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Dekonstruktor – Eating the Universe

(as) Dieses Album wurde schon 2014 in rein digitaler Form veröffentlicht und erschien drei Jahre später auch auf physischem Tonträger. Es ist das Debüt der umbenannten „Moon Mistress“ und steht im Zeichen des Doom Metal der pechschwarzen Sorte. Somit hält es Vergleichen mit dem aktuellen, facettenreicheren und letztlich nicht nur immerzu heavy drückenden Schaffen der Russen nicht stand.

Der Sound von „Eating the Universe“ bleibt über alle sechs Songs hinweg ungehobelt, ja nicht einmal zaghaft glatt poliert. Somit erinnern „Dekonstruktor“ in vielen Momenten an „Acid King“ oder eine völlig entschleunigte Version von Eyehategod. Davon abgesehen, dass es sich bei den Mitgliedern um verkappte Südstaaten-Amerikaner zu handeln scheint, haben sie den Dreh perfekt raus, wenn es darum geht, ihren Hörern das Gefühl zu vermitteln, in die Leere gesogen zu werden.

Nach kurzem Intro verbreitet das neunminütige Titelstück mit praktisch nur einem getragenen Riff und verhallten Rufen statt Gesang eine verzweifelte Stimmung. Am Ende heulen die Gitarren kurz auf, ehe das Trio in den Planierraupen-Modus wechselt und uns mit etwas schnellerem Achtel-Rhythmus plättet. Unschön ist dabei der Umstand, dass die Frequenzspitzen produktionsbedingt „geclippt“ werden.

Nicht dass man darum fehlenden Druck bemängeln müsste … Nach der kurzen Hardcore-Eruption „14“ entfaltet sich mit „To The Red Part 2“ ein in Teilen melodischer Zwölfminuten-Track, den man auch deshalb als Fixpunkt des Albums ansehen kann, weil er mittig platziert wurde. In jedem Fall verdichten „Dekonstruktor“ in diesem Stück all ihre Vorzüge: Plakative Härte, eine subtil klaustrophobische Atmosphäre und einfach auch eine stimmige Spannungskurve, die ohne doppelten Boden auf Musiker mit Verstand hinweist.

Gerade Gitarrist und Schreihals Garish weiß, was er da tut, und wohingegen „Mindcutter“ als kürzeste Nummer zugleich auch die zugänglichste ist, tobt sich die Band im nach ihr selbst benannten Finale hemmungslos aus, ohne dass man die zweite Hälfte (nach 15 Minuten Spielzeit folgt eine kurze Pause) ernst nehmen müsste. Hierfür haben „Dekonstruktor“ nämlich lediglich Störgeräusche aufgenommen, die man getrost außen vorlassen darf.

Selbst wenn sich „Eating the Universe“ nicht mit dem gegenwärtigen Stand der Dinge bei der Gruppe vergleichen lässt, ist die Scheibe zumindest Freunden derber Sludge-Mucke eine bis zwei Rotationen wert; an die Größen des Genres reichen „Dekonstruktor“ trotz ihrer unleugbaren Qualitäten nicht heran, zumal die Klassiker in diesem Bereich ohnehin schon geschrieben wurden und es schwer ist, etwas wenigstens Gleichwertiges nachzureichen.

Label: BNiL

http://noname666.bandcamp.com

60:00

Out

Eating the Universe

14

To the Red Part 2

Mindcutter

Dekonstruktor

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Doom, Metal, Sludge,

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Clostridium Labelnight Vol.1 in der Pauluskirche Dortmund am 13.04.19

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