rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Sweet * Ian Anderson* Manfred Mann´s Earth Band – Tollwood Donnerstag, 12. Juli 2018

Rock the Night!” „Summernight Heat!“

(geraldandersson) Der absolute Wahnsinn war der gestrige Abend auf dem diesjährigen Sommer Tollwood. Für mich war dieser Abend das Highlight, neben dem Auftritt der „Hollywood Vampires“ am 27. Juni. Und an diesem Tag gleich drei Top Bands zu einem äußerst sympathischen Preis zu hören- da sage ich wirklich ein „ganz großes Dankeschön“ an den Veranstalter!

Tollwood-Zeit = Konzert-Zeit! Immer mehr Fans strömen zu den musikalischen Leckerbissen, welche die Organisatoren becircen, doch hier zu spielen. Das Publikum jedenfalls dankt es. Und zwar in zweifacher Hinsicht. Erstens spiegelt es sich in den Ticketverkäufen wieder und zweitens in der Stimmung.

SWEET

Stimmung kam gestern Abend um 18.00 Uhr schon auf, als die Mannen von SWEET, um Gründer Andy Scott, Richtung Bühne marschierten. Es setzte ein euphorisches Klatschen und Schreien ein, was den Puls der SWEET Musiker bestimmt schlagartig verdoppelte. Und dies wohlgemerkt, ohne überhaupt an den Instrumenten angelangt zu sein. Selten habe ich es in über 35 Jahren Reporter Leben erlebt, dass es rennsportmäßig von Null auf Hundert in weniger als einer Sekunde ging.

So legten Andy Scott, Pete Lincoln, Bruce Bisland und Tony O´Hara dementsprechend gleich los. Statt der geplanten Stunde Auftritt, mussten die Jungs zwangsweise gegen 19.35 aufhören, es wollten ja schließlich die anderen beiden Bands auch noch ihre Auftritte haben. Man konnte die Spielfreude richtig deutlich hören und sehen. Auch im 50sten Jahr ihres Bestehens geben sie ihr Bestes für die mit ihnen gealterten Fans. Andy Scott wird 2019 seinen 70sten Geburtstag feiern und bestimmt noch 20 Jahre touren, wenn es denn die Gesundheit erlaubt. Pete Lincoln, seit 2006 bei der Band, fügt sich stimmlich richtig gut ein und trägt die meisten Songs, während Andys rauer werdende Stimmlage, besonders bei den Kreisch-Einsätzen noch richtige, rockige Einlagen bringt. Die Halle ist ja von Haus aus schon richtig warm, aber die kochende Stimmung erhöhte die Temperatur noch einmal um gefühlte 25 Grad. Im dichten Nebeneinander waren keine Tanz Moves möglich, man konnte quasi nur auf der Stelle treten, ohne den direkten Nachbar zu gefährden. Gekonnt spielten Die SWEET mit dem Publikum, banden es immer wieder ein, spielten mit ihnen. Das machte richtig Laune Leute!

Ein SWEET Hit jagte den Nächsten. „Ballroom Blitz“ dauerte gefühlte 10 Minuten, weil die Besucher mit dem Mitsingen gar nicht aufhören wollten.

Die kurze Umbaupause tat dann auch richtig gut. Die Toilettenanlagen sind zwar immer überfüllt, aber das gehört zur Festival-Stimmung und –Kultur.

Ian Anderson von Jethro Tull

JethroTull´s Ian Anderson verbat sich jedes Fotografieren, so habe ich auch nur ein Handy Foto anzubieten. Manche Künstler sind mit der Zeit seltsamer geworden. Sie vergessen scheinbar wer es ihnen ermöglichte ihre Zeit auf dem eigenen Bauernhof zu verbringen und Schafe in Irland zu züchten. Man könnte es aber auch positiv sehen und sagen der Künstler will eben dass sich das Publikum voll auf die Musik konzentriert und nicht die ganze Zeit ins Handy starrt. Auch Jethro Tull feiert sein 50jähriges Jubiläum mit einer Welttournee mit unzähligen Auftritten.

Auch Ian brachte einen seiner unzähligen Blockbuster nach dem anderen. Sein Querflötenspiel immer noch unübertroffen, sucht seinesgleichen. Stimmlich wurde er leider oftmals derart verfremdet, dass es richtig blechern klang. Diese Art von technischer Spielerei hat der gute Ian eigentlich gar nicht nötig. In einer Ansage meinte Ian, „dass es mittlerweile 36 ehemalige Mitglieder von Jethro Tull gebe“. Ein ganz schön heftiger Wechsel, in der 1967 gegründeten Band, der hier stattfand.

