rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Dekonstruktor – Fuck Life We Go Further

(as) Diese EP ist schon 2017 erschienen, wurde zwei Jahre vorher eingespielt und zeigt eine andere Seite von „Dekonstruktor“, als es der Longplayer „Eating the Universe“ tut. „Dekonstruktor zeigen sich auf „Fuck Life We Go Further“ Industrial-affin, ohne ohne offensichtlichen Klangerzeuger einzusetzen, die man mit diesem Spektrum in Verbindung bringt. Das zähe, monotone Einerlei, das die vier enthaltenen Songs bieten, leidet zudem unter einer drucklos dumpfen Produktion.

Offengestanden klingt die ganze EP wie ein zu langsam abgespieltes „Godflesh“-Demo. Zerdehnter „Gesang“ oder besser gesagt Nölen unterstreicht die nihilistische Atmosphäre, die „Dekonstruktor“ verbreiten, und auch wenn die Stücke im Durchschnitt kürzer ausfallen als auf dem erwähnten Album, ertappt man sich bald dabei, auf die Uhr zu schauen.

Nicht dass man sich durch „Fuck Life We Go Further“ quälen müsste, doch das gebotene Material kriecht weitgehend ereignislos aus den Boxen und weist keinerlei kompositorische, geschweige denn spielerische Raffinessen auf. Das zweigeteilte Titelstück wurde zumindest merklich janusköpfig in Szene gesetzt: Nachdem „Fuck Life“ als psychedelisch wabernde Instrumental-Einleitung gedient hat, ziehen „Dekonstruktor“ dem Hörer den Boden unter den Füßen weg, indem sie gleich zum Outro übergehen, denn „We Go Further“ ist nichts weiter als eine Reihe in Schleife abgespielter Geräusche.

Beschönigt gesagt sind diese nicht einmal 20 Minuten ein Soundexperiment; nüchtern betrachtet darf man sie einen großen Unsinn nennen. Vor dem Hintergrund, dass man die Gruppe als harte Variante des frühen Post Punk von Killing Joke auf dem Schirm hatte, handelt es sich bei „Fuck Life We Go Further“ um eine satte Enttäuschung, denn dass „Dekonstruktor“ Extreme der Langsamkeit ausloten möchten, ist eine Sache; dabei zwingende Songideen vergessen zu haben, das braucht man ihnen deshalb jedoch nicht nachzusehen.

Label: BNiL

http://noname666.bandcamp.com

18:47

Black Acid

This Is the Ticket to the Endless Ride

Fuck Life

We Go Further

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Experimental,

Dezember 2018
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Dome Of Rock im Rockhouse Salzburg/Austria vom 21.11. – 23.11.19

Freak Valley X-Mas Festival am 14.12.19 im Vortex/Siegen

Samsara Blues Experiment & Friends in Concert! 14.12.2019 Berlin, Zukunft am Ostkreuz

Winter Night Fest im Kultopia Hagen am 21.12.19

Diese Artikel werden gerade gelesen:

Up In Smoke 2019 – Zwischen Psychedelic, Doom und Dosenbier
PeeWee Bluesgang – 40 Bluesful Years
The Admiral Sir Cloudesley Shovell – Very Uncertain Times
T.G. Copperfield - Talkin` Shop
%d Bloggern gefällt das: