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musikalisches schreibkollektiv

Neuerscheinungen, die uns im März 2016 aufgefallen sind.

Maerz-News-2016

(ch+to) Eine bunte Mischung Psychedelic, Doom, Stoner, Space, Electronic, Kraut, Post, Fuzz, Blues oder Rock aus Deutschland, Frankreich, Russland, Griechenland, Island, Dänemark, Japan, England bis hin zu den USA. Alle diese Bands sind leider nur selten oder auch gar nicht in Presse, Funk und Fernsehen zu finden, aber dafür gibt es ja unseren Blog. Keine Spur von Mainstream, Plattheit, Einfallslosigkeit und Playback, einfach nur gute Musik.

3AM-Farflung

3AM / FARFLUNG – Long Distance Calling

(ch) Die gemeinsame Split LP zweier Deep Space-Rock-Bands ist am Start. Auf dieser Scheibe treffen sich das entlegenste Ein-Mann-Drone Ensemble „3AM“ aus Peru und die wilden Spacer von „Farflung“ aus Kalifornien. Also der musikalische Norden und Süden des gleichen Erdteils unseres Planeten. Vergesst kalifornische Strände oder Panflöten aus Peru, hier sind hypnotische Weltraumklänge angesagt.
Die Farflung Seite beginnt mit „Jettisoned In The Rushes…..Phase 2 (Dauntless)“. Es rauschen Synthesizer-Drones, der Gesang kommt in Repetitio und die Gitarrenlinie erarbeitet sich langsam den Weg durch die orbitale Zeit. Die Drums treten in die gleiche Verzögerung der Wiederholung bis der Bass alles verbindet.
„Mercere“ kommt mit energischen Drums und Bass-Grooves, wobei die Intensität wechselt. „Petrol For The Crows“, im Uptempo, erzählt im Hintergrund, mit männlichem und weiblichem Gesang, eine seltsame Geschichte. Es ist entspannter spaciger und melodischer Sound, nicht fremdartig aber in leicht unterkühlter Art und Weise.
Die „3AM“ Seite, darunter die Überarbeitung eines alten La Ira De Dios Songs und ein Cover von Willie Dixon, „Fire“, beginnt mit nachhallender Gitarre, Drums und weiteren Gitarrenläufen. Ferne Vocals kommen dazu und es wird langsam intensiver.
Bei „Eterna Ascension“ (La Ira De Dios aus dem ersten Album) zieht nur eine Gitarre an und spielt ein langes Gitarrensolo zwischen den Vocals. „Venus“ läuft sehr langsam, das ist eine ziemlich coole Version mit etwas Drum-Machine, Slide-Gitarre und Gesang.
Insgesamt ist dieser 3AM/ Farflung Split wirklich sehr gelungen. Also unbedingt reinhören, es lohnt sich!

Das Album erschien am 1. März 2016 via Headspin Records als Colour-Vinyl, Silber und Orange.

Line-up:
FARFLUNG
3AM

FARFLUNG side:
01 – Jettisoned In The Rushes…..Phase 2 (Dauntless) (8:22)
02 – Mercere (5:18)
03 – Petrol For The Crows (6:52)
3AM side:
04 – Fire (6:45)
05 – Eterna Ascension (5:47)
06 – Venus (7:15)
07 – Hidden Charms (4:25)

Long Distance Calling (Split w/Farflung) | 3AM – Bandcamp

 


 

Birthday Kicks

Birthday Kicks – Black Echo Trap

(ch+to) „Birthday Kicks“ aus Larissa sind in unseren Ohren mit einem herzhaften Soundkick aufgetaucht. „Black Echo Trap“ ist ein Stoner-Fuzz Album mit viel Desert Rock. Man kann sicherlich dabei auch ab und zu diverse Monster Magnet Einflüsse hören.
Ein ausgezeichnetes Album zum chillen oder für eine schöne Getränkerunde mit ein paar Freunden. Wenn man dazu noch das passende Rauchzeugs plus flüssigen Stoff seiner Wahl zur Hand hat kann man auch wunderbar abrocken. Ohne diverse künstliche Selbstanreicherung klingt es natürlich genauso gut.
Das Album ist durchweg erstklassig und geht dazu unheimlich gut ins Ohr, das ist gar keine Frage. Die Songs überzeugen mit diversen eingängigen Refrains und ausgeprägten Hooks. Tempo-Wechsel kommen wie geschmiert und das Wichtigste, das Ganze ist authentisch wie Sau und macht einfach richtig viel Hörspass.
Bleibt also abzuwarten, ob dieses audiomäßige Studiofeuerwerk auch Live auf der Bühne entfacht werden kann. Unsere Prognose hierzu ist ziemlich optimistisch. Sie spielen am 21. Mai zusammen mit Uncle Acid im Eightball Club – Thessaloniki. Da der Reiseweg von uns aus allgemein sehr zeitintensiv ist, wäre die Band bestimmt auch eine hervorragende Bereicherung für unsere Open Air Bühnen und Live-Clubs, da sind wir uns sicher. Ein verdammt starker Soundkick und somit uneingeschränkte Reinlauschempfehlung!

Das Album erschien am 1. Februar 2016 auf Vinyl.

Line-up:
Dr. Crash
Dr. Dust
Dr. Shock

Tracklist:
01 – Johnny Watcher (4:04)
02 – Black Echo (3:26)
03 – Hole (3:15)
04 – Run Right Now [5:58)
05 – Outlaw (2:53)
06 – I Just Wanna Make Love To You (3:41)
07 – Untold (2:58)
08 – Dishwasher Blues (3:29)

Birthday Kicks – Bandcamp

 


 

Causa Sui

Causa Sui – Return To Sky

(ch+to) ‘Return To The Sky‘ ist der Nachfolger von ‘Euporie Tide‘ von 2013, mit dem sich die Band in der europäischen Psych Szene mit in die Spitze spielen konnte. Das neue Album ‘Return To Sky‘ ist ein dichtes  und sattes Stück intensiv-experimenteller aber dennoch mitreißender und instrumentaler Rocksound.
Jeder dieser fünf epenischen Songs des Albums ist großartige, genreübergreifende Psychedelica. Und jedes Mal gibt es dem Ganzen eine erweiternde Richtung. Plastische und heavy-abgestimmte Riffs öffnen sich zu sinfonischen Soundlandschaften, flüssiger Minimalismus, der sich zu facettenreichen Crescendos aufschwingt und dann wieder in sich zurückkehrt.
Mehr als bei jedem anderen Album zeigen sich in ‘Return To The Sky‘ die Wurzeln des Avant Rock der späten Neunziger. Verschiedene Genres vermischen sich zu etwas, das ebenso zeitgemäß klingt sowie den Hauch aus jenseitigen Tagen trägt.
Die Bandmitglieder, die dazu in verschiedensten Projekten aktiv sind, vereinen wirklich unglaublich viel kreatives Potenzial. Das wird hier wieder mehr als deutlich.
Niemals zuvor haben sie so tiefgründig und hypnotisch geklungen wie auf dieser Scheibe. Wer in dieses klanghafte Meisterwerk nicht reinhört, ist selber schuld!

Das Album erschien am 18. März 2016 via El Paraiso Records als Vinyl und CD.

Line-up:
Jess Kahr – Bass
Jakob Skøtt – Drums/Percussion
Rasmus Rasmussen – Keyboards/Shynt
Jonas Munk – Guitar

Tracklist:
01 – Dust Meridian (10:08)
02 – The Source (6:36)
03 – Mondo Buzzo (8:30)
04 – Dawn Passage (8:20)
05 – Return To Sky (11:38)

Causa Sui- Dust Meridian (Return To Sky) – YouTube

Causa Sui- The Source (Return To Sky) – YouTube

 


 

Church of Misery

Church Of Misery – And Then There Were None…

(ch) „Church Of Misery“ sind nach drei Jahren mit ihrer neuen Veröffentlichung „And Then There Were None….“ zurück. Dabei musste Bassist und Mastermind Tatsu Mikami nach dem letzten Album ein komplett neues Line-Up zusammenstellen. Durch diesen Umbruch hat sich die Grundstimmung der Musik in „And Then There Were None….“ verändert. Es wirkt noch schwerer, schleppender und letztlich auch düsterer als „Thy Kingdom Scum“.
Zwar bleibt man bei der grundlegenden Ausrichtung, es wird jedoch – nicht gänzlich unerwartet bei der Besetzung – um einen ordentlichen Schuss Stoner Sludge angereichert. Die in Ansätzen räudige und verächtliche Betonung im Gesang überzeugt und passt ausgezeichnet zu dem neuen Songmaterial. Beispielhaft ist im Titel „Confessions Of An Embittered Soul“zu hören.
Zwei Titel stechen besonders hervor: Zunächst der psychedelisch beginnende, achtminütige Opener „The Hell Benders“, angelehnt an die Taten der Bender-Familie im Kansas der 1870er-Jahre. Dieser Track wandelt sich ab der Mitte der Spielzeit in ein groovendes Schwergewicht, das mit seinem knarrenden Bass und toller Gitarrenarbeit punktet.
Der Abschlusstrack „Murderfreak Blues“ ist nicht weniger als der Titelname verheißt: Ein verspielter Doom-Blues, der sich, getragen von ausladenden Soli, anhört, als sei er direkt aus den Tiefen Louisianas entstiegen. Wie ein Soundtrack zum nächsten Tarantino Film.
Ein Leckerbissen für Anhänger des ursprünglichen Doom mit rohem, bluesigen Einschlag.

Das Album erschien am 4. März 2016 via Rise Above Records als Green und Black-Vinyl und CD.

Line-up:
Dave Szulkin – Guitar
Scott Carlson – Guitar/Vocals
Tatsu Mikami – Bass
Eric Little – Drums

Tracklist
01 – The Hell Benders (8:14)
02 – Make Them Die Slowly (6:25)
03 – Doctor Death (6:18)
04 – River Demon (5:03)
05 – Confessions Of An Embittered Soul (5:15)
06 – Suicide Journey (1:53)
07 – Murderfreak Blues (8:26)

Church Of Misery – Bandcamp

 


 

Dead Skeletons

Dead Skeletons – Live in Berlin

(ch) Die isländische Band Dead Skeletons sind aus einem Zufallsprodukt entstanden. Als Mastermind Jón Sæmundur Auðarson alias Nonni Dead 2008 im Kunstmuseum von Reykjavik eine Installation plante, wollte er Diese mit Musik untermalen. Also fragt er seinen Kumpel Henrik Björnsson, ob er ihm nicht ein Stück komponieren möchte. Es war der erste Dead Skeletons Song, „Dead Mantra“.
Nach der Debüt EP „Dead Mantra“, die 2010 erschien, kam im Jahr darauf das erste Album der Dead Skeletons unter dem Titel „Dead Magick“ heraus. Zu diesem Zeitpunkt war die Band, mit Henrik Björnsson und Ryan Carlson Van Kriedt als feste Mitglieder sowie weiteren Musikern, die zu den einzelnen Sessions dazukamen, bereits zu einem Ensemble angewachsen.
„Dead Skeletons“ sind mehr als eine Band. Sie sind Rock n Roll Geisterbahnfahrer, die Leben und Tod sowie die Tiefen des Lichtes erforschen und durch verschiedene Seelenräume wandern.
Dieses Doppel-Album ist ein Live-Mitschnitt ihrer Performance im legendären SO36 Club in Berlin, der speziell für diese Nacht neu belebt wurde. Die Energie zwischen dem Trio und dem Publikum ist eine trancendentale Erfahrung und mehr. Seite D des Vinyl enthält ein Siebdruck-Kunstwerk und damit ein echtes Stück spiritueller Kunst!

Das Album erschien am 25. März 2016 via Fuzz Club als Doppel-Vinyl, CD und Kassette.

Line-up:
Jón Sæmundur Auðarson (Nonni Dead) – Vocals
Henrik Björnsson – Guitar/Vocals
Ryan Carlson Van Kriedt – Guitar/Vocals
Will Carruthers – Bass
Orri Einarsson – Drums
Shaun Mulrooney – Percussion/Synth

Tracklist:
01 – Om Varja Sattva Hung (10:14)
02 – Om Mani Peme Hung (5:51)
03 – Buddha Christ (4:50)
04 – Kundalini Eyes (6:42)
05 – Psychodead (5:28)
06 – When The Sun (6:58)
07 – Dead Comet (5:26)
08 – Get On The Train (5:52)
09 – Kingdom Of God (4:31)
10 – Dead Mantra (8:39)

DEAD SKELETONS (LIVE IN BERLIN) – YouTube

 


 

Desert Mountain Tribe

Desert Mountain Tribe – Either That Or The Moon

(ch+to) „Desert Mountain Tribe“ haben mit „Either That Or The Moon“ einen echten, musikalischen Leckerbissen geschaffen. Mal rockt der Sound wie verrückt, dann sind wieder ruhige Passagen zugegen, die mit vorherrschend psychedelische Färbung wie die Vertonung eines halluzinogenen Drogenrausches wirken.
Das lässt „Either That Or The Moon“, das Debüt dieses deutsch-britischen Trios, mächtig und großartig in der heimischen Anlage rotieren.
„Feel The Light“ eröffnet das Album mit spaciger Atmosphäre. Die feinen und raumgreifenden Songstrukturen sowie der unaufgeregte Gesang von Jonty Balls fordern den Hörer, da die einzelnen Stücke mit abwechslungsreichen und vielschichtigen Arrangements daherkommen.
Besagter siebenminütiger Opener „Feel The Light“ etwa zündet gleich mit dieser vielseitigen Palette an Strukturen. Balls ist in den Hintergrund gemischt und mit allerlei Effekten überlagert. Nach und nach entfaltet der Song aber seinen vollen Reiz und bohrt sich unaufhaltsam in die Lauschorgane hinein.
Sie können natürlich auch richtig melodiös, etwa bei „Heaven And Hell“ sowie beim forsch rockenden „Enos In Space“.
„Desert Mountain Tribe“ manövrieren sich recht geschmackssicher durch diese spacig angehauchte Rockwelt. Die zwei in London lebenden Brüder aus Köln und der britische Gitarrist/Sänger Jonty Balls lassen hier insgesamt ein tolles und erstklassiges Album vom Stapel. Zudem sind Sie demnächst auch live und in voller Schallwellenpracht bei uns unterwegs.
Hier zeigen beide Gehördaumen direkt nach oben, in Richtung Rockorbit. Dieses großartige Klangpaket der drei DMT-Jungs ist absolut Empfehlenswert!

Das Album erschien am 4. März 2016 via Membran Records auf Vinyl und CD.

Line-up:
Jonty Balls – Guitar/ Vocals
Philipp Jahn – Bass
Felix Jahn – Drums

Tracklist:
01 – Feel The Light (7:25)
02 – Take A Ride (3:26)
03 – Midnight Sky (5:05)
04 – Heaven And Hell [5:51)
05 – Runway (4:01)
06 – Enos In Space (3:55)
07 – Way Down (4:50)
08 – Oc Dream (4:33)
09 – Interstellar (9:02)
10 – Coming Down – Bonus (4:58)
11 – Leave It Behind – Bonus (7:27)

Desert Mountain Tribe – Official Website

 


 

Yeti Lane

Yeti Lane – L’aurore

(ch) Das Pariser experimental Elektro-Psych Duo Yeti Lane besteht aus Ben – Gesang, akustische und elektrische Gitarre, Keyboards mit analogen Synthesizer und Charly – Drums, Percussion, analoge Keyboards und Synthesizer.
Das Eröffnungsstück „Délicat“ beeindruckt mit atmosphärischen Synthie und filmischen Gitarren, das die intensiv brillante Gesangsspur in diesem experimentellen Stück psychedelisch trägt. Die Drums sind spärlich. aber effektiv gesetzt.
„Good Word’s Gone“ explodiert auf der musikalischen Leinwand mit hemmungsloser Hingabe. Dieser flockig geschichtete Monolith schwimmt auf den Wellen des schimmernden Klangs mit süchtiger Gitarre und nervösen Drums. Der Gesang mit Synthesizer schwillt sterbend an. Sehr angenehm!
Track drei „Acide Amer“ ist ein dunkles, wirbelndes synth Monster, das entlang seiner psych-infundierten Achse läuft. Die welligen Qualitäten von „Liquide“ kommen hypnotisierend. Diese Schallwellen sind atemberaubend! „L’Aurore“ wirbelt und verschmilzt mit dem nächsten Stück „Crystal Sky“, einem ausdrucksstarken psych Meisterwerk! Klagender Gesang, wirbelnde Gitarren, dunkle und stampfenden Drums führen die Spur und pflügen durch die Musiklandschaft.
Mit Verzerrung aufkeimenden Gitarrenlinien treten in „Exquis“, dem längste Track auf dieser Release, in die Notenbahn. Wirbelnde Wellen führen in den psychedelischen Kern, wo sich stampfende Drums in eine hypnotische wiederholende Sequenz bündeln. Die laute Gitarre verhindert ein Davonschweben.
„Ne dis rien“ treibt elektronisch mit Schwaden von geschichteten Synth- Progressionen und lärmender Gitarre. Ein wahres Abschlusswerk der intensiven Proportionen und dazu das passende Ende von einem insgesamt beeindruckenden Album.

Das Album erschien am 4. März 2016 via Sonic Cathedral als Vinyl und CD.

Line-up:
Ben – Guitar/vocals/keyboards/Synthesizer
Charly – Drums/Percussion/Synthesizer

Tracklist:
01 – Délicat (4:31)
02 – Good Word’s Gone (5:53)
03 – Acide Amer (5:00)
04 – Liquide (5:29)
05 – L’Aurore (3:34)
06 – Crystal Sky (5:11)
07 – Exquis (7:41)
08 – Ne dis rien (7:14)

Yeti Lane – Clapping Music

 


 

Psychic Lemon

Psychic Lemon – Psychic Lemon

(ch) Ein wirklich schönes Debüt. Erfrischend gehen „Psychic Lemon“ den altbewährten Krautrock an, der dazu mit vielen liebevollen Reminiszenzen belebt wird. „Psychic Lemon“ kommen aus Cambridge/UK, mit einer Mischung aus Kraut und Funk. Aber mehr wie ein Weltraumabenteuer und ein grooviger, progiger Spacetrip.
Wie zum Beispiel der Opener „TiCkTok“. Er schleudert einen ohne Vorwarnung direkt ins All. Ein Stück aus Orbit-Geräuschen und einer atemberaubend treibenden Baseline, zu unbekannten Welten und Soundscapes, die Einen darin mitreißen.
„Death Cult Blues“ entwickelt sich sanft mit idyllischen Klängen, nur um einen gleich wieder in neue explodierende Klangwelten zu schleudern. „Good Cop Bad Cop“ ist ein entspannt spannendes Stück. Funky verspielt und gleichzeitig spacig. „Analogue Summer“ kommt relaxt. Ein ruhiger Bass, Slide Guitar, melodische Keyboardklänge, Vogelgezwitscher, all das strahlt flirrende Hitze aus. „Dilator“ erweckt danach mit kraftvollem Drive.
Der letzte und längste Song, „Horizon“, ist ein Betrachten der Raumwelten aus der Distanz sowie ein daran Vorbeischweben. Dabei spürt man den Drive und den Groove, um schließlich, mit einem letzten spacigen Trip, wieder auf Mutter Erde zu landen.
Das Album hat viele innovative Ideen, ein großartiges Gefühl und eine ausgewogene Mischung von stilistisch verschiedenen Elementen, Stimmungen und Strukturen. Alles entfaltet sich und fügt sich wieder ineinander, als sei es das Natürlichste überhaupt.

Das Album erschien am 4. März 2016 als CD und Download.