Multi-Instrumentalist Ian spielt wirklich nahezu jedes Instrument im fliegenden Wechsel. Er ist ein Perfektionist, der sich mit 99% nicht zufriedengibt. Da die Kollegen von SWEET etwas länger spielten, weil es gar so schön war, legte Ian gegen 20.00 Uhr los und spielten mit der Zugabe „Locomotive Breath“ bis gegen 21.00. Ich möchte es aber nicht versäumen, hier die Bandmembers zu nennen:“

Florian Opahle (guitars), Scott Hammond (drums percussion), John O`Hara (piano keyboards) und David Goodier (bass). Sie haben alle dazu beigetragen dass die ganzen Jethro Tull Hits so klasse performt wurden.

Wiederum war Luftschnappen angesagt! Meine normalerweise mitgeschleppten Wechsel-T-Shirts habe ich diesmal gleich zuhause gelassen. So viele könnte ich gar nicht mitnehmen, wie ich brauchen würde und müsste mich auch noch permanent umziehen.

Manfred Mann´s Earth Band

Da Manfred nicht im Vordergrund steht, wird er dementsprechend oft verwechselt. Früher meinten viele, dass Sänger Chris Thompson Manfred Mann sei. Doch seit Gitarrist und Sänger Chris Rogers an vorderster Front steht ist dies weitgehend ausgeräumt. Manfred steht ja andauernd mit seinem breitkrempigen Hut hinter seinen Keyboards. Sein Gesicht ist nur selten zu sehen, Fotos von ihm fast ein Ding der Unmöglichkeit. Chris Rogers ist da schon fotogener. Kurz nach 21.00 beginnend hatten die Jungs nur knappe 60 Minuten Zeit, da beim Tollwood pünktlich um 22.00 Schluss sein muss. So wurde auch sofort ein Hit nach dem anderen gespielt, Pausen gab es keine. Wieder war die Stimmung absolut im oberen Bereich, ein eigener „Manfred Mann Fanblock“ intonierte jeden Song mit der Band. „Mighty Qiunn oder „I came for you“, wirklich nur Nummer 1 Songs wurden gespielt. John Lingwood saß wiederum an den Drums, Steve Kinch am Bass und Robert Hart teilte sich die Gesangs- und Gitarren-Parts mit Chris Rogers. Ich weiß fast keinen Abend, an dem ich so viele Hits an einem einzigen Abend hören konnte.

Im Eingangsbereich wurden händeringend Tickets gesucht. Wer zu spät kauft, den bestraft das Leben, das hat sich wieder einmal bewahrheitet. Tollwood Tickets kann man immer kaufen, da macht man nichts verkehrt. Diese verrückte Stimmung hat wirklich jeden angesteckt und euphorisiert. Nach den SWEET ließ es nicht nach, die Welle wurde auf dieser Höhe bis nach 22.00 Uhr einfach mitgenommen. Jethro Tull ritt weiter und baute die Welle fort, während Manfred Mann´s Earth Band für einen mehr als würdigen Ausklang dieses erfreulichen Events sorgten. Ich muss das jetzt übers Wochenende erst einmal sacken lassen und hoffe mein Puls kommt wieder auf seinem normalen Level an. Und sollte jemals einer auf den Gedanken kommen, das ältere Herren keine Stimmung machen können, den schleppe ich höchstpersönlich mit aufs nächste Konzert von Bands die ihr 50jähriges Bühnen Jubiläum feiern…..(geraldandersson)

Filed under: Konzert Photos, Live Reviews, ,

Juli 2018
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Link zu unserem You Tube Kanal

Suzi Quatro und Band am 19.10.18 in der Sparkassenarena Aurich

Keep It Low in München am 19. + 20.10.18

Samstag, 03.11.2018 / RED LIGHT FESTIVAL in Falkensee

Popa Chubby + Eric Gales im Metropool/hengelo/NL am 08.11.18

Leif de Leeuw Band im Culturpodium Vanslag in Borger/NL am 09.11.18

Helldorado am 17.11.18 In Eindhoven im Klokgebouw

Walter Trout – Music Hall Worpswede am 21.11.18

Dome Of Rock Festival 2018 22. – 24.11.18 Salzburg/Rockhouse

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: