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Nicotine Nerves – 1995

(as) Die ersten Aufnahmen von „Nicotine Nerves“ hat uns das kleine Label Middle Ear Recordings vor nicht allzu langer Zeit schmackhaft gemacht, und nun folgen bereits neue Songs des Duos, dem der Alternative-Geist der späten 1980er bzw. frühen 90er im Nacken sitzt.

Das Projekt aus Dänemark musizierte bis zuletzt am liebsten im Zweiminutenformat und braucht auch 2019 nicht viel länger, um treffsicher auf den Punkt zu kommen. Inspiriert von den eher unbequemen Grunge-Vorreitern aus dem US-amerikanischen Nordwesten („Mudhoney“, „Tad“) und Indie-Pionieren wie „Dinosaur Jr.“ oder „Sonic Youth“ schafft Gitarrist, Sänger und Songwriter Rasmus Rankenberg Madsen kleine Pop-Perlen, deren harte Schale selten allzu schwer zu knacken ist.

„1995“ ist als Titel insofern Programm, als der Strippenzieher, für den nun anstelle von Frederik Nielsen ein gewisser Lauge Kjærulf Andersen hinterm Schlagzeug sitzt (beide sind auf dem Album zu hören), in seiner musikalischen Sozialisierung in ebenjenem Jahr stehengeblieben zu sein scheint … woraus er allerdings Kapital schlägt.

Die Kompositionen wirken explosionsartig spontan und sind darum auch aufs Notwendige beschränkt. „Nicotine Nerves“ verfügen wirklich über ein ähnliches Hook-Gespür wie ihre Idole bzw. ganz klassische Singer-Songwriter, bloß dass das Ganze in schroffe Riffs und eine klanglich wohl bewusst unterbelichtete Produktion gebettet wurde.

Während des Openers „Headache“ wähnt man sich noch bei einem Rodeo, wo gerade ein Wochenend-Cowboy von einem biestigen Bullen durchgeschüttelt wird, wohingegen der junge Kurt Cobain stolz auf das ruppige „Smile“ gewesen wäre. Genauso famos: der Widerhaken-Blues „Absurd“ und der ausgerauchte Joint-Stummel „Solitude“ mit seinem feisten Hauruck-Groove, der einem besonders deutlich vor Augen hält, dass die beiden Twens keinen Bassisten benötigen.

„Weariness“, mit fast sechs Minuten das längste aller Stücke, stellt neben dem typisch kantigen Genre-Vertreter wie „Alive“ kurz vor Schluss den vorläufigen Zenit von „Nicotine Nerves“ dar, was schreiberische Reduktion mit maximaler Wirkung angeht. Wessen Ohren nicht zu empfindlich sind, der gönne sich diese „left of field“-Sammlung potenzieller Hits.

37:59

Headache

Alive

Absurd

Is That So Bad

Smile

Ocean

Solitude

Never Stop

Weariness

Los Angeles

Rasmus Rankenberg Madsen (g, v)

Frederik Nielsen, Lauge Kjærulf Andersen (d)

Andreas Schiffmann

 

Filed under: Album Reviews, Alternative, Rock,

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