Line-up:
Andrew Briston – Guitar, vocals, keyboard, acoustic guitar
Andrew Hibberd – Bass
George Horler – Guitar, vocals, slide guitar
Martin Law – Drums, percussion
Special guest – Dan Ellis, flute

Tracklist:
01 – TiCkTok (5:06)
02 – Death Cult Blues (8:55)
03 – Good Cop Bad Cop (7:30)
04 – Analoque Summer [4:45)
05 – Dilator (4:36)
06 – Horizon (10:11)

Psychic Lemon – Bandcamp

 


 

Telstar Sound Drone

Telstar Sound Drone – Magical Solutions To Everyday Struggles

(ch) „Telstar Sound Drone“ ist eine psych-Band aus Kopenhagen. Die beteiligten Musiker haben unter anderem dazu mit Baby Woodrose und Spids Nøgenhat ihre eigentlichen musikalischen Aufgaben.
„Magical Solutions To Everyday Struggles“ war bestimmt keine leichte Sache. Die Band hat sich für vier Monate in ihrem Proberaum, einem kleinen und dunklen Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg, isoliert. Vielleicht klingt das Album deshalb so schön klaustrophobisch und ein wenig paranoid.
Der Klang von „Telstar Sound Drone“ ist eine Mischung aus Psychedelic Rock, Shoegaze und Drone. Was man bekommt ist ein von Feedback geschüttelter Psych, wirbelnde Soundscapes und pulsierende Ryhtmen, die das Gehirn abschmelzen. Ihre Musik besteht hauptsächlich aus traditionellen Instrumenten wie Bass, Drums und Gitarren und sie haben keine Angst vor unorthodoxen Methoden, um ihre Musik zu erforschen. Als Beispiel ist „Dark Kaschmir“. Das ist eine Aufnahme von rotierenden Instrumenten, die dadurch schwer manipulierbar wird. Wie üblich wurden auch einige Freunde in den Keller eingeladen, z.B. Hobbitten (Spids Nøgenhat / ex-On Trial).

Das Album erschien am 18. März 2016 via Bad Afro als Vinyl mit beigelegter CD.

Line-up:
Sean Jardenbæk – Vocals
Hans Beck – Drums
Mads Saaby – Guitar

Tracklist:
01 – Drug Help (5:54)
02 – Something I Can’t Place (3:51)
03 – Dark Kashmir (6:17)
04 – Your Finger Stirs The Liquid Moon (4:03)
05 – Closer Again (2:06)
06 – Strange Apples (3:17)
07 – Mad Seeds (4:05)
08 – Dead Spaces (6:03)
09 – Lean Down On White 4:29)

Telstar Sound Drone – Bandcamp

 


 

The Oscillation

The Oscillation – Monographic

(ch+to) Der unwiderstehliche Geist von „Monographic“ ist eine Mischung aus Experimenten, Haltung und Instrumentierung. „The Oscillation“ ist effektiv wie ein zweischneidiges Schwert. Es stellt sich dazu die Frage ob der Hörer das Gleiche wahrnimmt wie die Musiker oder eine ganz andere Wahrnehmung erfährt. Vom ersten Takt an kann „Monographic“ voll überzeugen.
Schon beim Titeltrack und seinem kalt treibenden Beat zündet die gravitative Notenpracht, bevor sich alles wieder in Schall aufgelöst. Eine Fahrt, aber was für Eine, wird hier geboten. „Take Us To The Moon“ ist ein schwerer und dichter Song, der mehr Ideen enthält als die meisten Menschen insgesamt an Kreativität vorweisen können. Dieser Track zeigt, warum wir ihre durchdringenden Schwingungen so mögen. Die Klänge sind relativ leicht und doch setzt sich alles komplex und überaus interessant zusammen.
Nach einem solch frenetischen Start folgt „Let It Be The End“ mit einfachen lyrischen Bahnen. Eine viel weichere und wärmere Spur zeigt auf, wie sich Castellanos als Songwriter entwickelt hat. Hier ist Geduld und Reife am Werk, die dem Album eine weite Perspektive gibt.
„Truth In Reserse“ ist ein monumentales spaciges Psych-Stück, das auf den Weg ins Unterbewusstsein führt. Der unerbittliche, kühle und präzise Trommelschlag ist wieder da. Castellanos webt eine Mischung aus heftig geführter Gitarre, dröhnenden Vocals- und Synths. Es klingt als wenn die Sounds direkt in die Klauen der Apokalypse führen.
Der nächste Titel „Another Attack“ ist vielleicht der unmittelbarste Song auf dem Album. Dazu ein leistungsstarker und hochfrequenter Angriff auf die Sinne, der fast wortlos zurück lässt. Der Hörer fühlt regelrecht eine gewisse Erleichterung, wenn das akustische Bombardement abklingt. Dies erhöht dazu die gefühlte Abwesenheit und Isolation.
Weniger dicht sind „Lonely People“ und „Alignment Zone“. Das sind eher zwei meditative Nummern, die dem Hörer eine oszillierende Rückkehr ermöglichen. Die monographische Dunkelheit ist sicherlich noch da und die Intensität erzeugt einen durchdringendes Erlebnis.
Das Album ist in seiner tonalen Vielfalt ziemlich einzigartig, dunkel, dystopisch und innovativ. Ein fantastisches Erlebnis, das von diesen kreativen und anspruchsvollen Künstlern, wieder unglaublich stark präsentiert wird.

