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Woodland – Bad Days in Disguise

(as) Mal wieder Skandinavien und Retro Rock … „Woodland“ stammen aus dem schier unerschöpflichen Bandpool Norwegens und legen mit „Bad Days in Disguise“ ein Album vor, das für die Vintage-Bewegung typischer nicht sein könnte. Was das Quintett allerdings von der grauen Masse absetzt, ist überwiegend starkes Songwriting, das schlichtweg immer geht, egal wie überfüllt der Markt sein mag.

Der Hit-Faktor von „Bad Days in Disguise“ ist außergewöhnlich hoch, weshalb es mit dem Leibhaftigen zugehen dürfte, falls „Woodland“ damit keinen Fuß in die Tür der internationalen Szene bekommen sollten. Die Mitglieder sind schließlich bestens vernetzt und keine Unbekannten, denn die „dicken Därme“ zupft beispielsweise niemand Geringerer als „Orango“- und „Spidergawd“-Bassist Hallvard Gaardløs, derweil Gitarrist und Background-Sänger Espen Kalstad u.a. vielleicht von „Heroinne“ (das bisher einzige Album der Stoner-Rocker, „Interstellar Grade Octainne“ erschien 2014 über Ozium Records und ist immer noch hörenswert) bekannt sein dürfte.

Aber zur Causa „Bad Days in Disguise“: Schon das schier überschwängliche „Something You Wanna Get“, das stark an die frühen „Rush“ erinnert (vor allem der höheren Stimme wegen), erweist sich nach der Hälfte der Spielzeit als Ohrwurm. Das fiebrig treibende „Not a Chance“ erhält das Energieniveau aufrecht, wobei einem unbewusst das Schaffen des amerikanischen Blues-Verjüngerers Jack White („White Stripes“, „Raconteurs“) als Vergleichspunkt einfällt.

Wären „Woodland“ noch ein bisschen proggiger und bisweilen so metallisch aufgelegt wie einige ihrer schwedischen Nachbarn, würden sie fast als kleine Brüder von „Horisont“ durchgehen. Kompositorisch haben sie mehr oder weniger genauso viel auf dem Kasten, stilistisch liegen Frontmann Gisle Solbus Neigungen aber vermutlich eher in den späten 1960ern als dem „lauteren“ Folgejahrzehnt.

Davon zeugt die an „Moody Blues“ oder „Procol Harum“ gemahnende Ballade „Kisses“ ebenso wie das psychedelisch torkelnde „Burning Sun“, ehe „All Those Times“ dieses wie aus einem Guss anmutende Album zünftig im Fahrwasser der jungen „Rolling Stones“ abschließt.

Crispin Glover

40:29

Something You Wanna Get

Not a Chance

Oh my God

Kisses

Shout it

Wonder Wheel

Gimme Some

Burning-Sun

All Those Times

Andreas Schiffmann

Filed under: 60s, 70s, Album Reviews, Bluesrock, Classic Rock,

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