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Torgeir Waldemar – Love

(as) Das norwegische Label Jansen hat schon einige Perlen freigelegt, doch Torgeir Waldemar glänzt darunter am hellsten. „Love“ ist die vierte Veröffentlichung des Singer-Songwriters nach zwei Alben sowie einer EP („Jamais vu“, erst vor knapp einem Jahr erschienen) seit 2014 und stellt so etwas wie eine Standortbestimmung für ihn dar.

Waldemar wurde in den letzten fünf Jahren sozusagen immer lauter; sein selbst betiteltes Debüt kam größtenteils ohne elektrische Verstärkung aus, bevor er auf „No Offending Borders“ (2017) zaghafte Rock-Gehversuche machte und dabei insofern reüssierte, als die Songs zwangsläufig rascher auf den Punkt kamen, ohne von dem lyrischen Tiefsinn einzubüßen, der den Künstler von Beginn an auszeichnete.

Das erwähnte Kurzformat von 2018 versöhnte schließlich beide Komponenten miteinander und stellte Konzerte mit einer vollzähligen Band in Aussicht, „Love“ spinnt diesen Faden jetzt auf stimmige Weise weiter – auch inhaltlich, denn der Multi-Instrumentalist und Sänger schaut seit je nach außen und innen gleichermaßen, wobei seine neuen Tracks keine Ausnahme bilden.

Der an den jüngeren Neil Young (mit „The Band“) erinnernde Opener „Leaf in the Wind“ und „Truncated Souls“ im Mittelpunkt der Songliste lassen sich nämlich sowohl auf den Menschen allgemein als auch Waldemars subjektive Wahrnehmung münzen. Dass er dabei stilistisch zwischen akustischem und elektrifiziertem Country (Rock) pendelt, erscheint nur allzu logisch.

Diese beiden Stücke („Crosby, Stills, Nash &Young“-artige Harmoniegesänge inklusive) bilden mit der abschließenden Viertelstunde „Black Ocean“, einem dramatischen Miniepos mit biblisch apokalyptischer Bildersprache, Percussion, Flöte und knarzend in sich zusammenfallenden Gitarrenwänden, das Rückgrat von „Love“

Dazwischen stehen mit „Contagious Smile“ und „Heart and Gold“ mindestens zwei Lieder, anhand welcher man sich die komplexe, aber zu keiner Zeit anstrengende und enorm lohnenswerte Scheibe wunderbar nach und nach erschließen kann.

Jansen Records/17.01.2020

http://www.facebook.com/torgeirwaldemar

46:35

Intro

Leaf in the Wind

Contagious Smile

The Devil Beats His Wife

Truncated Souls

Meeting the Indians

Heart and Gold

Black Ocean

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Country, Singer/Songwriter,

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