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Speck – Unkraut

(volker) Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse sondern in diesem speziellen Fall auch Volker. Und wenn ich mir zum wiederholten Male anhöre was das Wiener Powertrio Lisa, Marcel und Patrick da aus den Saiten und Fellen prügelt, streichelt, groovt, fuzzt, brät, packt und raushaut kann ich mir sehr gut vorstellen das das Gehörte auch etlichen Freaks und Freunden des psychedelischen Heavy Rock ala Earthless über Electric Moon bis Hawkwind die Freudentränen in die Ohren treibt! Die Gitarre beißt, kratzt, fetzt, krakeelt, und bringt dich völlig aus dem Gleichgewicht. Der Bass: Ja, der Bass basst, passt, bumpert, groovt, treibt. Das Schlagwerk: meist immer feste druff, antreibend, unterfütternd, aber auch mitunter streichelnd.  Ich fang einfach mal mit dem dritten „Da bretter ich mir vor Begeisterung den Nacken knackig“ Song des Albums an: „Unkraut“. Ich liebe seitdem dieses „Unkraut“, besonders in diesen Wachstumszuständen. Meine Fresse: ist das ein Brecher von einem Heavy Rocker. Meine Fresse geht das in die Gelenke oben, Mitte und unten, und dazwischen! Meine Fresse: was knallt das hier! Meine Fresse geht das ab…..was für ein Stampfer!

„Firmament“: ich mach mit dem vierten Schmankerl des Albums weiter: Leg dich auf den Flokati, mach die Augen zu, und dann? Dann wird der Flokati zum fliegenden Teppich der dich mit sanften Schwingungen aus den Gitarrensaiten und einer Percussion vom passendsten in das Paradies gleiten lässt: diese acht Minuten und sieben Sekunden gehören zum zauberhaftesten was ich in diesem Jahr aus dem Bereich Psychedelic Rock hören durfte!

„Mega Chonk“ : der Groove war am Anfang, in der Mitte, am Ende, und dazwischen natürlich auch, da vibriert der alte Nacken aber heftig mit. Und dann gehts aber richtig rund mit feinsten Gitarrenfiguren bis zu einem ruhiggestellten kurzen Break, das mit einem Sprechgesang (der erinnert mich ein bißchen an die Deutsch Amerikanische Freundschaft, kurz DAF genannt) gefüllt wird: Zeit und Raum, wir sind überall…….und dann wird das Break re-gebreakt (Danke Boris Becker) und dann gibt die Gitarre dem Luftgitarrenweltmeister und denen, die es werden wollen, aber alles…..alles!

So, nun aber zum Anfang: am Anfang war nicht Dieter Hallervorden sondern der Songtitel „Palim Palim“. Ob der Ausdruck was mit dem Gefängnis-Sketch von Hallervorden und Gerhard Wollner zu tun hat….wer weiß. Ich weiß aber das der Sound was von einem instrumentalen Wah wah Gefängnisausbruch hat. Wenn das auch noch in hoffentlich nicht allzuferner Zukunft ungebändigt in gebändigter Pandemie live dargeboten wird garantiere ich für Nackenwirbelanschläge im Zwei-Sekunden-Takt im Club deines großen Vertrauens.

„II“: der mit Vierfuffzig kürzeste Track des Fünfer ohne Gnade. Wunderbarer Slowgroove von Fellen und dicken Saiten vom ruhigsten und ´ne Gitarre zum Verschmelzen mit Raum und Zeit…..und das Ganze klingt zum Fade-out hin immer entfernter, da biste weg!

Unkraut: ein phantastischer Kracher zum Ende dieses musikalisch sehr anspruchsvollen Jahres.

Unkraut kracht in meine Top 8 in 2021, ohne Wenn und Aber, denn: 37 Minuten und 17 Sekunden pure Energie für den geneigten Freak!

Lisa, Marcel und Patrick, ich ziehe meine Kappe (Hut besitze ich nicht) vor euch bis zum Boden. Es gibt nicht eine überflüssige Sekunde auf dem Album und keinen Ton der mir nicht gefällt, leiwand!

Kauft und hört den dreien die Bandcamp-Bude (Link weiter unten) leer, ehrlich und wahrhaftig, denn eure Musikbude wird´s euch danken…..(volker)

Die Soundgranaten:

1 – Palim Palim – 08:02
2 – II – 04:50
3 – Unkraut – 08:08
4 – Firmament – 08:07
5 – Mega Chonk ∞ – 08:10

Die Musiker:
Marcel Cultrera • space captain / board voices
Lisa Winkelmüller • low frequency commander
Patrick Säuerl • galactic thrust engineer

Recorded at Beardy Mountain Studios near Vienna (Austria)
Engineered and mastered by Alexandr Vatagin (@alexander.vatagin)
Mixed by SPECK and Alexandr Vatagin
Artwork by Leonie Mathis (@_lony_mathis)

Release date: Dec 10th, 2021
Available on the following platforms:
•Bandcamp (vinyl, cd & digitally)….https://speckspeckspeck.bandcamp.com/album/unkraut
•YouTube via 666MrDoom (https://www.youtube.com/c/666MrDoom)
•Spotify
•Apple Music
„UNKRAUT“ is a self-release by SPECK and will be released digitally on Bandcamp via Swamp
Records (https://theswamprecords.bandcamp.com/)

Hier könnt ihr nachlesen wie das Ganze begann und sich entwickelte:

Die Geburt von SPECK erfolgte durch eine Reihe von Zufällen. Ende 2019 musste kurzfristig ein Konzertslot in Wien besetzt werden. Drei Musiker, die ein paar Mal zusammen gejammt hatten, beschlossen, den Slot eben mit Jams zu füllen, die sie sich spontan einfallen ließen. Das Publikum war begeistert, darunter auch ein Booker, der die drei eine Woche später darum bat, die Heavy-Psych-Band Ecstatic Vision als Vorband zu unterstützen. Das Trio lehnte natürlich das Angebot nicht ab: SPECK war geboren.

Seitdem eroberte das Trio viele Locations in Wien. Jede Live-Show ist ein energiegeladenes und intensives Erlebnis, das die Spannung des Unerwarteten in sich trägt. Motorischer Krautrock tritt nahtlos in das Reich der grollenden und sich wiederholenden kalifornischen Wüstensounds der 90er ein und wird von einem wilden und schweren Psych-Freakout abgerundet, der den Hörer in Zeit und Raum schießt.
Im Oktober 2020 begab sich das Trio ins Studio, um ihr Debütalbum „UNKRAUT“ aufzunehmen. Es besteht aus fünf Jams, die an einem schönen Sonntagmorgen live aufgenommen wurden.
Im April 2021 hat SPECK die allererste Metz Session aufgenommen, eine Reihe von Live-Sessions, die von österreichischen Musikbegeisterten aufgenommen und gefilmt wurden. SPECK lieferte dort einen dicht gepackten 22-minütigen psychedelischen Jam ab: https://youtu.be/68B09g3R5tE

Bandcamp: https://speckspeckspeck.bandcamp.com/
Instagram: https://www.instagram.com/speck_speck_speck/
Facebook: https://www.facebook.com/speckspeckspeck

Filed under: Album Reviews, Hardrock, Heavy Rock, Psychedelic, Space, , , ,

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