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Walter Trout – Battle Scars

Walter Trout Battle Scars 1(hwa) Im aktuellen Album geht’s ans Eingemachte. Die Schilderung der lebensbedrohlichen Umstände im Zusammenhang mit einer unaufschiebbaren Lebertransplantation mag Trout nicht leichtgefallen sein. Trouts Ehefrau Marie bestärkte ihren Mann, seine traumatischen Erfahrungen mit neuem Elan und zurückgewonnener Lebensfreude im Battle Scars-Album zu verarbeiten. Es wurde wahrhaftig ein wahrhaftiges Album …

In vor Energie nur so strotzenden Melodien und herzzerreißenden Texten singt Trout davon, wie elend und kaputt er war, wie sein Lebenwille schwand und einer Sinuskurve gleichend auch immer wieder neu erstarkte. „Ich sah Marie in die Augen und sie gab mir jedesmal die Kraft, weiterzumachen.“

Der Opener „Almost Gone“ bringt Trouts Hin-und Hergerissensein auf den Punkt „Now I get the feeling / Somethings going wrong / Can’t help but feelin’ / I won’t last too long. “ Weiter heißt es: “I can feel my body closing / Like a toy that has been broken …”

Weitere Schlüsseltracks sind „Haunted By The Night“ oder “Gonna Live Again”. Trout hat schlimme Alpträume, bereut seine Sünden, fleht um Gnade und fragt „Warum ich, Gott?“ Und gibt sich nach erfolgreicher Transplantation auf die Frage, warum ausgerechnet er mit einer zweiten Chance bedient wurde, die Antwort gleich selbst: „Um ein besserer Ehemann, Vater und Mensch zu werden!“

Im Song „Omaha“ werden eigene Verzweiflung und kollektives Mitleiden mit den Patienten thematisiert. „Ich verbrachte einen Monat in der UCLA-Klinik und weitere fünf Monate im Nebraska Medical Center, Omaha. Während ich auf eine Spenderleber wartete, starben Menschen auf der Station um mich herum. Ich hörte ihre Familien weinen, und Ärzte, die versuchten, sie zu trösten. Mir wurde bewusst, dass ich jederzeit der Nächste sein könnte. Auf ‚Omaha’ zeige ich, wie sich das angefühlt hat.“ (Exakte Songfolge siehe Scan).

Walter Trout Battle Scars 2

 

 

 

 

 

Trout spürt aber auch, dass er in Person seiner Ehefrau Marie eine der verlässlichsten Stützen mit der Gabe zum praktischen Handeln hinter sich weiß. Zusammen mit Danny Bryant und dessen Ehefrau Kirby wurde die Website http://www.youcaring.com etabliert, um über die aktuelle gesundheitliche Entwicklung von Walter Trout im Netz zu berichten und gleichzeitig Spendengelder einzusammeln. Trouts eigene Krankenversicherung reichte bei weitem nicht aus, um einen monatelangen Krankenhausaufenthalt und die Reha zu finanzieren, heißt es.

„Das Fundraising für meine medizinische Behandlung brachte mehr als 240.000 Dollar ein. Marie vergleicht diese Summen mit Aktien, die meine Fans in mich und meine Leber investiert haben. Von daher trage ich nun eine große Verantwortung, denn das Mindeste, was ich den Menschen zurückgeben kann, ist mein Bestes!“

Dass es zum Besten kommen wird, kann in der ersten Dezemberwoche in Deutschland und der Schweiz überprüft werden:

01.12.15 Hamburg, Fabrik
02.12.15 Berlin, Kesselhaus
03.12.15 Bochum, RuhrCongress
05.12.15 CH-Zürich, Kaufleuten
06.12.15 München, Theaterfabrik

Neben Trout (Gitarre, Mundharmonika, Gesang) werden Johnny Griparic (Bass), Sammy Avila (Keyboards) und Michael Leasure (Schlagzeug) die Hallen in einen Hexenkessel verwandeln.

Meiner Auffassung nach lässt sich aus Trouts Sicht die „Moral von der Geschicht’“ für alle sinnstiftend wie folgt zusammenfassen:

Ich glaubte mal, ich sei der Größte.
Ich kriegte eine schlimme Diagnose.
Fühlte mich im Arsch und war ziemlich zerknirscht.
Familie und Fans machten mir Mut.
Das gab mir Kraft und wie vom Himmel geschickt eine neue Leber.
Und ein neues Leben.
Meine Dankbarkeit ist grenzenlos!

Journalisten sollen sich ja – zumindest der Einlassung von Kollege Hanns Joachim Friedrichs zufolge, – mit nichts und niemandem gemein machen.

Aber auf der Mensch-zu-Mensch-Ebene ziehe ich den Hut und wünsche Walter Trout und seiner Familie alles Gute, Frieden und Zuversicht.

(Heinz W. Arndt)

Walter Trout „Battle Scars“
Auch als Deluxe Edition mit Bonus Tracks erhältlich
Provogue / Mascot Label Group / Rough Trade, 2015

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