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Metalheadz Open Air 2018 – 11.5.-12.5. in Oberndorf am Lech

30714591_1920988587919949_422553498354188288_n(hjs) Oberndorf hat einen fest zementierten Platz auf meiner Festival-Landkarte. Unverrückbar! Ich habe es ja schon öfters erwähnt aber ich werde nicht müde es weiterhin zu tun: acht Stunden Anreise die sich lohnen. Es ist so ein „nach Hause kommen“ Gefühl. Schuld daran sind die Mitglieder des Bavarian Metalheadz HMF e.V. , die ein Festival mit hohem Musikwert und Wohlfühlfaktor auf die Beine stellen. Auch dieses Jahr gab es wieder das musikalische Komplettpaket von Abandoned bis Züül. Erstere mussten später leider absagen, wurden aber durch Stagewar gut vertreten.

Als Anreisetag hatte sich der Donnerstag manifestiert. Durch den Feiertag war es eine stressfreie Anreise. Das wird auch im nächsten Jahr so sein, das Konzept wird dahingehend geändert dass der Termin immer am Wochenende nach Himmelfahrt stattfinden wird. Also, angekommen, alte Freunde gegrüßt und dann war es auch schon Zeit für die Warm-Up Party. Das wohl beste Festivalbier Deutschlands läuft zu unvergessenen musikalischen Highlights  durch die zahlreichen Kehlen.

Tag 1: Wenn man den Absprung rechtzeitig geschafft hat, ausgeschlafen und in Ruhe gefrühstückt hat, der konnte fit zum Opener Demons Dream vor der Bühne sein. Die Heidenheimer präsentierten ihr neues Album „Battle Cry“ und die nicht so zahlreichen Headbanger stimmten interaktiv mit der Band in die Gesänge ein. „Hey, Hey,…“ geht halt immer. Beim Song „Speed Attack“ gab sich Fabio Steele von Liquid Steel die Ehre.

Speed Queen aus Belgien spielten als zweite Band. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Serviert wurde eine schöne Mischung aus Speed- und Heavy Metal. „Nice Boys Don’t Play Rock’nRoll“, so läuft der Hase. Service inbegriffen. Als eine junge, haareschüttelnde Metalbraut ihre Sonnebrille verlor, sprang Sänger Thomas Kenis sofort von der Bühne um diese Brille zurückzureichen.

Trotz des strahlenden Sonnenscheins kam etwas Finsternis über das Gelände. Bei leider etwas rückgängiger Zuschauerzahl kamen Deadfright Of Soul auf die Bühne um das Böse zu verkünden. Es gab alte Stücke sowie neues Material vom 2017 erschienenen Lonplayer „Tortured Puppets“ zu hören. Interessant auch die Verwendung der deutschen Sprache bei dem Song „Grautöne“.

Stagewar verpasste ich zum großen Teil, da sie in meinen selbst gelegten Pause-Slot fielen.  Allerdings konnte ich im Camp sehr wohl vernehmen dass sie feinen Thrash zum Besten gaben. Also, die Kamera geschnappt und ab vor die Bühne. Leider mussten Mosh- oder Circle Pit Aktionen mangels Zuschauermasse ausfallen. Sehr schade.

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Eingekesselt von den zwei Shred-Granaten Ulle und Stef brachte Septagon Sänger Markus Becker den Nachweis dass er nicht nur im epischen Gesang verwurzelt ist. Er musste allerdings auch feststellen dass es schlauer gewesen wäre eine Sonnenbrille einzustecken. Neben den Krachern vom Album „Deadhead Syndicate“ gab es auch mit „Home Sweet Hell“ und „Apocalyptic Rimes“ zwei neue Stücke vom kommenden Album.  Wichtigste Person des Abends war Drummer Jürgen Schrank. Bei dem Setlisten Wirrwarr gab er vor was gespielt wurde.  Heathens „Goblins Blade“ war der gelungene Abschluss der Show.

Sacral Rage habe ich dann aber doch verpassen müssen um mich zu stärken.

Über Ambush braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Sie liefern was man erwartet. Old School Heavy Metal. Sänger Oscar in blauer Stretchhose, auch Leder und Nieten durften nicht fehlen, ebenso wie ein Gast-Bassist der sich souverän im Lederkäppi in alter Rob Halford Manier präsentierte.  In schöner Sonnenuntergangsstimmung wurden Hits wie „Possessed By Evil“ oder „Natural Born Killers“ geradezu zelebriert. Ein schöner Einstieg in den Abend.

Die Geschichte des rastlosen Totengräbers K.K. Fossor wurde von Them auf der Bühne zelebriert. Markus Ulrich und Alexander Palme mussten Doppelschichten fahren, waren sie doch schon mit Septagon auf der Bühne. Them zeigten eine aufwändige Show, Exorzismus geht halt immer, und musikalische Höchstleistungen. Eigentlich mal aus King Diamond Coverband gestartet hat sich die Band längst verselbstständigt und ihren eigenen Stil entdeckt. So war es auch nicht verwunderlich dass das Erstlingswerk „Sweet Hollow“ einschlug wie eine Bombe. Ein Nachfolger ist in Sicht und erscheint im Oktober bei SPV. Für mich hatte gerade der heimliche Headliner gespielt.

