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Moewn – Aqua Alta

Moewn-acquaalta(to) Aus dem Hause der Pink Tank Records Familie stammt ein ganz spezieller weiß-silbrig glänzender „Seevogel“. Damit beweist besagtes rosafarbenes Vinylkettenfahrzeug einmal mehr einen hervorragenden Spürsinn für erstklassige Veröffentlichungen. Zusätzlich haben die drei Hamburger Jungs auch noch echtes Heimrecht und einen einprägsamen sowie passenden Bandnamen. Der zugleich sinnbildlich für ein Lebensgefühl an der Küste, für die Hansestadt Hamburg und die dazugehörige musikalische Eigenständigkeit stehen könnte.
Das tiefgründig anmutende Cover, in schwarzblauen Ozeanfarben, lässt zudem weitere Interpretationen zu. Wird Sie nun in die kalte Tiefe des Meeres gezogen und hat den langen Kampf um Ihr Schicksal bereits verloren? Oder wurde Sie nach einem schicksalshaften Klippensturz durch die wogende Wellen sanft aufgefangen und erst vom Wasser gerettet? Das bleibt jetzt natürlich jedem selbst überlassen und ist, wie die musikalische Sichtweise darauf, der persönliche Blick aus dem jeweiligen Betrachtungswinkel.
Indes bezeichnen die drei musizierenden Möwen Ihre instrumentalen Klangwelten als ozeanischen Rocksound, der aus postrockigen und progressiven Soundelementen zusammenfließt. Die darin ein- und auftauchende musikalische Kreativität ist beachtlich. Zum Glück überreizen die Songstrukturen aber niemals mit extrem progressiver Rumfrickelei, was das fließende ozeanische Erlebnis sonst nur sinnbefreit auseinander reißen würde. Somit bleibt der rote Soundfaden immer greifbar erhalten und driftet nie in verlorene oder zerfahrene sowie unnütze Klangwellen ab. Genau deswegen finde ich die gesamte Art, des hier dargebotenen ozeanischen Sounds, besonders gelungen und mitreißend zugleich.
Den Einklang in „Felsendunst“ kündigt eine kreischende Möwenschar an. Dabei scheinen sie leicht und geschmeidig durch die Luft und über die kräuselnden Meereswellen zu gleiten, genau wie die daraufhin einsetzenden luftigen Gitarrenklänge. Man fühlt sich fast schon imaginär an diese Steilküste versetzt und hat, von der aufsteigenden Gicht des Meerwassers, einen salzig frischen Geschmack auf den Hörzellen. Diese akustische Brandung driftet nun gegen besagte Felsenklippen. Ein aufwirbelndes Klanggemisch schäumt empor und erzeugt einen intensiver werdenden Gitarrennebel. Melancholisch durchdringen geschmeidig runde und tief vibrierende Basslinien sowie ein eher zurückhaltender Drumsound die dunstige Stille, bis sich die nächste Welle mit heran rollender Kraft an den Felsvorsprüngen bricht. Schon der erste Song ist hier ein glanzvoller Fels in der Brandung, wenn er mit seiner leisen oder intensiven sowie feinsinnigen Instrumentierungen, durch die Brandungswogen navigiert. Dann geht’s mit dem „Katamaran“ hinaus. Der Wind bläht sacht die Notensegel auf und es geht zur zweiten Soundreise ab. Das instrumentale Schiff schneidet sich auf beiden Bootsrümpfen, beständig, leicht und gehaltvoll durch das klangfreudige Fahrwasser. Mit energetischen Drive und einem kompakten Ritt, treibt dieser Titel anheimelnd durch mein Lauschzentrum.
