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Storm Crusher Festival 2017 / 14. – 16.09. O’Schnitt Halle Wurz

(hjs) Zum siebten Mal, mit gutem Konzept und dreitägiger Dauer, fand heuer das Storm Crusher Festival in der O’Schnitt Halle in Wurz statt. Die Organisatoren hatten an alles gedacht, allein für das Wetter konnten sie nichts. Anders als im letzten Jahr wurde die Pre-Party als fast vollständiger Festivaltag auf dem Gelände durchgeführt.

Als wir relativ früh am Donnerstag ankamen, hatten wir noch alle Möglichkeiten offen. So galt es, wieder Wohnmobil mit Zelt zu kombinieren. Da es noch genug Stellplätze direkt am Campground gab war dieses unsere Wahl. Flugs aufgebaut, den Grill angeheizt und sich ein bisschen mit den Nachbarn „beschnuppert“. Akkreditierung und Bändchenausgabe waren überhaupt kein Problem, das passte sich gut in das organisatorische Gesamtbild dieses Festivals ein. Wie im letzten Jahr, gab es vor der Halle genug Möglichkeiten, sich mit Kleidung oder Patches einzudecken oder seinen kulinarischen Gelüsten zu folgen. Hier war das Angebot wieder sehr gut. Sowohl Auswahl als auch Preis-/Leistungsverhältnis konnten punkten. In der Halle waren wieder zwei Schallplattenhändler anwesend. Zusammen mit dem Merch Stand und den beiden Getränkeständen war es eine gute, zielführende Belegung. Für die ganz reinlichen Metaller, Einwurf: „Duschen ist kein Heavy Metal“, wurden Shuttle Fahrten zum Duschen und Frühstücken angeboten. Auch hatte man dieses Jahr nicht das Gefühl, dass es an Toiletten mangelte. Diese waren auch zum Schluss noch in einem benutzbaren Zustand.

Das komplette Publikum war begeisterungsfähig ohne abzudrehen. So gab es auch keine bemerkenswerten Aussetzer.

Musikalisch gab es auch diesmal gar nichts auszusetzen. Das Billing konnte sich wieder sehen lassen. Einwandfrei! Meine Highlights waren zweifelsohne Robert Pehrssons’s Humbucker, Satan, Argus, Septagon, Sulphur Aeon, High Spirits und Exciter.

Die Running Order sah wie folgt aus:

Somit war für drei Tage erstklassige Unterhaltung angesagt.
Reaper’s Revenge hatten das Los des Operners gezogen und machten ihre Sache ordentlich. Ihr Auftritt war eine gute Mischung aus Songs von ihrem Album „Wall Of Fear And Darkness“ und neuen? Stücken. Die noch spärlich auftretenden Metalheads spendeten auch adäquat Applaus. Fatal Embrace packten dann die amtliche Thrash Keule aus. Immer mit der nötigen Härte und gefühlvollen Twin-Leads gab es eine Rundumversorgung á la „Slaughter To Survive“ oder „Hellhounds“. Darkfall läuteten die Dunkelheit ein und brachte Death Metal mit jeder Menge thrashigen Einflüssen in die Halle. Fäuste gen Himmel, die Mahnen geschüttelt – es kam Fahrt auf. Ein Ereignis der etwas traurigeren Art brachten uns Delirium Tremens. Nein, nicht der Auftritt selber, sondern die Tatsache, dass es der letzte Auftritt der sympathischen Bamberger sein sollte. Sie rissen die Halle ab und setzten ein letztes Zeichen: drink, kill, fuck, die!
Schon sonderbar, wie man dann wieder auf den Boden des Hard Rock zurückgeholt wurde, aber es funktionierte. Die Halle war gut gefüllt als Wucan die Bühne betraten. Heavy Flute Rock stand auf dem Programm. Nach ausgiebigem Soundcheck war man dann bereit, einen Querschnitt aus dem Schaffenswerk zu goutieren. So kann man es wohl formulieren, denn der Auftritt war einer der besten denen ich beiwohnen durfte. Natürlich standesgemäß abgeschlossen mit „Am I Evil“. Zum Schluß gab es tschechischen Black Metal der Marke Törr in Landessprache. Auch ein Kontrast der wieder funktionierte. Noch ein Absackerbier und dann ging es am Anreisetag zügig in der Falle.

