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Catfish – Burning Bridges

(as) In ihrer Heimat zählen „Catfish“ derzeit zu den heißesten zeitgenössischen Blues-Combos, was für das Hype-anfällige England zwar nicht viel heißen muss, doch mit ihrem dritten Album bringt die Band zweifellos Musik heraus, die sich mit dem aktuellen Schaffen mancher Szenegröße nicht nur messen lassen kann; „Burning Bridges“ würde insbesondere im Sog des Erfolgs der wiedererstarkten „Rival Sons“ und von Joe Bonamassa, der seit einigen Jahren wieder beherzter in die Saiten langt, vermutlich sehr hohe Wellen schlagen, stünde ein zugkräftiges Label hinter dem Quartett.

Quasi als Vater-Sohn-Unternehmung zeichnet die Platte auch und gerade der oft zweistimmig harmonisierte Gesang (höre etwa den ohne Instrumente vorgetragenen Beginn des schleppenden „Archangel“) von Mittzwanziger und Frontmann Matt gemeinsam mit Organist Paul aus. Der ältere Mr. Long zeichnet dieser Tage für einige der geschmackvollsten und raffiniertesten Tastensounds unter Blaumännern verantwortlich, wodurch beispielsweise „Too Far To Fall“ nachgerade bombastische Ausmaße annimmt.

Schon das eröffnende „Up In Flames“ deutet indes an, dass dem Material insgesamt ein ähnlich düsterer Charakter inne wie dem jüngsten Langspieler ihres Landsmanns John Fairhurst, der auch stilistisch nicht allzu weit entfernt liegt. Kontraste dagegen setzen die beiden Weichzeichner „Ghosts“ und„One More Chance“ als Klavierballade, mit der die Komponisten den finalen Klimax sozusagen hinauszögern.

Bei aller Güte und Spannung der ersten zehn Tracks überstrahlt nämlich das monumentale „Exile“ sie alle am Ende nicht nur in Hinblick auf seine Spielzeit von zehn Minuten. Hier vermählt die Gruppe ihre angestammten Vintage-Klänge mit fast doom-metallischem Hauruck und treibt die finstere Atmosphäre auf die Spitze, wobei am fernen Horizont trotzdem ein Silberstreif schimmert.

Dieser lässt sich zurückführen auf diverse Gospel-Referenzen speziell dann, wenn Gastsängerin Alice Armstrong im Hintergrund laut wird, und auch sonst zeigen sich „Catfish“, was ihre Einflüsse betrifft, relativ ungezwungen. Dem kunstvollen Longtrack stehen Völlig traditionellem Kraftmeier-Blues wie „Break Me Down“ oder „The Big Picture“ gegenüber, ansonsten setzt der Vierer Akzente mit vagen Americana-Einflüssen, womit er zu jedoch keiner Zeit seine britische Herkunft verleugnet.

In ihrer für Blues-Verhältnisse unüblichen Flexibilität und Dynamik beweist die Gruppe mit „Burning Bridges“ jene Klassiker-Qualitäten, die den beiden vorangegangenen Scheiben noch abgingen.

Matt Long (v, g)

Adam Pyke (b)

Kevin Yates (d)

Paul Long (keys, v)

http://www.catfishbluesband.co.uk

Up In Smoke

Break Me Down

Ghosts

The Root of All Evil

Soulbreaker

Too Far to all

Archangel

The Big Picture

Under the Gun

One More Chance

Exile

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Blues, Bluesrock, Classic Rock,

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Tonzonen Labelnight in der Kulturfabrik Krefeld am 27.09.19

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