„Wolkentürme“ setzt Anfangs einen gedachten Anflug durch ein paar flauschige Himmelswölkchen. Es werden aufgelockerte sowie stärker verhangene Wolkenhügel durchkreuzt. Aber das akustische Wetter kann sich auch schnell drehen. Es tritt mit zunehmender Dauer eine tropfschwere dicke Wolkenwand auf den Notenplan. Alles verdichtet sich. Kräftig forcierte Klangmuster umspielen das undurchdringliche und sturmgeschwängerte Wolkenpaket. Mit solch breitgefächerten Soundflügeln wird aber wirklich jede Wolkenturmreise zum wahren Genuss. Dagegen treiben bei „Packeis“ die Schollen erst einmal gemächlich auf dem Meer dahin. Das ist trügerisch, wenn man mit seinem instrumentalen Boot zwischen die immer dichter werdenden Eisfronten gerät. Der Klang packt zu. Die Eisschollen schieben sich knarzend und knackend ineinander und driften gegen die musikalische Bordwand. Schöne gehaltvolle Gitarrenparts in einem filigranen Drum- und Bassgeflecht verschmelzen mit der alles packenden und zermalmenden Eismasse. Das ist ein echtes, eisklassiges Stück. Es verschafft sich hier geradewegs seine Bahn durch das dichte Packeis in meinen Hörnerv und ist die zweite glanzvolle Nummer, meiner persönlichen Highlights, auf dieser Scheibe.
Nun treibt „Dunkelmeer“ seine aufwühlenden Klangfarben über die wogende Oberfläche und in die bedrohlichen Tiefen des Meeres. Ich werde überschwemmt von dieser markant einnehmenden Songströmung. Der wellenartige, immer präsente Basslauf, die mehrschichtigen Drumparts und die sirenengleich eindringlichen Gitarrensequenzen ziehen mich im Zusammenspiel der Elemente hinein und hinab. Da tauche ich natürlich sehr gern in die dunklen Fluten dieses Klangkörpers ein. Somit kann ich hier bedenkenlos ein weiteres starkes Stück zu meinen Favoriten hinzufügen. Gerade erst wieder aus dem dunklen Meer aufgetaucht steht schon mit „Schwarzer Frost“ ein weiteres Glanzstück auf diesem Album an. Hier wird alles geboten, verwoben, sowie zum großen Möwenfinale miteinander verknüpft. Leicht fließende Rhythmen wechseln in einen schweren ozeanischen Groove, das es eine wahre Freude ist. Wie in diesem letzten Stück die Stimmungslagen miteinander verschwimmen und zum Schluss in dem anfänglichen Möwengeschrei enden, ist schon wirklich beste ozeanisch rockende Schallwellenunterhaltung!
Die Möwenschar um Schlagzeuger Tim, Bassist Niko und Gitarrist Ben zieht hier die Soundkreise mit weiten und großartigen Schwingen am ozeanischen Rockhimmel. Sie heben sich zudem mit Ihrer eigenen intonierten Mentalität wohlwollend von einem Großteil der Postrock – Progressiv orientierten Protagonisten ab. Aus meiner akustischen Perspektive besitzt die Band dazu einen ähnlich eigenständigen sowie musikalischen Charme und kreativen Output solch hochkarätiger Bands wie Toundra, Kerretta oder Jakob.
Für mich sind die drei Hamburger mit Ihrem wirklich sehr starkem Erstlingswerk „Aqua Alta“ eine absolut akustische Bereicherung für meine darin eintauchenden und gleichsam gefluteten Sinne. Somit wird diese vinylhaftige Pink Tank Edition auch unbedingt unter die heimische Plattennadel und damit weiterhin in meine Gehörgänge wandern müssen. Ob Sturm oder Flaute, Ebbe oder Flut. Da kann kommen was will!…… (Tom)

Moewnband

 

 

 

Limitierte Edition inklusive Poster plus Downloadcode! Hergestellt in Deutschland in hochwertigem 180g Heavyweight Vinyl.
75 x Stück Seesturm Wax – Exklusive Pink Tank Edition 25 x Stück Seesturm Wax – Standart Edition 
100 Stück Ozeanblau – Exklusive Band Edition 
100 Stück Schwarz – Standard Edition
Erscheinungsdatum der LP ist der 29.10.2015

https://moewn.bandcamp.com/releases
http://www.pink-tank-records.de
https://www.facebook.com/pinktankrecords
https://www.facebook.com/pages/MOEWN/602821026461747

MAA-LP

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