Freitag: Ausgerechnet die einzige mit Doom- und Stonerelementen angereicherte Band Grand Massive konnte ich nicht sehen da erst technische Pannen an meinem Fahrzeug behoben werden mussten. Ich werde das aber auf jeden Fall nachholen. Die Spanier von Iron Curtain sind für die Spielweise feinsten NWOBHM bekannt und gingen motiviert zur Sache. Zum Opener „Into The Fire“ vom 2016er Album „Guilty As Charged“ gab es schon die ersten Reaktionen aus dem Publikum. Der Funke sprang über. Warpath aus Hamburg knüppelten gleich mit „Reborn“ vom aktuellen Album „Bullets for a Desert Session“ los. Seit ihrer Reunion 2014 habe ich sie schon einige Male erleben dürfen und war nie enttäuscht. Nun sollte es Zeit werden für die ultimative Death Metal Komponente des Tages. Graveyard aus Spanien sollten es richten. Bei mir zündeten sie leider nicht und so widmete ich mich dem Merch Stand. Bei Sacred Steel macht man nie was falsch. Die Mannen um Frontmann Gerrit Mutz machen immer Spass. Die Band hat ihn, das Publikum auch – so soll es sein.
Was ist besser als eine Les Paul? Klar, zwei Les Paul. Dieses bestätigte eindrucksvoll Robert Pehrssons’s Humbucker. Lupenreiner Hard Rock mit beeindruckenden Doppel-Leadgitarren und gefühlvollen Vocals. Der erste Höhepunkt des Festivals. Mindless Sinner habe ich verpasst weil ich mich verquatscht habe. Ja, auch das passiert auf einem Festival von Fans für Fans. Dafür in voller Frische zu Satan. Die waren wirklich frisch. Ob Songs von den Alben „Life Sentence“ oder „Caught In The Act“, Brian Ross und seine Mannen spielten einen sauberen Abriss ihres Schaffens.
Leider war „Atom By Atom“ vom aktuellen Album nicht dabei. Seis drum, sie haben auch so genug gute Songs. Mit Toxik hatte ich leider den zweiten diskussionsbedingten Ausfall. Für mich nicht so schlimm, sah ich sie doch auf dem HOA. Auch der zweite Tag ging mit einem Absackerbier zu Ende.

Am dritten Tag stieg ich bei Vulture ein. Ihr Album „The Guillotine“ gehört für mich zu den besten Speed/Thrash Alben der letzten Jahre. Mir gefielen sie auch live ganz gut. Klar war der eine oder andere Holperer dabei – macht nichts. Auf Septagon war ich sehr gespannt. Mir gefällt die Spannbreite von (A)tlantean Kodex bis (T)hem. Sie spielten zwar nicht mein Lieblingsstück „Septagon Conspiracy“, entschädigten aber mit drei Stücken von der nächsten Septagon Scheibe und packten noch das Heathen Cover „Goblin’s Blade“ obendrauf. Auf der Bühne machten sie einen geschlossenen Eindruck, spielen pfeilschnelle und durchdringende Licks und machten die 40 Minuten zu einem Wimpernschlag. Frauenpower mit maskuliner Ergänzung, nervige Technikprobleme mit der Monitoranlage und ein Finale Furioso? Ganz klar, die Lizzies sind an Bord. Die sympathischen Spanierinnen erspielten sich zum Ende hin ein ganz klares Plus und traten mit „Viper“ und „Speed On The Road“ nochmal heftig in den Allerwertesten. Argus ist eine Band die sich von Null auf Hundert in meine Plattensammlung gespielt hat. So fein gespielter Metal mit leicht doomigem Einschlag und eine wahrlich einnehmende Bühnenpräsenz machten richtig Eindruck auf mich. Schön, dass ich diese Band kennenlernen durfte.
„Einfarbiges Licht gefällt uns, gerne etwas gedämpft. Keine Jahrmarktsbeleuchtung.“ Das war die Antwort auf meine Frage bzgl. der Bühnenbeleuchtung bei Sulphur Aeon. Musikalisch ansprechend, fototechnisch ein Albtraum. Damit kann man leben. Was musikalisch geboten wurde war vom Allerfeinsten. Tiefer kann man die Seele während eines Auftritts nicht herunterziehen. Die letzten beiden Stücke wurden instrumental dargeboten, was man so noch nicht erlebt hatte. Aber das ist eben künstlerische Freiheit! Ganz klar – ein Highlight.
Wie bringt man eine Halle gefüllt mit Death-, Speed-, Thrash-, Heavy Metal Fans zum Kochen?
Ganz klar, man nehme ein „Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiigh“ und ein „Spirits“, in Persona Chris Black und seine Band High Spirits. Was diese Derwische live bieten ist höchste Unterhaltungskunst, Gänsehaut und das Gefühl, bei etwas ganz Großem dabei gewesen zu sein. Ok, jeder Tag hat sein Opfer. Am dritten Tag ist es O.D. Saxon. Über Tygers Of Pan Tang viel zu schreiben, bringt eigentlich nicht viel. Sie waren oft zu sehen, spielten immer eine tolle Show und so war es auch diesmal. Da waren sie nun auf der Bühne: Exciter. „Heavy Metal Maniac“ und „Long Live The Loud“, wer kennt sie nicht diese bahnbrechenden Alben. Nun bereiten Dan Beehler (Schlagzeug und Gesang – das soll gehen?), John Ricci und Allen J. Johnson den Speed-Cocktail für einen phantastischen Festivalabschluss. Gerade wenn man im Photo Pit steht bekommt man schon mit wie die Recken sich abmühen, aber -Chapeau- das machen sie hervorragend.

Fazit: Von Fans für Fans und vor allem MIT Fans. Keine Gummihühner- oder Borat Badekostüme, allein die Kutte oder der Hoodie prägen das Bild. Ich wünsche dem Storm Crusher e.V., nach einer einjährigen Konsolidierungspause, dass sie 2019 wieder ein Festival an den Start bringen, für das man sich gerne mal 9 Stunden ans Steuer setzt. Danke für das bisher Geleistete!

Da es 2018 kein Storm Crusher Festival geben wird, sind auch noch keine Bands angekündigt.

Links zum Veranstalter: http://http://www.storm-crusher.de/
Links zum Festival: http://https://www.facebook.com/StormCrusherFestival/?fref=ts,

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