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Synthetic – Clepsydra: Time Against Infinity

(as) Nein, traditioneller britischer Metal erfährt auch durch „Synthetic“ keine Wiedergeburt, zumal die verhältnismäßigen Newcomer aus Cambridge ohnehin einen Tick moderner aufspielen, als es Kuttenträgern behagen dürfte.

Die Band existiert seit sechs Jahren und knüpft mit ihrem zweiten Album insofern an das Material ihres Debüts „Here Lies The Truth“ an, als es darauf von allem ein bisschen mehr gibt, während die Qualität der Songs weder nachgelassen noch zugenommen hat. „Clepsydra: Time Against Infinity“ wirkt von vorne bis hinten schablonenhaft, auch wenn sich die sechs Mitglieder redlich um Abwechslung bemühen; das Unberechenbare vernachlässigen sie dabei allerdings völlig.

Die Songs decken wieder das vom Vorgänger gewohnte Spektrum ab: anbiedernder Melodic-Kram mit Keyboard-Unterfutter geht mit programmatischem Gebrüll aus der Melodic-Death- bis Metalcore-Ecke und vorhersehbar melodischen Gesangsparts einher, während sich die Instrumentalisten an halb progressiven Songstrukturen abarbeiten, die eher wie Malen nach Zahlen statt frisch wirken.

Gleichwohl: „Synthetic“ kriegen das eine oder andere Hook auf die Kette. Dadurch ließe sich etwa das eröffnende „Graceful Ignorance“ prima als Titelmelodie eines Motivations-Videos verwenden, wohingegen man sich mit „Shades Of Tomorrow“ die Zeit beim Abstrampeln oder Eisenpumpen in der Mucki-Bude verkürzen kann.

Mit ihrem futuristischen Textkonzept heuchelt das Sextett Tiefgang, den es in letzter Konsequenz nicht bietet. Wenigstens Frontmann Sterge B. sei allerdings noch wegen seiner durchaus markanten Stimme hervorgehoben, bei deren Hören man sich nostalgisch an frühe bis mittlere „Sentenced“ erinnert fühlt.

Ansonsten denkt man insbesondere an „Soilwork“ für Arme, und das schmeichelt der Combo definitiv nicht, weshalb die Platte einer typischen Predigt für Bekehrte entspricht: Nur Fans von im wahrsten Sinn des Wortes synthetischem Riff-Muskelspiel kommen bei der Einfuhr von „Clepsydra“ auf ihre Kosten, das war’s dann aber auch schon.

https://www.facebook.com/syntheticmetal

Rock Of Angels/Soulfood

Time Against Infinity

Graceful Ignorance

Slipwalk

Shades Of Tomorrow

Hostile Design

Clepsydra

Autumn Scars

The Road To Salvation

Crimson Farewell

Into Oblivion

Cage Of Hopes

Andreas Schiffmann

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