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Jeff Healey – As The Years Go Passing By + House On Fire

Jeff Healey As Zwei bemerkenswerte Neuerscheinungen flankieren Jeff Healeys fünften Todestag (2. März 2013).

Grandioser Stoff – das schon Mal vorweg.

Healey gehört zu der Sorte von Musikern, die ein ganzes Genre geprägt haben. Im Besonderen Blues (mit Gitarre) und quasi nebenbei Jazz (mit Trompete oder Schlagzeug). Beides hat er geliebt und verteidigt – Handling und Handicap waren außergewöhnlich.

Er bediente die Gitarre von oben – meist lag sie quer auf seinen Knien, um Zupfen, Drücken oder Reißen im Zweifel gleichzeitig gewährleisten zu können.

Als ihn sein Augenkrebs im Alter von einem Jahr heimsuchte, war der Schock groß und guter Rat teuer.

Jeffs Eltern entschieden sich, ihn musikalisch zu fördern.

Im Booklet der Box ist ein zu Herzen gehendes Foto zu sehen, wo er (Jeff) – im Alter von etwa fünf Jahren eine Akustikgitarre – genau so groß wie er – von oben mit seinen Fingern im wahrsten Sinne zu begreifen lernt.

Letztlich hat er seinen Stil zum Markenzeichen erhoben.

Unverwechselbar. Geradezu „amazing“, wie die Angloamerikaner zu sagen pflegen.

As The Years Go Passing By“ (Deluxe Edition) demonstriert es mit Nachdruck.

Ohne Filter Extra“ (Baden-Baden 1989 und 2000) sowie „Extraspät In Concert“ (Stuttgart 1995) sind hier erstmals auf zwei DVDs und drei CDs dokumentiert.

Unabhängig von der unterschiedlichen Frisurenmode wird eines besonders deutlich: Jeff Healy hatte zuförderst die Band auf dem Zettel.

Healeys Teamplayer-Mentalität ließ die Zügel locker, und genau deshalb hatte er wohl auch alles im Griff.

Im Booklet erinnert sich Bassist Joe Rockman voller Hochachtung an Jeff Healey:

He enjoyed handing over the rainbow, which is rare.”

Frei übersetzt: „Er wollte nicht im Mittelpunkt stehen. Die Band war wichtig!“

Alles andere wurde im Hintergrund besprochen.

Das sagt viel über Healeys Selbstverständnis aus. Eine bevorzugte Behandlung lehnte er ab. Joe Rockman: “Typisch war auch, dass Jeff, wenn er sich unwohl fühlte, Schmerzen hatte oder stark erkältet war, sich noch mehr reinhängte und sich voll verausgabte.“

Die Band spielt bei „Ohne Filter Extra 1989“ in der ursprünglichen Dreierformation, also neben Healey mit Joe Rockman (Bass/Vocals) und Tom Stephen (Drums). Bei „Extraspät in Concert 1995“ gesellt sich Gitarrist Pat Rush hinzu und bei „Ohne Filter Extra 2000“ ist Philip Sayce an der zweiten Gitarre dabei.

Der Titeltrack „As The Years Go Passing By“ ist ausschließlich bei „Extraspät in Concert“ vertreten. Ansonsten gibt es alle großen Hits bzw. Interpretationen der Band wie „See The Light”, „Roadhouse Blues“, „When The Night Comes Falling From The Sky““, „Angel Eyes, „I’m Tore Down“, „While My Guitar Gently Weeps”, “Confidence Man” oder “My Little Girl” mehrmals zu hören und zu sehen.

Das Publikum ist selbstredend jedes Mal aus dem Häuschen.

Und mit was? Mit Recht!

Gesamtlauflänge der DVDs bzw. CDs: jeweils circa 200 min

Vertreiber in-akustik bittet noch um folgenden Hinweis:

Alle, die an einem Fotowettbewerb teilnehmen möchten, um Originalfotos von Jeff Healey between the years of his career (= vorher/nachher!) einzusenden, werden gebeten, sich bis zum 31. März 2013 zu melden.

Alle Einzelheiten der Aktion unter:

http://www.jeff-healey-live.com

Jeff Healey House Auch die zweite Neuveröffentlichung ist eine Fundgrube für Healey-Fans.

Mit „House On Fire“ werden von Eagle Records 11 Tracks aus unveröffentlichtem Archivmaterial erstmals offiziell zugänglich gemacht

Sieben Eigenkompositionen und vier Coverversionen (u.a.: Springsteens „Adam Raised A Cain“ und Bob Segers „We’ve Got Tonight“).

Die Songs entstanden zwischen 1992 und 1998.

Track elf “Joined At The Heart” ist indes komplett überflüssig und einfach nur pures Pop-Klischee.

Sei’s drum.

Jeff Healey möge leben.

Er war Vorbild und einer der innovativsten Blues-Gitarristen aller Zeiten.

Das wird ihm so schnell niemand nehmen.

Danke, Jeff!

As The Years Go Passing By“: INAK 2013 DLCD

House On Fire”: Eagle/Edel EAG CD 496

(Heinz W. Arndt)

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