Das Album erschien am 11. März 2016 via Hands in the Dark als Vinyl in Black und Weiß.

Line-up:
D.Castellanos – Guitars, Vocals, Keys, Bass
Valentina Magaletti – Drums
Tim Garrat – Additional Drums on Alignment Zone

Tracklist:
01 – Monographic (5:51)
02 – Take Us To The Moon (4:23)
03 – Let It Be The End (5:36)
04 – Truth In Reserse (7:19)
05 – Another Attack (5:17)
06 – Lonely People (8:44)
07 – Alignment Zone (13:03)
08 – Lonely People (drone mix) (4:51)
09 – The End Of Conscious Thought (3:54)

The Oscillation – Bandcamp

 


 

Sula Bassana

Sula Bassana – Shipwrecked

(ch+to) Diesmal scheint der Sound deutlicher von Vintage Instrumenten geprägt, die sich in Sula‘s Klangraum, im Laufe der Jahre so eingefunden haben. „Shipwrecked“ bietet rhythmisch prägnante aber auch völlig entspannte und ruhige Passagen. Über Allem schwebt ein eleganter Flow der den Hörer aufsaugt und bis zum Ende emotional mitreisst. Das sind jede Menge Raumklangzeit, um diese schwerelose Reise musikalisch zu manifestieren.
„Moonbase Alpha Alpha“ heißt der Opener. Klänge von Sprachfetzen hallen, die Rhythmik setzt ein. Das ist Musik zum mitfühlen aber auch zum abtauchen in diese andere Welt. Die Flächen und Harmonien schieben mit treibenden Groove durch spacige Gefilde.
Das zweite Stück nennt sich „Shushie Express“. Hintergründig, unheimlich und irreal dringt es in die Soundspur. Hier entsteht eine erbarmungslose Szenerie im Orbit. Der einsame „Marsianer“ von Ridley Scott kommt mir in den Sinn. Gestrandet und allein. Hypnotisch oszilliert der Song durch die Umlaufbahn der Schallwellen.
Es kommt das finster brummende „No Time – No Eternity“. Abwartend und stimulierend, ein Trancezustand setzt ein. Der ohnmächtige Mix zieht, wie an einem unsichtbaren Geigenstrang, durch die luftleere Landschaft. Es bebt, Sinne schwinden, Störungen treten in immer kürzeren Abständen auf. Ein Vorbote? Sula`s Musikelemente untermauern diese Stimmung sehr gekonnt.

Das geheimnisvollste Stück ist „Planta Bur“, das mit exotischen Klangbildern überrascht. Dieses Wechselspiel, zwischen sphärischen Tönen und rhythmisch wabernden Beats, prägen den Song. Indisch-orientalische und ambientmäßige Klänge schweben im chill-out-Charakter daher. Ein wahrhaft planetarischer Songstern und somit fast nicht von dieser Welt!
Den Abschluss bildet die Headliner „Shipwecked“ und „No Way“. Hier kommen wieder helle Strukturen mit sphärischen Nuancen auf. Geheimnisvolle Klangtupfer werden eingestreut. Das Ganze wirkt äußerst meditativ und mystisch.
Es sind genau diese kreativen Nuancen sowie atmosphärische Dichte, es ist genau die sphärische Art und filigrane Schönheit eines vielschichtigen Albums, die insgesamt diese sehr kurzweilige Raumklangreise ausmachen. Spannend, wunderbar und sehr hörenswert!

Das Album erschien am 12. Februar 2016 via Sulatron Records als Orange-Vinyl und CD. Gemastert von Eroc. Das Cover-Artwork von dem Nürnberger Maler Frank Lewecke, der auch das Bild auf Sula’s Album „The Night“ gemalt hat.

Line-up:
Dave Schmidt/Sula Bassana – alle Instrumente, komponiert und produziert

Tracklist:
01 – Moonbase Alpha Alpha (9:32)
02 – Shushie Express (10:49)
03 – No Time : No Eternity (6:22)
04 – Planeta Bur [9:16)
05 – Shipwecked (4:46)
06 – No Way (2:57)

Sula Bassana – Bandcamp

 


 

Vespero

Vespero – Lique Mekwas.

(ch) „Liqui Mekwas“ ist das siebte Studioalbum der Instrumental-psych Prog-Rock-Band „Vespero“. Dies ist der erste Teil der Abenteuer-Saga-Burleske über die Abenteuer eines jungen Mannes. Einem vertrauenswürdigen äthiopischen Leibwächter des Prinzen (im kaiserlichen Hof von Abessinien, die „Liqui Mekwas“ genannt wurden) , der vom Schicksal dazu bestimmt wird.
Erst nach Jahren treuer Gefolgschaft kann er als wahrer Thronfolger dem gegenwärtigen Führer seines Volkes folgen. Aber zuerst muss er noch einen langen, schwierigen Weg mit Prüfungen, Erfahrungen und Entbehrungen durchschreiten. Diese Geschichte wird hier ausschließlich in instrumentaler Sprache vorgetragen, ohne verbale und textliche Variablen zu verwenden. Das ist eigentlich eine sehr schwierige Aufgabe.
Von den Erzählern – in diesem Fall einem Sextett aufgezeichnet – erfordert das dazu wirklich ein unglaubliches instrumentales Talent.
Emotionen, Energien sowie eine Menge schöpferischer Magie ist erforderlich, da die reine Musik das Bild zum Leben erschaffen muss.
Wie die Band mit dieser Aufgabe fertig geworden ist kann und sollte jeder selbst beurteilen. Aus meiner Sicht hat es „Vespero“ geschafft. Es ist wirklich gut gelungen, was den stilistischen Aspekt angeht. Die Musiker bringen die Handlung mit Rock, Jazz und Progsound zum fließen. Die reine Musik wird hier für sich sprechen. Lasst Euch inspirieren!

Das Album erschien am 20. März 2016 via R.A.I.G. Records als CD, das Coverdesign stammt von Alexander Zhelonkina.

Line-up:
Ivan Fedotov – drums, percussion, wave drum
Alexander Timakov – percussion, wave drum
Arkady Fedotov – basses, synths
Alexander Kuzovlev – guitars, electric piano (1, 4)
Alexey Klabukov – keys, synths, noise box
Vitaly Borodin – violin
with
Pavel Alekseev – tenor saxophone

Tracklist:
01 – The Course 0f Abagaz (16:18)
02 – Ras Dashen (9:31)
03 – Oromoo’s Flashing Eyes (10:00)
04 – Abyssinian Ground (8:20)
05 – Isidore’s Prophet (10:23)
06 – Follow the Fitawrari (8:49)
07 – The Emperor’s Second Self (11:39)

Vespero – Bandcamp

 

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