Chris Black, Mastermind aus Berufung, trat mit seiner Band High Spirits an um gute Laune zu verbreiten. Spätestens bei „Full Power“ war diese auf dem Höhepunkt. Die Band ist sehr eingespielt und performed sehr druckvoll. „Thank You“ und vor allem „High Spirits“ brachten dann nochmal alle ans mitmachen. Leider erschien mir der Headliner Slot etwas kurz.

Tag 2: Das Weißwurst, nein -wurscht, -frühstück kam mir zu früh und ich nutze die Zeit im Camp zur allgemeinen Pflege des Körpers, wohl vernehmend dass mit Hazard eine Coverband der gehobenen Klasse am Werk war. Also vorgenommen, nächstes Jahr bin ich dabei!

„Wir machen Punk, also ist da auch Punk drin“ verkündete Ruynor Sänger und Gitarrist Twisted-Felix Ruyn. So taten sie dann auch. Drei Leute und ein schönes Brett, ein wunderbarer Opener, gerade auch weil sie immer eine Schippe Ramones dabei haben und ein Drum-Solo…

Doom zur Mittagszeit muss nicht gut gehen, kann aber. Hier klappte es leider nicht. Nur eine Handvoll Leute fand den Weg zur Bühne und sahen Lord Vigo als Quartett agieren. Vinz Clortho bediente neben dem Gesang auch die Schlagkessel. Der Show tat das keinen Abbruch und die Performance war astrein.

Bei Horacle war es wieder Zeit für eine schöpferische Pause.

10 Points Griechenland. Angelehnt an die Bewertung eines europäischen Gesangwettbewerbs gebe ich diese Punktzahl für Dexter Ward. Sie hauten schon richtig was raus und Mark Dexter sang ums Überleben. Die überschaubare Menge tat ihm gleich und gab alles. Als Belohnung gab es „Powerslave“ von Iron Maiden als Zugabe.

Bei Züül sah man zwei bekannte Gesichter der High Spirits Truppe wieder, Mike Bushur und Bob Scott, der Wirbelwind am Viersaiter. Irgendwie konnte die Band bei mir nicht richtig zünden, Metal/Rock mit etwas Punk Einschlag ist ja normalerweise nichts was keinen Spaß macht. Bei diesem Gig fehlte irgendetwas. Ich werde aber, wenn es nochmals geht, mir unbedingt eine zweite Show anschauen.

Freedom Hawk waren dann etwas ruhiger unterwegs. Zweifelsohne mit doomigem Einschlag aber immer zügig unterwegs spielten sie ein gutes Set. Man sah und hörte dass sie eingespielt waren. Sie hatten ja auch eine Mini Tournee hinter sich und haben u.a. auf dem Desertfest  gespielt. Neben Stücken von ihrem aktuellen Album „Beat Remains“ kamen vor allem Songs wie „Blood Red Sky“ und „Indian Summer“ prima rüber. Schade das es auch hier etwas am Publikum mangelte.

Stallion braucht man nicht zu erklären. Selten gibt es eine authentischere Band. Sie sind überall vertreten und auf der Bühne geben sie alles. Tolle Show. Vor der Bühne auf einmal alles voll. So, geht doch! Songs wie „Wild Stallions“, Rise And Ride“ und das fast schon hymnische „Canadian Steel“ machen einen Gig zum Erlebnis. Kreisende Matten und gen Himmel gestreckte Fäuste bezeugten dieses.

Mass kannte ich bis dato überhaupt nicht. Ich wusste das diese Band aus dem Süden der Republik kommt und im Hard Rock verwurzelt ist. Die deutsche Ausgabe von Keith Richards, Günther v. Radny, treibt die Band mit seinem druckvollen Bassspiel an. Er war es auch der die, schon seit über 40 Jahren existierende, Band wieder zum Leben erweckte und soundtechnisch mit  Keyboards verfeinerte. Für mich an diesem Tag eindeutig die Gewinner des Festivals. Hier gab es pure Spielfreude gepaart mit feinen Songarrangements zu bestaunen. Gerne mehr, Herr v. Radny…

Leatherwolf, die Dreigitarrentruppe aus den USA sind ja nicht so oft in Deutschland zu bewundern. Umso mehr freut es einen wenn es auf so einem tollen Festival passiert. Jung und alt geht allemal und so machten sich Michael Olivieri und seine Mannen auf einen buten Blumenstrauß von einzigartigen Songs zu kredenzen. Vom Opener „Spiter“ bis „The Calling“, eingepackt in „Wicked Ways“ ging es kreuz und quer durch die Alben. Fototechnisch nicht ganz so berauschend, da doch viel Nebel vorherrschte, konnte ich mich ganz auf die Musik konzentrieren.

Mein Fazit: Wie jedes Jahr war es wieder ein Festivalgenuß. Es stimmt fast alles. Warum fast? Essen, Trinken, Musik, das Gelände, die Sanitäreinrichtungen war alles top. Einzig die Anzahl der Leute vor der Bühne fand ich etwas „ernüchternd“. Klar ist es super, im Camp zu sitzen und Top Musik in einer Super Qualität zu hören, aber ein Festival lebt von seiner Stimmung gerade auch vor der Bühne.

Vielen Dank an Hans für die Akkreditierung und an die Bavarian Metalheads HMF e.V. für das tolle Festival. (hans-juergen)

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Bavarian Metalheadz HMF e.V.

 

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