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Band of Rascals am 06.02.2019 Frankfurt/Main „Das Bett“

(LW) Im letzten Jahr habe ich bereits eine Rezension über das neue Album „ Tempest“ von „Band of Rascals“ verfasst. Es gibt Alben, die beim Reinhören ganz vielversprechend klingen und dann beim richtigen Anhören doch eher enttäuschend sind. Und dann wiederum gibt es Bands, bei denen es genau umgedreht ist, bzw. wo die Erwartungen beim Reinhören hoch sind und beim richtigen Anhören des Albums nochmal übertroffen werden. So war es mit dem, was die Jungs aus Vancouver B.C. aufgenommen haben.
Da mich deren Album so mitriss, sollte das eine Band werden, von denen ich als Erinnerung gern ein Autogramm für das „besondere Buch der besonderen Momente“ haben wollte. Die Promoterin gab mir die Gelegenheit, mir dies selbst zu besorgen und so ging es also am besagten Mittwoch nach Frankfurt in „Das Bett“.

Ein Laden, der eher etwas außerhalb liegt; ein Industriegebiet säumt sich drum herum. Der Laden selbst hat etwas von einer Rock-Kneipe, das Licht ist gedämpft, die Theke rustikal und gesessen wird an Fässern, die mit einer Tischplatte zur Sitz/Stehgelegenheit umfunktioniert wurden.
Die Wände des Raums, der eher an eine kleine Halle erinnert, sind mit Postern vergangener Events verziert und an der Stirnseite ist eine Bühne aufgebaut, auf der später „Band of Rascals“ spielen wird. Viel ist über diese Band tatsächlich noch nicht bekannt; es sind Newcomer ( 2014 entstand zwar die erste EP, die Welle schwappt jedoch erst jetzt nach Europa) und als das Konzert beginnt, stelle ich das auch anhand des überschaubaren Publikums fest.
Wir sind eine Truppe, die in einen Kleinbus passen würde, vielleicht reicht diese Umschreibung, um auf die deprimierende Zahlennennung zu verzichten.
Punkt 20 Uhr treten die vier Jungs auf die Bühne. Auffällig ist, dass Bassist, Gitarrist und der Frontman Sam Trainor barfuß sind. Jede Band braucht wohl ihr Markenzeichen, an den Temperaturen kann es zumindest nicht liegen. Barfüßig bewegen sich die jungen Männer im Tanz-Wipp-Springstil über die Bühne, marschieren aufeinander zu und interagieren durch Körper und Mimik miteinander.

Es macht Spaß ihnen zuzuschauen, sie haben Freude trotz unserer geringen Anzahl und zwischenzeitlich vergesse ich, dass wir uns wirklich auf einem Konzert befinden. Vielmehr habe ich ab und zu das Gefühl, dass wir uns allesamt im Proberaum befinden und ich, wie ich es als jüngeres Mädchen getan habe, einfach meinen Kumpels beim Proben zuschaue.
Und auch wenn die Jungs es schaffen, eine eigene kleine Welt zu halten, nehmen sie uns dort mit hinein und interagieren mit uns durch die Interaktion untereinander.
Natürlich richtet der Sänger auch ab und an paar Worte an uns, man merkt jedoch eine kleine Verlegenheit sodass sie sich eher auf das Spielen konzentrieren.
Fast jeder der Songs lädt ein, mitzuwippen oder zu klatschen. Das Genre des vintage southern blues, gemischt mit Rock ´n´ Roll wird komplett bedient, eine Ballade und akzentuierte Gitarrenriffe mischen sich ebenfalls unter.

Es ist ein schönes Gesamtpaket, welches sie mit „Holler“, meinem absoluten Favoriten des Albums, abrunden. Noch zwei Zugaben werden gespielt, dann verschwindet die Band endgültig von der Bühne. Frontman Sam kommt noch vor, um zwei Freunde, die er vor fünf Jahren in Thailand beim Reisen kennengelernt hat, zu begrüßen.
Mit seinen langen Haaren, dem hochgekrempelten Ärmeln vom rauen Karohemd und seinen nackten Füßen passt dieses Bild des Eindruck-sammelnden Reisenden ganz gut zusammen. Die Songs erzählen Geschichten, denen es lohnt, entweder auf einem Konzert oder auch nur auf dem Album, Spotify oder iTunes zuzuhören. Enttäuscht wird man nicht; man reist selbst ein wenig….(leonie)

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