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Cosmic Fall – Kick Out The Jams

(vo) Ein Album nach einem Klassiker des Protopunk zu benennen zeugt von großem Vertrauen in Können und Musik. Berechtigt? Aber sowas von….
Nun denn: Kick out the jams, motherfuckers!
MC 5 legten mit ihrem gleichnamigen Album und Song vor, etliche Bands coverten diesen 2:52 min. Knaller und die Berliner Heavy-Rocker Cosmic Fall benannten ihr neues Album nach diesem Meilenstein.

Vor einigen Monaten durfte ich zum ersten Mal mit großem Vergnügen dem „First Fall“ des Berliner Trios lauschen, knapp 15 Wochen später erscheinen morgen am 18.03. die neuesten Attacken von Daniel, Klaus und Mathias, die nun schon zum zweiten Mal versuchen mir das Hirn aus der Schale zu jammen.
Und?
Mit Erfolg.
Und rein instrumental.
Ich versuche nun im folgenden diese glühenden Saitenausbrüche, Riffs, Licks, diesen geilen Groove, diese Tempiwechsel, dieses „laut-leise“, oder kurz, diesen mörderischen Heavy-Rock in Worte zu kleiden.
Bevor ich mit den Buchstaben loslege und die Band mit ihrer Musik noch der dringende Hinweis der Jungs: Das sind alles keine festgefahrenen Songs sondern Jams, die, bis auf zwei, alle in ihrem alten Proberaum/gleichzeitig Studio aufgenommen wurden.

Die Jams beginnen auf dem „Saturn Highway“, einem Abflug mit einem dermaßen geilen Gitarrensound…….da wird jeder Saiten-Aficionado zum Luftgitarrenweltmeister. In 19 Minuten und 32 Sekunden starten, shutteln, glühen, brettern und schweben wir mit steilen und abfallenden Gitarrenwänden und einem in jeder Sekunde tragendem Groove aus Hauen, Stechen, Wimmern, Ballern und Bollern durch äußerst intensive Sphären, Heavy-Space-Rock der geilsten Art.

„White Stone“ landet auf einem anderen Stern, mit stärkerem Tempo als im Vorflug, und mit einem Klaus am Bass, der dermaßen die Finger fliegen lässt….lauter Heavy-Rock und mit 04:42 der mit Abstand kürzeste Jam des Albums.

„Earthfull“ weitet sich zum längsten Jam aus, eine Reise durch den unendlichen Jamraum, alles im Midtempo, zwischendurch wird zum verschnaufen auch mal längere Zeit angedockt um Fuzz, Wahwah und andere Effekte aufzutanken, danach wird wieder der Raum durchpflügt, schwarze Löcher werden gekonnt umfahren.

Ich bewundere die wenigen Bands, die so frei und gut zur Improvisation fähig sind…..neben den Berlinern fallen mir da auf Anhieb u.a. Space Debris, Space Invaders, Knall ein.

In einer anderen Tonart wird munter weitergemacht, das Gras wird purpur geraucht und gespielt, es geht anfangs sehr relaxt zur Sache, verspielt, ruhig, entspannt aber nicht entspannend, großes Potential, vergleichbar mit den famosen Dänen Causa Sui und Papir, die mich schon einige Male live erfreuten. Später werden die Zügel etwas lockerer, härterer Postrock kommt zum Vorschein und fadet mit diesem auch aus.

„Interstellar Junction“ entstand live und in Farbe in der Junction Bar in Berlin und erinnert mich in der anfänglichen Herangehensweise wieder an Causa Sui und Papir, wendet sich im weiteren aber wieder mehr dem weicheren und härteren Space, Cosmic Fall at it`s best, verfuzzt noch eins. Und dieser Meinung ist auch das begeisterte Publikum….
Sechster Jam: Treppenhausrock! Was ist denn das? Das ist ein Jam, der „Stairway Jam“, mitgeschnitten in einem Treppenhaus! Stufe für Stufe steigert das Cosmic Personal den Jam, verschnauft ob des Tempos zwischendrin ein wenig, Effekte wischen umher, der Groove bollert und bollert und bollert.

Der siebte und letzte Teil der mich ziemlich auskickenden Jams widmet sich den härteren Gefilden des Rock, Daniel drischt, Klaus bumpert und Mathias lässt die Heavysau von der Leine, immer unlangweilig.

Morgen ist es soweit, eine CD in 100er Auflage erscheint und wird am Abend live vorgestellt, in Geseke in der alten Ratsschänke, als Warm-Up Event zum 5. Psychedelic.Space.Rock Festival der Underground Äxpärten und die Jungs werden eben bei diesem Festival am 11.08. die gleiche Schänke niederspacen und -rocken, garantiert….(volker)

Line-up:
Daniel Sax – Drums
Mathias Thien – Guitar
Klaus Friedrich – Bass

Songs:
Saturn Highway 19:32
White Stone 04:42
Earthfull 21:38
Purple Weed 13:11
Interstellar Junction 11:05
Stairway Jam 11:43
Cosmic Conclusion 11:08

Bandcamp

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März 2017
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