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Saturndust – RLC

(as) Dieses Album erschien bereits 2017 und kommt 2020 auf Vinyl heraus, das mit einem wunderbaren Blickfänger-Cover zum Kauf lockt … doch rechtfertigt auch der Inhalt das Zücken der virtuellen Brieftasche?

Saturndust frönen einer dezent vom Hardcore beeinflussten Kombination aus dreckigem Doom Metal (Sludge) und Ambient-Elementen. Die schweren Riff-Gebilde, welche die Brasilianer immer wieder stemmen, stehen und fallen damit, dass die Gitarre von Bandkopf Felipe Dalam bis zum Gehtnichtmehr verzerrt ist. Spielt er in höheren Registern und gleichzeitig auch eines der diversen Tasteninstrumente, die auf „RLC“ zum Einsatz kommen, entsteht ein nachgerade sinfonisches Klangbild.

Die sanfteren, gen Space Rock tendierenden Passagen unter ausgiebigem Gebrauch von Synthesizern sowie Gitarren-Effekten sind aber der eigentliche Anziehungspunkt des Albums, das aufgrund seiner repetitiven Strukturen wie ein verhängnisvoller Weltraumtrip anmutet. Dalam kristallisiert sich mit fortdauernder Spielzeit als musikalischer Leiter des Trios heraus, weil seine beiden Mitstreiter lediglich den Rhythmusteppich auslegen und mehrmals über lange Strecken hinweg gänzlich tatenlos bleiben.

Unsere Beschreibung des Stils der Gruppe dürfte deutlich gemacht haben, dass „RLC“ kein Album voller herkömmlicher Lieder ist, sondern ein typisches Gesamtwerk, dessen Komponenten nur bedingt für sich genommen funktionieren; „Astral Dominion“ beispielsweise mutet wie ein zu langes Intro vor dem Titelstück an, und weite Teile im abschließenden Instrumental „Saturn 12.c“ kann man getrost als geräuschvolles Füllmaterial bezeichnen.

Von Anfang bis zum Ende einverleibt ergibt sich wohlgemerkt ein schlüssiges atmosphärisches Bild, das einzig unter der zumeist ausdruckslosen Stimme des Frontmanns leidet. „Saturndust“ klingen darüber hinaus bisweilen noch ein bisschen orientierungslos, da sie sich anscheinend nicht entscheiden können: Sind wir Doom-Grobiane oder psychedelische Astronauten? So zumindest haben alle fünf (natürlich überlangen) Kompositionen auf „RLC“ ihre jeweils eigene Identität, was nicht einmal weit bekanntere Bands von ihrem Repertoire behaupten können.

Necio Records

Negative-Parallel Dimensional

Astral Dominion

RLC

Time Lapse Of Existence

Saturn 12.c

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Doom, Psychedelic, Space, ,

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