Vorfreude auf dieses Ereignis erinnert mich an das Konzert von Loreena und Band vor knapp 5 Jahren an gleicher Stelle….

Im September 1998 verbrachten wir 14 Tage in Chicago, um uns den Blues zu geben. Tagsüber hörten und sahen wir uns in der Metropole am Lake Michigan Stadt, Leute und Plattenläden an und abends Blues, live und ungeschminkt. In diversen Bluesclubs erlebten wir u.a. Anson Funderburgh & Sam Myers,  Eddie Clearwater, Billy Branch & The Sons Of Blues, Lil` Ed & The Blues Imperials und Lynwood Slim. In den letzten Zügen unseres Aufenthalts besuchten wir auch mal wieder in Downtown Chicago eine Filiale von Tower Records.

Dort ertönten aus den Lautsprechern, während wir die Musikregale durchwühlten, einige Lieder von Loreena McKennit.  Ich war völlig hin und weg und von den Socken.  Vorher noch nie gehörte Klänge. Was für eine Stimme. Und diese faszinierende Musik mit Einflüssen aus allen Kontinenten. Der Verkäufer zeigte uns (Roland, Thomas und mir) die CD: es handelte sich um das Album “The Book Of Secrets.“ Wir kauften auch noch ihre CDs „The Visit“ und „The Mask And Mirror“, alle drei zusammen für 36 $.

Wieder zu Hause und nach dem Jetlag hörte ich mir wieder und wieder diese drei CDs an, die Reise war noch nicht zu Ende, sie ging weiter.

Im Jahre 2007 nach Christus war es endlich soweit, Loreena besuchte Deutschland. Ich berappte 71,65 €, um diese göttliche Musikstilmischung in Farbe und live zu konsumieren. Für 71,65 € kann ich mich sehr amtlich besaufen. Oder knapp zwölf Kilo Lavazza Cafe Crema kaufen, die Kaffeedroge, in Venlo bei Marijke und John. Oder, oder. Ich zog für diesen Preis die Droge Musik vor und legte das Geld in die Hände einer 9-köpfigen Band.

Den Kontroletti am Eingang der ehrwürdigen Phillipshalle interessierte neben der Eintrittskarte nur, ob ein Fotoapparat an Mann oder Frau war.  Es herrschte Fotografierverbot. Die Inspektion des Merchandisingbereichs war wegen des Andrangs dort sehr mühselig. Die Preise: reichlich. CD und T-Shirt je 20 €, DVD 30€.  Trotzdem verließen aber etliche Besucher den großen Stand mühselig beladen.

Vor Betreten der heiligen Phillipshalle ( etliche grandiose Konzerte erlebte ich hier, u.a. Rory Gallagher, Johnny Winter, Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet, The Pogues, Oyster Band ) erhielten wir von einer charmanten Dame ein Konzertprogramm und ein professionelles Lächeln. In der Halle gab es wie im Kino Platzanweiserinnen, sehr nett und hilfsbereit. Mein Sitzplatz (es gab nur Sitzplätze) in Block D, Reihe 4, Platz 4, ca. 70 Meter von der Bühnenmitte entfernt, sehr gute Sicht. Ich klopfte mir auf die Schulter, sehr gut ausgesucht, Herr Fröhmer.

Vor mir wurde es dunkel. Aber nicht weil im letzten Moment ein 2,20 Meter großer Catcher oder eine 2m große Sumoringerin ihre Plätze einnahmen, nein. Das Hallenlicht erlosch, der Trip begann.

Ab 20 Uhr und 05 Minuten mitteleuropäischer Zeit breitete sich ein Klangteppich in der Phillipshalle aus, der sich als fliegender Teppich entpuppte. Ausnahmslos jeder Zuhörer nahm auf diesem Teppich Platz, wir hoben ab und flogen und schwebten über den Dingen. Völlig schwerelos. Im autogenen Training gibt es eine Übung, die nennt sich “ Sonnengeflecht strömend warm “. Es geht um die Vorstellung, dass sich im Bauch- und Magenraumraum die Sonne befindet und der Übende dort Wärme verspürt. Keine Hitze. Bei mir breitete sich das Sonnengeflecht ab 20 Uhr 08 Uhr im ganzen Körper aus.

Die Reise führte vom Orient zum Okzident, nach Irland und Griechenland, in die Türkei und in die Mongolei. Nach China und Nord- und Südamerika. Die neunköpfige Band begleitete Loreena magnificent, bravourös, grandios. Mir fehlen die Worte ob dieser Perfektion. „She moved through the fair“, das erste Lied, ein Jahrmarkt der Gefühle. Im ersten Set überwogen Kompositionen aus den CDs „The Book Of Secrets“ und „An Ancient Muse“.  Je ein Stück stammten aus den Alben „Elemental“ und „The Mask And Mirror“.

Nach jedem Lied bedankte sich Loreena auf deutsch bei uns,  dem völlig hingerissenen Publikum. Vor dem letzten Lied  vor der Pause, dem „Little break“, stellte Loreena  ihre 8 Musiker einzeln vor, acht mal tosender Applaus des Publikums.  Danach entschuldigte sich sich bei “ The audience on the right side“, sie könne durch den oberen Bogen ihrer Harfe die Genannten nicht sehen, aber sie denke an sie während des Liedes!!! Schon in der Pause kam ich zu diesem Ergebnis: Dieses Konzert werde ich in meinem restlichen Leben nicht mehr vergessen.

In der gleichen Qualität wie im ersten Set ging es nach der Pause weiter.   Wir hörten auch drei Stücke aus ihrem Album „The Visit“, u. a. „Santiago“, das Loreena mit umgehängtem Accordion mit einigen eingesprungenen Rittbergern verzierte. Hugh Marsh, der Violinist, bekam Szenenapplaus en Masse für ein famoses Solo. Hier noch die anderen fantastischen Musiker: Caroline Lavelle – Cello, Tal Bergman – Drums, Ben Grossman – Hurdy Gurdy und Percussion, Rick Lazar – Percussion, Brian Hughes – Gitarre, Oud, Celtic Bouzouki, Donald Quan – Viola, Keyboards, Accordion, Tim Landers – Bass und Sokratis Sinopoulos an der Lyra und Greek Lute. Mit „Never Ending Road“ verabschiedete sich die Band von uns.

Standing ovations und Jubelrufe ließen die ehrwürdige Halle erbeben. Übrigens: Während der zwei Stunden formidabelster Musik herrschte äußerst starkes Schauerwetter in der Halle, mich und uns überfiel ein Schauer nach dem anderen. Und, ein “schöneres Konzert“ habe ich in meiner nun 35-jährigen Konzertzeit noch nicht gehört und gesehen, faszinierend…..(Volker)

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